#7-8/ 2021
7/19

„Vieles funktioniert digital ebenso gut wie live!“

Wie haben Corona und Lockdown die Personalentwicklung verändert?

Seit über einem Jahr arbeitet Cornelsen überwiegend von zu Hause. Wie sich die Arbeit der Personalentwicklung in dieser Zeit verändert hat und mit welchen Maßnahmen das Team die Mitarbeiter*innen von Cornelsen unterstützt, berichtet Norma Leuchtenberger, Leiterin Personalentwicklung bei Cornelsen, im Interview.

 

Wie haben Corona und Lockdown Ihre Arbeit als Leiterin Personalentwicklung bei Cornelsen verändert?

Leuchtenberger: Transformation und die Begleitung von Kolleg*innen auf ihrem Weg durch Veränderungs- bzw. Weiterentwicklungsprozesse ist gewissermaßen unsere Profession. So gesehen sind unsere Ziele immer noch dieselben. Neu sind sicherlich einige Themen und die Intensität, mit der wir Kolleg*innen unterstützen. Und auch die Wege und Formate sind anders, denn wir arbeiten seit einem Jahr überwiegend mobil, also von zu Hause.

Natürlich ist und bleibt das Arbeiten in einer solchen Ausnahmesituation für alle Kolleg*innen anstrengend. Dauerndes Homeoffice, wenig Kontakt zu Kolleg*innen, parallel Kinderbetreuung bei gleichbleibend hoher Arbeitsbelastung fordern alle. Wir haben deshalb eine ganze Reihe von Maßnahmen gestartet, die die Kolleg*innen hoffentlich ein wenig entlasten und immer wieder Anlässe schaffen, miteinander ins Gespräch zu kommen oder Neues auszuprobieren. Die gute Nachricht für uns ist: Wir haben alle digital unheimlich viel gelernt und vieles funktioniert digital ebenso gut wie live. Workshops oder Weiterbildungen werden teilweise sogar noch lebhafter, wenn nebenher im Chat diskutiert wird oder man auf digitalen Whiteboards Ideen skizziert.

 

Sie haben die Unterstützung für Kolleg*innen während der Corona-Zeit angesprochen — was machen Sie und wie kommen die Maßnahmen an?

Leuchtenberger: Zu Beginn der Pandemie haben wir uns darauf konzentriert, den Wechsel ins Homeoffice zu begleiten und Webinare und Austauschformate zum Thema „remote work“, „remote leadership“, Teambuilding usw. angeboten. Die Formate haben uns allen dabei geholfen, in sehr kurzer Zeit in der neuen Arbeitsumgebung anzukommen. Da wir um das Thema „Mehrfachbelastung“ wissen, unterstützen wir Eltern mit einer digitalen Kinderbetreuung, die wir zusammen mit einem Kooperationspartner anbieten. Während der Schul- und Kitaschließungen können Mitarbeiter*innen darüber hinaus bis zu 25 Prozent ihrer Arbeitszeit für die Kinderbetreuung nutzen. Für den Austausch untereinander haben wir digitale Lunch-Dates oder Chatgruppen ins Leben gerufen. Es gibt regelmäßige Video-Workouts und feste Spaziergang-Termine, um nur einige Maßnahmen zu nennen. Und natürlich haben wir auch unsere klassischen Personalentwicklungsformate in die digitale Welt transferiert, weil Weiterbildung und Trainings weiter extrem wichtig sind – unser Markt verändert sich ja auch gerade rasant.


Wie kommen Sie durch die Corona-Zeit — haben Sie Tipps?

Leuchtenberger: Sagen wir so: Ich habe einen Weg gefunden. Es ist eine anstrengende Zeit, das steht fest. Ich versuche, so gut es geht, alles unter einen Hut zu bekommen und einen guten Job zu machen und eine gute Mutter zu sein und auch zu mir selbst gut zu sein. Manchmal stoße ich natürlich an meine Grenzen und bin einfach nur müde und erschöpft. Da hilft mir persönlich dann Sport oder ein Buch, ein Telefonat mit einer Freundin oder das Anstreichen von Wänden in meiner Wohnung.

Aber ich muss sagen: Mich freut und motiviert so sehr, dass wir als Team und auch als Unternehmen gerade ganz viel bewegen und so große Schritte vorangehen, die wir vorher doch alle nicht für möglich gehalten haben. Das ist das Gute an dieser Zeit.





Norma Leuchtenberger leitet seit 2006 die Personal- und Führungskräfteentwicklung der Cornelsen Verlag GmbH und verantwortet hier neben den klassischen PE-Themen die Bereiche Employer Branding und Cultural Change. Foto: Cornelsen/Moritz Vennemann