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Laudatio auf Tobias Ott

Von Simone Graff, Hädecke Verlag


Lieber Tobias,


wenn einer einen Preis verdient hat – und nicht nur fürs Thema Digitalisierung – dann Du. Es ist mir daher eine ausgesprochene Ehre, ein paar Worte über Dich zu diesem Anlass loswerden zu dürfen! Die Jury wird später erläutern, warum sie Dich ausgewählt hat. Doch ich möchte ein wenig über die Person und den Unternehmer Tobias Ott erzählen, den ich seit Studienzeiten an der Fachhochschule für Druck, heute Hochschule der Medien als einen meiner liebsten Freunde bezeichnen darf. Es gibt Menschen, die sind einfach ein Glücksfall für jene, die sie irgendwann treffen – zu ihnen gehört Tobias Ott. 


Das bestätigen nicht nur begeisterte Studentinnen und Studenten, die mit ihm einen Gastprof haben, der wirklich weiß, wovon er spricht und sie mit richtigen Beispielen aus dem wahren Leben konfrontiert. Er gibt bereitwillig dort sein Wissen an die folgenden Generationen weiter, wo er einst selbst studierte, und das dazu noch in einer Art, die immer wieder auch Platz für Humor lässt. Wer seine Beispiel-Programmzeilen kennt, der weiß, wovon ich spreche.


Tobias Ott hat einen tollen Humor, gepaart mit eloquentem Wortwitz. Damit hat er schon zu Studienzeiten so manche Sitzung als langjähriges UStA-Mitglied gewürzt und stehende Begriffe geprägt (ich sage nur „mit Strom Bücher machen“). Dass wir es hier mit einem blitzgescheiten und dennoch niemals abgehobenen Mann zu tun haben, beweist nicht nur seine Fähigkeit, parallel zwei Studiengänge (Werbewirtschaft sowie Verlagswirtschaft und -herstellung) zu belegen und erfolgreich abzuschließen, sondern das bescheinigen ihm auch alle jene, die schon mit ihm arbeiten konnten. Bei ihm sind IQ und EQ gleichermaßen hoch verteilt, seine Kompetenz und Zugewandtheit, sein Sich-einstellen-Können auf den Informationslevel seiner Gegenüber machen ihn zu einem wertvollen Diskussions- und Geschäftspartner. Dank Tobias Ott sind heute einige deutsche Medienhäuser in der Digitalisierung so weit gekommen und sein Engagement hält unvermindert an, u.a. in den Bereichen verantwortungsvolle KI und digitales Lernen. 


Auf ihn kann man sich verlassen, das zieht sich durch alle seine Verbindungen, ob freundschaftlich oder geschäftlich. Er vermittelt Sicherheit und daran mag vielleicht auch seine jahrelange Erfahrung als Rafting-Führer oder Leiter von Klettergruppen einen Anteil haben, denn der Vater von drei sportlichen Kindern ist auch gerne in den Bergen unterwegs. Neben den vielen Nullen und Einsen ist dies ein Ausgleich, der ihm wichtig ist, ebenso wie seine Familie. Ein besonderes Ereignis war z.B. die Alpenüberquerung, die er mit seiner älteren Tochter Johanna (da war sie gerade mal 13) im letzten Jahr gemacht hat. Und wenn man sieht und hört, wie liebevoll stolz er von seinen Kindern spricht, dann geht einem das Herz auf.


Ich bewundere ihn vor allem dafür, dass es für ihn keine halben Sachen gibt. Wenn Tobias Ott etwas macht, dann macht er es richtig. Deshalb gibt es bei ihm auch einen handgemauerten Pizzaofen im Garten, denn daraus schmeckt Pizza eben einfach besser. Und das Genießen ist ein Thema, bei dem wir uns beide immer treffen können – dafür nimmt er sich Zeit, um es mit seinem Freundeskreis zu feiern, ja regelrecht zu zelebrieren. 


Mein großer Respekt gebührt seiner klaren Haltung für Gerechtigkeit und für sein gesellschaftliches Engagement. Ihn kann fast schon eine Art heiliger Zorn überkommen, wenn der sonst so gelassen wirkenden Mann mit ewig Gestrigen und Ignoranten konfrontiert wird… Er macht im richtigen Moment seinen Mund auf, anders als so manche, die sich hinterher sagen: Dem hätten ein paar deutliche Wort gutgetan! Möglicherweise ist ihm seine Impro-Theater-Erfahrung da recht hilfreich. 

Natürlich wäre ein Geschäftsführer der Pagina GmbH aus Tübingen ausreichend mit Arbeit ausgelastet. Aber wer früher als Aktivist für Greenpeace am Kühlturm hing, den lässt das Umwelt-Thema auch später nicht mehr los und so engagiert er sich, nun eher in bequemerer Haltung und näher am Boden, seit einigen Jahren ehrenamtlich bei Greenpeace – denen er nebenbei erfolgreich auf die digitalen Füße geholfen hat. 


Dass das Miteinander für ihn wichtig ist, zeigt auch, dass er sich seit Langem der Idee zur Gemeinwohl-Ökonomie verbunden fühlt. Daher macht er seine Firma momentan für die Zertifizierung dort fit, wo es um ein für alle gerechteres Handeln geht, bei dem Kooperation und Gemeinwesen ins unternehmerische Handeln integriert werden, um langfristig gesellschaftlich etwas dem allgegenwärtigen Trend wirkungsvoll entgegenzusetzen.


Tobias, um‘s kurz zu machen: Du bist für mich ein großartiger Mensch, der das Herz auf dem rechten Fleck hat und dem ich noch viele Preise und Auszeichnungen in seinem Leben wünsche. Lass Dich heute von allen gebührend feiern für Deine Verdienste in der Digitalisierung!