#9 / 2018
13/14

social media bei tessloff

In einer losen Interview-Artikelfolge werden die Akteure hinter den Social-Media-Aktivitäten von Verlagen, ihre Strategien und ihre tägliche Arbeit vorgestellt. Die Reihe wird fortgesetzt mit Stefanie Krapp, Tessloff Verlag, Nürnberg.


Welche Kanäle werden bespielt?

Der Tessloff Verlag ist momentan mit zwei Accounts bei Facebook vertreten: mit dem Verlags-Account und dem Facebook-Auftritt der Marke WAS IST WAS, den eine Kollegin betreut. Jede von uns arbeitet zunächst unabhängig, aber wir tauschen uns natürlich regelmäßig aus! Bei Instagram stehen wir bereits in den Startlöchern ... und werden dort hoffentlich so erfolgreich sein wie auf Facebook in den letzten eineinhalb Jahren. 

Facebook Post


Wer bespielt diese Kanäle?

Das Facebook-Team besteht derzeit hauptsächlich aus zwei Mitarbeiterinnen. Jede von uns hat aber noch andere Tätigkeitsbereiche in der Kommunikationsabteilung: Meine Kollegin ist außerdem noch als Redakteurin für die Internetseite wasistwas.de zuständig. Meine weiteren Aufgaben sind Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für den Verlag, insbesondere die Zusammenarbeit mit Bloggern und Kooperationspartnern sowie das Verfassen von Produkttexten. 

Mit welchen Inhalten?

Über den Tessloff-Facebook-Kanal sollen in erster Linie natürlich unsere Bücher und weitere Verlagsprodukte bekannt gemacht werden. Darüber hinaus ist es mir aber wichtig, unsere Fans im Blick zu haben und sie gut zu unterhalten. Mein Ziel ist es, dass die Fans am Ende der Woche das Gefühl haben: Ich weiß, was es Neues bei Tessloff gibt, aber ich habe auch etwas Wissenswertes oder Hilfreiches oder Lustiges für mich entdeckt und mein Alltag wird hier „verstanden“.  

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Welche Kennzahlen werden regelmäßig betrachtet?

Die Social-Media-Aktivitäten werden im Verlag hinsichtlich verschiedener statistischer Größen erfasst und verglichen, u.a. Reichweite, Interaktionen, Fanzahlen, Likes für einzelne Posts. So behalte ich im Blick, was besonders gut ankommt, und kann dementsprechend weiter agieren.

Haben kleinere Verlage in Social Media Vorteile?

Hm … wann ist ein Verlag klein und wann ist er groß? Entscheidend ist meiner Meinung nach, was der einzelne mit Social Media Beauftragte daraus macht … Und was meiner Meinung nach noch wichtig ist: wie gut sich diejenigen, die Facebook „machen“, selbst mit der Lebenswelt der Zielgruppe identifizieren können. 

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Gibt es einen Redaktionsplan?

Ja. Er dient als „Gerüst“, wird aber gerne auch mal spontan umgeworfen …

Sind Anzeigen auf Facebook ein gutes Mittel, um Reichweite zu generieren? 

Die Reichweite steigt auf jeden Fall. Und die Produkte und der Verlag werden bekannter. Aber die Herausforderung bleibt die, dass die Leute „bei uns bleiben“ sollen. Womit wir wieder bei den Zielen wären … 

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Was funktioniert in Sachen Interaktion mit den Fans am besten?

Ich denke, dass unsere Fans die Seite schätzen, weil sie sich gut unterhalten und informiert fühlen. Und sie treten offenbar gerne in Interaktion mit uns – antworten bei Gewinnspielen ausführlich und ganz oft mit Fotos, teilen die Posts etc. Und ich bekommt auch relativ viel Feedback als private Nachrichten, in denen sich die Fans für Gewinne, Überraschungspakete oder Ähnliches bedanken oder Fragen zu den Büchern stellen, die ich dann an die zuständigen Kollegen im Haus weiterleite. Eine PN wird da genauso ernst genommen und beantwortet wie eine an mich gerichtete E-Mail. 

Ist Social Media eher ein Endkunden-Kanal, oder funktioniert auch B2B? 

Für unser Unternehmen ist es eher ein Endkunden-Kanal, um mit unseren Kunden in Kontakt zu treten. B2B passiert eher im weiteren Sinne, da unter unseren Fans viele im pädagogischen Bereich arbeiten (Lehrer, Erzieher), die so als Multiplikatoren dienen. 

Welche anderen Unternehmen leisten in Social Media gute Arbeit?

Das kommt, denke ich, auf den Geschmack des Einzelnen an – und das ist ja das Schöne an Facebook & Co., dass man in gewisser Weise mitbestimmen kann, was einem angezeigt wird und was nicht. 

Welche positiven Ereignisse mit Ihren Usern würden Sie hervorheben?

Insgesamt habe ich das Gefühl, über Social Media näher und „direkter“ an den Fans bzw. Kunden zu sein. Man bekommt mehr direktes Feedback – und das fällt in den allermeisten Fällen positiv aus! Ein nettes Erlebnis war neulich die Mail einer Oma, die kürzlich ein Buch für ihr Enkelkind auf Facebook gewonnen hatte und uns ein paar Wochen später einfach so ein Dank-Gedicht mit Foto geschickt hat. 

Haben Sie auch negative Erfahrungen machen müssen?

Nein, bisher nicht. Wenn Kritik geäußert wurde, dann immer in einem Rahmen, der ok war. 

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten in Sachen Social-Media-Aktivitäten – welcher wäre das?

Dass der Tessloff-Kanal bei den Fans weiterhin so gut ankommt wie bisher, dass es mit Instagram genauso gut läuft und dass ich selbst in mancher Woche mehr Zeit für Social Media hätte – o. k., das waren jetzt 3 Wünsche …


Stefanie Krapp

Nach vielen Jahren freier Tätigkeit bei einem lokalen Radiosender 2002 als Werkstudentin in der Presseabteilung des Tessloff Verlags in Nürnberg „gelandet“. Nach dem Studium (Abschluss: Diplom-Germanistik mit Schwerpunkt Journalistik) in Bamberg ein Jahr Produktmanagerin bei der IHK Akademie Oberfranken. 2005 Rückkehr zu Tessloff als Pressesprecherin. Nach der Elternzeit 2012 Mitarbeiterin in der Marketing-Abteilung, derzeit (seit fast 2 Jahren) u.a. verantwortlich für den Facebook-Kanal des Verlags.