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Washington Post: Arc

Das wahrscheinlich ambitionierteste CMS-Projekt stammt von der Washington Post. Seit ihrem Erwerb durch Jeff Bezos im Jahr 2013 hat sich das Zeitungshaus auf konsequenten Modernisierungskurs begeben und ist damit nicht nur kommerziell außerordentlich erfolgreich, sondern gilt mittlerweile auch als eines der innovativsten Medienhäuser weltweit. Ein Bestandteil der Innovationsstrategie ist dabei die Entwicklung eines eigenen Portfolios an Publishing-Tools, das unter dem Namen Arc nicht nur intern verwendet, sondern auch als kommerzielles Produkt vertrieben wird.

Arc ist naturgemäß entlang des Anforderungsprofils eines News-Anbieters entwickelt, der seine Inhalte sowohl im Print, als auch über verschiedenste Online- und Social-Media-Kanäle publiziert und dafür auf ein flexibles Toolset für modernes Content-Publishing angewiesen ist. Neben einem News-orientierten Online-Editor und einem auf Newsroom-Betrieb ausgelegten Content-Management-System bietet Arc eine ganze Palette von Werkzeugen, die quasi alle Bedürfnisse eines modernen Medienhauses abbilden:

  • Integrierte Kollaboration, Planung und Budgetierung in Content-Editor und CMS
  • Media Asset Management für Audio-, Video- und Bild-Inhalte
  • Layout- und Storytelling-Tools mit integrierter Simulation responsiver Darstellung
  • Analytics- und Dashboard-Ansichten für die Nutzung des Contents
  • Semantische Indexierung, Verschlagwortung und Anreicherung der Inhalte für SEO, Related Content und personalisierte Auslieferung von Artikeln
  • Tools für A/B-Testing und Varianten-Ausspielung
  • Integration der Content-Editoren in das Metered-Paywall-System

Die Arc-Produkte sind dabei hochgradig modular aufgebaut, ermöglichen aber die integrierte Nutzung aller Tools in einer gemeinsamen Oberfläche bzw. in einem durchgehenden redaktionellen Prozess.

 

Im Konzept von Arc ist die Handschrift des Amazon-CEO Jeff Bezos deutlich zu spüren: Die Philosophie, Tools für das eigene Geschäft sowohl hochgradig modular, als auch auf Vernetzung und Wiederverwendbarkeit auszulegen, ist direkt von den Entwicklungsteams bei Amazon übernommen. Gleichermaßen werden die Werkzeuge bereits so entwickelt, dass sie nicht nur im eigenen Unternehmen verwendet, sondern auch als paketiertes Service-Modell für andere Unternehmen zur Verfügung gestellt werden können – wie im Fall der Amazon Web Services. Die Washington Post ist in diesem Bereich mittlerweile sehr erfolgreich und hat für Arc bereits eine größere Zahl durchaus namhafter Medienhäuser als Kunden gewinnen können. Die Zeitung schickt sich damit an, ein neuer System-Anbieter für News-orientiertes Content Management zu werden.