#9/ 2021
21/22

KI ist die Zukunft des Publishing

Der nächste Paradigmenwechsel

Paul Watzlawick sagte: Du kannst nicht nicht kommunizieren! Richtig. Leider können wir aber hervorragend aneinander vorbeikommunizieren. Wenn Sie Ihre Zielgruppen nicht mehr erreichen, weil sie in der Kommunikation andere Kanäle bevorzugen, dann reden Sie aneinander vorbei.

Für die Kommunikation mit Ihren Zielgruppen sind mehr Kommunikations-Kanäle, wie sie durch neue Technologien – durch Digitalisierung oder künstliche Intelligenz – entstehen, sogar ein Vorteil. Studien gehen heute von sechs Kontaktpunkten, Touchpoints, aus, bevor wir ein Thema überhaupt richtig ernst nehmen. Ihre Zielgruppen reagieren besser darauf, wenn Ihre Informationen sie mehrmals über unterschiedliche Touchpoints erreichen. Selbst bei der internen Kommunikation ist das so.

Eigentlich großartig: Mehr Kommunikationskanäle bieten uns mehr Touchpoints! Sie machen die Kommunikation wirksamer – aber auch deutlich komplexer!

Der nächste Paradigmenwechsel

Haben Sie den letzten großen disruptiven Paradigmenwechsel in der Kommunikation selbst miterlebt? Durch das Aufkommen des Internets vor über 25 Jahren? Plötzlich gab es Websites, E-Mail-Kommunikation, dann Social Media, E-Commerce und Online-Medien. Das Informationsverhalten und das Kaufverhalten der Zielgruppen haben sich damals massiv verändert. Es standen – neben den gewohnten Kommunikationskanälen – plötzlich neue, schnellere und interaktivere Kanäle zur Verfügung, die wir ganz neu lernen mussten. 

Das hat viele Unternehmen, Geld und Marktanteile gekostet – und manche sogar ihre Existenz. Weil diese Unternehmen auf das geänderte Informationsverhalten nicht mit der Nutzung der neuen Kanäle reagiert haben. Weil sie nicht auf das geänderte Kaufverhalten – ganz logisch – mit einem veränderten Verkaufsverhalten reagiert haben.

Während viele Publisher noch in der Phase der Automatisierung stecken, kündigt sich durch Künstliche Intelligenz der nächste große Paradigmenwechsel an – der schnell weitere Meilensteine ermöglichen wird. Im Folgenden ein Blick in die Gegenwart und Zukunft des Publishing:

Publishing 1.0: Prozesse

Sie haben bereits verbindliche Prozesse für Auswahl, Recherche, Erstellung, den Freigabe-Workflow und die Veröffentlichung auf unterschiedlichen Kanälen (Owned-, Earned-, Paid-Media) für unterschiedliche Rollen (Text-Redaktion, Bild-Redaktion, Audio-/Video-Redaktion) festgelegt. Jeder weiß – zu jeder Zeit –, was zu tun ist.

Publishing 2.0: Automatisierung

Sie nutzen Microsoft 365 oder spezifische Redaktions-Programme, um Prozesse und Workflows zu unterstützen. Ihre Website fußt auf einem Content-Management-System und Ihre Inhalte sind SEO-optimiert. Sie setzen Lösungen für E-Mail-Marketing oder Marketing-Automation ein. Auch für das Ausspielen von Contents auf Social Media nutzen Sie Planungs- und Distributionstools. Sie wägen sogar ab, ob Ihnen der Einsatz eines Autoresponders, eines vorgefertigten Chatbots oder einer automatisierten Schnittstelle zu einem Text-to-Speech-Tool hilfreich sein kann.

Publishing 3.0: Nutzung von KI-Tools/-Lösungen

Sie haben verstanden, dass Automatisierung Ihre wiederkehrenden Prozesse vereinfacht. Sie vertrauen Technologie. Deshalb nutzen Sie auch Apps und testen, ob der Einsatz von KI-Tools bei unterschiedlichen Prozessen wie der Content-Erstellung oder Content-Distribution sinnvoll ist. Sie halten sich über neue Technologie auf dem Laufenden und haben ggf. schon eine Watchlist mit Zukunfts-Kommunikations-Technologien erstellt, die für Sie spannend sind und die Sie regelmäßig auf ihre Einsatzfähigkeit hin prüfen.

Publishing 4.0: KI-Kommunikation in Echtzeit

Sie setzen KI auch als Rückkanal ein. Sie tracken das Verhalten Ihrer Zielgruppe über das Klickverhalten, über die Gefühlserkennung durch Auswertung von Sprache oder Mimik. Sie passen Ihre Inhalte und Angebote situativ aufgrund der Reaktionen Ihrer Zielgruppe an.

Sie stellen Ihre Inhalte nicht nur als vorgefertigte Text-, Bild-, Audio- und Videobeiträge zur Verfügung. Ihre Zielgruppe kann auch eine Open-End-Konversation mit Ihrer KI über Ihre Inhalte führen.

Publishing 5.0: KIs kommunizieren mit KIs

Ihre Zielgruppen setzen selbst KI ein, um Informationen zu recherchieren, sich über ein Thema auf dem Laufenden zu halten oder zu kommunizieren. Sie stellen Schnittstellen zur Verfügung, die es Ihrer KI ermöglicht, sich direkt über Daten mit der Zielgruppen-KI auszutauschen, Entscheidungen zu treffen und Transaktionen durchzuführen. Einzelne lassen eine direkte Kommunikation über eine Brain2Brain-Schnittstelle zu, bei der Sie das sehen, was sie sehen. Das fühlen, was sie fühlen.



AI@media

Künstliche Intelligenz ist eines der zentralen Themen unserer Zeit. Keine Branche, keine Abteilung und kein Entscheider bleibt davon unberührt. AI@media möchte einen Blick auf die Anwendungsfelder und hinter die Kulissen werfen. Wir beantworten die Frage, wo KI wirklich Sinn macht und wie Unternehmen aus der Kommunikations- und Medienbranche von anderen lernen können. 

Neben Fach-Vorträgen am ersten Konferenztag gehören zu AI@media auch Deep-Dive-Workshops zur Vertiefung einzelner Themen an Tag 2. Am 17.09.2021 können Sie die Transformational-Keynote von Gabriele Horcher von 10:00 bis 10:50 Uhr live miterleben: „KI – (R)Evolution in der Kommunikation“.



Die Autorin: Gabriele Horcher ist Kommunikations-Wissenschaftlerin, Unternehmerin, Bestseller-Autorin und eine der gefragtesten Expertinnen zur Transformation der Kommunikation (www.gabriele-horcher.de). Seit 30 Jahren ist Gabriele (Jahrgang 68) als Kommunikations-Expertin für die IT- und Hightech-Branche tätig. 

Sie hilft Geschäftsführern, Marketing-, Personal-, Vertriebs- und Serviceleitern, mit ihren Zielgruppen zukunftssicher und effizient zu kommunizieren. Sie hält Vorlesungen an Universitäten, Hochschulen und Weiterbildungsstätten. Als Vortragsrednerin begeistert Gabriele mit ihren Transformational-Keynotes sowohl bei Live als auch bei Online-Events. 

Sie geschäftsführende Gesellschafterin der Möller Horcher Kommunikation (www.moeller-horcher.de).