DPR THINK TANK
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Verlage als CMS-Anbieter – ein Erfolgsmodell?

Modelle wie die vorgestellten CMS-Projekte sind im Verlags- und Medien-Umfeld nicht grundlegend neu: Bereits seit Jahrzehnten verfolgen deutsche Zeitungshäuser die Strategie, zwar mit ihren Produkten im Markt zu konkurrieren, aber in Bereichen wie Druck und Logistik auch über das Bundesgebiet hinweg zu kooperieren. Dass aber nun auch die Ergebnisse von CMS-Entwicklungen als Produkte angeboten werden, geht über diese Art der Kooperation noch ein ganzes Stück hinaus.

Die drei hier vorgestellten Beispiele für CMS-Applikationen sind aufgrund ihrer Zielsetzung und ihres Geschäftsmodells zwar sehr unterschiedlich – eines haben sie aber gemeinsam: Hier wird Kooperation von Medienanbietern zum Zweck der Automatisierung und Standardisierung auf eine neue Weise praktiziert. Diese Entwicklung kann man uneingeschränkt begrüßen. Denn Standard-Anwendungen für die Medienbranche gibt es ohnehin viel zu wenig, und wenn schon der Aufwand für Eigenentwicklungen betrieben wird – dann macht es umso mehr Sinn, diesen Aufwand auf irgendeine Weise zu teilen. Ob damit immer auch ein eigenes Geschäftsmodell verbunden sein muss, sei dahingestellt. Auf jeden Fall ist aber bei der Entwicklung von Basis-Systemen Kooperation der bessere Weg als Konfrontation. Denn am Ende liegt nicht in der Technologie-Hoheit der Marktvorteil – sondern im Einsatz der Technologien für kundenorientierte Produkte.

Fabian Kern ist freier Berater, Projektmanager und Trainer mit Schwerpunkt auf Entwicklung und Produktion digitaler Medien. Er bloggt bei digital publishing competence und smart digits über Digitalthemen, ist Dozent bei der Akademie der Deutschen Medien und an der LMU München sowie aktives Mitglied in der IG Digital im Börsenverein des Deutschen Buchhandels.