#9 / 2018
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ein paar worte zum geleit

Im digital publishing report widmen wir uns schwerpunktmäßig den Zukunftsthemen, Trends von morgen, von denen wir denken, dass sich Medienmanager schon heute damit beschäftigen sollten, um später nicht den Anschluss an die Pioniere zu verlieren. Doch jenseits von Chatbots, Augmented oder Virtual Reality und Künstlicher Intelligenz bleibt es wichtig, regelmäßig auch bei den Themen nochmal hinzuschauen, die längst in den Workflows von Medienmachern angekommen sind, die alten Hüte nochmal umzudrehen. In dieser Ausgabe sind das schwerpunktmäßig Social Media.

Und da stellen wir in Gesprächen mit Lesern immer wieder fest, dass es teilweise bei den Grundlagen des Praxiseinsatzes mangelt, daneben aber auch strategische Lücken vorherrschen: angekommen in der Facebook- und Twitter-Welt, dort aber ohne weitestgehend ohne Konzept unterwegs. Beide offenen Flanken soll diese Ausgabe zu schließen helfen, denn Social Media bleiben – bei allen neuen Trends, die es zu verfolgen gilt – entscheidend für den Alltag von Medienunternehmen: als Recherche-Werkzeuge für Journalisten, Autoren und Unternehmensentwickler, als Dialog-Plattformen, für Marketing- und Vertriebs-Zwecke, um nur einige Zielrichtungen zu nennen.

Ein Aspekt dabei ist das Influencer-Marketing, das an Relevanz für Medienschaffende gewinnt. Für diese Ausgabe habe ich mit einem der bekanntesten Influencer der Digitalbranche gesprochen, Gunter Dueck, der früher Technologie-Chef bei IBM war und später auszog, mit seinen teilweise unbequemen Thesen einer Branche nach der anderen die Leviten zu lesen – weil die Digitalisierung der gemeinsame Nenner aller ist. Im Interview mit dem dpr beklagt Dueck, nicht zu Unrecht, die „steigende Lieblosigkeit bei der Industrialisierung der Medienunternehmen“, die eine Flut von Büchern und Zeitschriften hervorbringt, die mit der Identität der Verlage wenig zu tun haben – was in einer chronischen Profillosigkeit mündet.


Eine lehrreiche, hoffentlich auch aufrüttelnde Lektüre wünscht

Daniel Lenz