#7-8/ 2021
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KI-basierter Pranger, Blochchain- Publishing, Automatische TV-Produktion und Produktivitäts-Hacks

Technologie im Publishing

Anzeigengeschäft: E-Commerce-Unternehmen werden immer mehr zu Advertising-Plattformen

Darauf weist Sara Fischer von Axios in ihrem Beitrag "The ad market belongs to every business now" hin. Aber neben der reinen Generierung weiterer Einnahmequellen hat das Advertising im E-Commerce für Händler noch mehr Vorteile: "Für Unternehmen, die Waren verkaufen, ist Werbung nicht nur eine finanzielle Möglichkeit, sondern auch eine Chance, ihre Abläufe effizienter zu gestalten. Zum Beispiel können Lebensmittelhändler, Einzelhändler und Apotheken ihren Bestand überwachen und Produkte pushen, die sie schnell verkaufen müssen." Ihr Fazit: "Die Werbebranche wurde im Frühjahr durch pandemiebedingte Budgetkürzungen in Mitleidenschaft gezogen. Doch da sich die Wirtschaft schneller als erwartet erholt, gehen Analysten davon aus, dass die Werbung im Jahr 2021 und darüber hinaus stärker denn je zurückkehren wird. Mit Blick auf die Zukunft erwarten die Experten, dass sich der Werbemarkt weiter auf verschiedene Branchen, insbesondere aber auf den Einzelhandel, verteilen wird."

Für Publisher bedeutet das, nicht nur eine Handels- sondern auch eine Agentur-Beziehung zu Händlern aufbauen zu müssen.

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KI-Fun Fact I: Fußball und Künstliche Intelligenz

Am Samstag endet die EM – gut, viele hierzulande sind der Ansicht, dass die EM nach dem Spiel Deutschland gegen England vorbei war – mit einem Finalspiel England gegen Italien. Dann rennen wieder gestählte Athleten einem kleinen Ball hinterher. Und Künstliche Intelligenz rennt mit. Aber nicht in Form computergenerierter Sportberichterstattung, die inzwischen sowieso immer mehr in Richtung der Sportverbände abwandert. Auch an anderen Stellen, von der Aufbereitung des umfangreichen Videomaterials (die DFL selbst hat in den vergangenen 15 Jahren ein umfangreiches Archiv an Videoaufzeichnungen des deutschen Profifußballs aufgebaut. Insgesamt umfasst das Inventar 175.000 Stunden Videomaterial) bis hin zur statistischen Aufbereitung des Spiels und der Spieler/innen in Matchfacts. Brian Rotter von t3n hat eine Sammlung dieser KI-Einsätze zusammengestellt und konstatiert: „Für Fans und Vereine werden dank Algorithmen, KI und maschinellem Lernen Dinge sichtbar, die auf dem Rasen kaum zu erkennen sind. Der moderne Fußball ist längst mehr als nur ein Sport, er ist zu einer hochkomplexen Wissenschaft mit unendlich vielen Variablen und Möglichkeiten geworden, die es einzuordnen und zu analysieren gilt, um den maximalen Erfolg mit der richtigen Strategie zu forcieren.“

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KI-Fun Fact II: Politiker, die auf Handys starren

Der belgische Künstler Dries Depoorter spielt den digitalen Blockwart – und zwar im Parlament. Mittels einer von ihm entwickelten, KI-basierten Software wird der Livestream des Parlaments gescannt, und zwar nach Politikern und Politikerinnen, die während der Sitzung auf ihr Handy starren. Diese werden automatisch erkannt und per Social Media geteilt. "Dazu kommt noch eine Verlinkung des Betroffenen und ein Aufruf, ebenfalls von der KI, sich doch bitte wieder auf das eigentliche Geschäft zu konzentrieren", so Depoorter. Das kann man lustig finden. Oder gruselig. Big Brother lässt grüßen.

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KI und die Kreativität

Sie ist die "derzeit mächtigste künstlichen Intelligenz im Bereich der Sprachschöpfung: der Generative Pretrained Transformer 3 (GPT-3). Dieses System ist in der Lage, alle möglichen Arten von Texten zu schreiben – Kurzgeschichten, Sketche und sogar Gedichte." Das behauptet jedenfalls Dr. Hans-Wilhelm Eckert, Autor des Buches „Storytelling mit Daten“ (Springer 2021). Das Erzählen von Geschichten, KI-gestützt, passiert bereits heute schon an unterschiedlichsten Stellen, etwa im Bereich der Themenfindung, Datenaggregierung, Recommendation Engines oder das Ausspielen von auf unterschiedliche Kanäle zugeschnittenen Inhalten. Mehr zum Thema Storytelling mit KI findet sich in Hans-Wilhelm Eckerts Artikel zum Thema.

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Blockchain-Publishing: Mirror will das Publishing revolutionieren - mal wieder

Man nehme Begriffe wie Blockchain, NFT, Crowdfunding und Publishing und schon wieder geht die Gutenbergische Welt unter. Nicht umsonst amüsieren sich die OMR-Kollegen über das „avantgardesk-intellektuelle Auftreten“ des Start-up Mirror. Bei allem Buzzwording sollte man zumindest die grundlegenden Vorgehensweisen und Technologien, die zum Einsatz kommen, im Auge behalten – gerade der Einsatz von Blockchain zur Rechteverwaltung und -verfolgung wird ja schon seit Jahren unter technologieaffinen Publishern diskutiert.

Mehr zu Mirror hier in einem OMR-Beitrag

 

Blockchain und Gaming

Blockchain wird ja eher mit dubioser Parallelwährung in Verbindung gebracht oder mit dem Weiterverkauf digitaler Güter (NFTs). Der Einzug von Blockchain ins Gaming liegt im ersten Moment nicht so nahe, zeigt aber auch, wie sehr Blockchain (ähnlich wie das andere Zauberwort "KI") langsam aber sicher Einzug in alltägliche Vorgänge hält - zum Beispiel Computerspiele. Aber es gibt nicht nur erste Szenarien, sondern auch ganze Organisationen, die die Nutzung der Blockchain in der Spieleindustrie fördern. Schon spannend, wenn Rollenspieler/innen ihre Ausrüstung mit NFTs tatsächlich besitzen können.

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Hinweis in eigener Sache: Zusammen mit unserem Partner Bookwire veranstalten wir am 14. September eine Konferenz zum „Next Level Digital Publishing: Chancen und Potenziale der Blockchain-Technologie – All About Blockchain.“ Die Teilnahme ist kostenlos!

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Journalismus: Kohle machen mit Steady

Steady, eine Publishing-Plattform, mit deren Hilfe vor allem Newsletter monetarisiert werden könne, gibt Gas und hat inzwischen 40 Journalisten und Journalistinnen gewinnen könne, die dort kostenpflichtige Newsletter anbieten, u.a. Teresa Bücker, Ole Reißmann, Dirk von Gehlen, Hans-Martin Tillack oder Nils Minkmar. 

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Journalismus: Substack-Klon – Facebook bringt Bulletin an den Start

Newsletter-Publishing ist schon eine Weile im Kommen, vor allem die jetzt verfügbaren Monetarisierungsmöglichkeiten machen den Kanal für Journalisten und andere Publisher hochinteressant. Facebook hat jetzt "Bulletin" gelauncht. Über die Newsletter-Plattform können Journalistinnen, Autoren und Expertinnen und Experten ihre Artikel, Podcast und Live-Audio-Formate teilen und monetarisieren. Im Lauf des Jahres sollen zusätzliche Features folgen; ebenso arbeite man daran, dass Creators ihre Inhalte auch auf Drittplattformen promoten und mit anderen zusammenarbeiten können. Zunächst steht Bulletin nur in den USA zur Verfügung.

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Journalismus: Bad News für die News-Industrie: Vertrauen in klassische Medien auf Allzeittief

Keine gute Nachricht für Tagesschau & Co. – denn nur noch 54 Prozent der Deutschen vertrauen traditionellen Medien wie Zeitungen oder dem Fernsehen. Ein Allzeittief. Das geht zumindest aus dem aktuellen Edelman Trust Barometer hervor. 2012 lag der Wert immerhin noch bei 63 Prozent. Suchmaschinen (49 Prozent) und soziale Medien (22 Prozent) kommen in Sachen Glaubwürdigkeit sogar noch schlechter weg. 

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Journalismus: Automatische TV-Nachrichten-Produktion mit Botcast

STUDIO 47 ist der regionale TV-Sender für das westliche Ruhrgebiet und den Niederrhein und hat jetzt mit "Botcast" ein automatisiertes System für sämtliche Arbeitsschritte, die bislang noch zeitintensiv von Hand in den Redaktionen umgesetzt werden müssen, entwickelt: Textgenerierung, Sprachsynthese, Videoschnitt und Distribution.

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Kommunikation: Erst Hü, dann Hott – WhatsApp bringt Newsletter zurück

Für Unternehmen, die WhatsApp als Kommunikationskanal nutzen, eine gute Nachricht: die vor einigen Jahren eingestellte Broadcasting-Funktion kommt wieder. Ob das für Nutzer/innen eine gute Botschaft ist muss abgewartet werden. Immerhin hat Ärger mit Spam und Fake News dafür gesorgt, dass WhatsApp die professionelle Newsletter-Nutzung verboten hat. WhatsApp nutzt deshalb nun auch verschiedene Kontrollmechanismen, um Spam vorzubeugen. Also abwarten, denn Spam ist wie Wasser, das immer seinen Weg findet.

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Kommunikation: QR-Codes – Totgesagte leben wieder

QR-Codes wurden als Brückentechnologie zwischen physischem und digitalem Raum lange belächelt, viele kennen noch Scott Strattens berühmten Auftritt (Why QR Codes Kill Kittens). Die Situation hat sich durch die Pandemie rasant verändert: „Vor 2019 haben nur neun Prozent der Deutschen überhaupt schon einmal einen QR-Code gescannt. Das änderte sich durch Corona radikal: Im September 2020 gaben 72 Prozent in einer Umfrage an, im vergangenen Monat einen QR-Code genutzt zu haben.“ Einige Gedanken dazu hat Kollege Klaus Eck auf LinkedIn verfasst.

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Hack: Projektmanagement - Übersicht (kostenloser) Kanban-Tools

Häufig herrscht in Teams Unklarheit darüber, wer gerade welche Aufgabe bearbeitet und was überhaupt anliegt. Das führt dazu, dass der aktuelle Projektstatus ständig erfragt werden muss und im schlimmsten Fall sogar Aufgaben doppelt ausgeführt werden. Mit Kanban-Boards können Sie diese Probleme unkompliziert aus der Welt schaffen, Zeit sparen und für mehr Produktivität sorgen. Hubspot hat jetzt eine Übersicht von 7 kostenlosen Kanban-Tools zusammengestellt.

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Hack: E-Mail-Overflow mit der Stapel-Methode in den Griff kriegen

Zum einen ist die gute alte E-Mail immer noch (digitales) Kommunikationsmittel Nummer Eins. Zum anderen aber ertrinken viele von uns regelrecht in der Flut an Nachrichten. Bisher scheinen alle Methoden oder Alternativen (Slack ist ja einst als E-Mail-Killer angetreten) aber nicht zu wirklich zu greifen. Jetzt hat der Double-Gemini-Chef Prasanth Nair eine Methode entwickelt, mit der sich die Produktivität im Büro angeblich signifikant steigern lässt: die Stapel-Methode. Kurz gesagt ist das ein gestaffelter Prozess, in dem man E-Mails erst sortiert und danach bearbeitet, jeweils in Zeitblöcken von 20 Minuten. Ob es hilft? Nair behauptet jedenfalls, dass Arbeitnehmende durch die Stapel-Methode im Jahr bis zu 250 Arbeitsstunden sparen. Mal ausprobieren?

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Kolumne Saim Rolf Alkan