#7-8/ 2021
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Corporate Podcasts als Form der Unternehmenskommunikation?

Podcasts als erfolgreiches Marketing-Tool

Mehr als 10 Millionen der Deutschen hören Podcasts – die Themengebiete sind vielseitig und reichen von Unterhaltung bis zur Informationsbeschaffung. Doch nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen setzen zunehmend auf einen eigenen Podcast als Form der Unternehmenskommunikation. Ein Corporate Podcast, der sowohl Kunden als auch Mitarbeiter binden soll, mehr Einblicke ins Unternehmen verschafft und durch extra Inhalte eine neue Form des Marketings darstellt. Doch wie soll sich solch ein Corporate Podcast äußern, worauf müssen Unternehmen achten? Dominik Sedlmeier, CEO der Markenagentur El Clasico Media GmbH, ist Experte, wenn es um Markenstrategie, Public Relations und Marketing geht. Er weiß, wie Unternehmen Podcasts als erfolgreiches Tool nützen können und warum in einem Corporate Podcast viel Potenzial birgt.

Podcasts in Unternehmen?

Laut Sedlmeier sind hier unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten denkbar. Zum einen könnten diese in der unternehmensinternen Mitarbeiterweiterbildung eingesetzt werden, wobei sie sich für komplexe Inhalte wie Maschinenschulungen oder für Arbeitsvorgänge, welche hohe Konzentration erfordern, eher ungeeignet sind. Umso mehr können sie jedoch während Routinearbeiten oder längeren Dienstfahrten eingesetzt werden, um die entstehenden Zeitlücken besser zu nutzen und unterschwellig für einen nachhaltigen Wissenszuwachs zu sorgen. Ebenfalls denkbar ist, Podcasts als Werbemedium einzusetzen, was insbesondere bei fachlichen Beiträgen großes Potenzial verspricht.

Podcasts im Content-Portfolio

Am vielversprechendsten sind Podcasts jedoch insbesondere als Ergänzung der Medien- und Content-Strategie eines Unternehmens, um das digitale Content-Portfolio zu erweitern. Denn hier können sie genutzt werden, um zum einen neue Kunden zu generieren und Bestandskunden weiterhin zu binden. Hierbei sollte jedoch beachtet werden, dass man sich als Unternehmen ein klares Ziel setzen sollte, was man durch die Implementierung von Podcasts in der Medienstrategie erreichen möchte. Neukunden zu generieren wird zum Beispiel eher gelingen, wenn die Inhalte breit gefächert und weniger spezifisch sind. Solche unspezifischen Inhalte sind jedoch für die eigenen Bestandskunden eher uninteressant, weshalb hier deutlich tiefergreifende und spezifischere Inhalte gewählt werden sollten.  

Für welche Unternehmen lohnen sich Podcasts? 

Prinzipiell sind Podcasts in jeder Branche denkbar. Jedoch ist eine erfolgreiche Implementierung stark von der Kommunikationsreife des Unternehmens abhängig ist. Ein Unternehmen, welches also digital bisher nur wenig aufgestellt ist, sollte zunächst mit unternehmensspezifischen Texten oder Blogartikeln beginnen, bevor man sich entscheidet, mit Podcasts an die eigenen Kunden zu treten. Entscheidet sich das Unternehmen für einen eigenen Corporate Podcast, sollte dieser entweder genutzt werden, um die eigene Firmenidentität widerzuspiegeln oder zum Aufbau einer eigenen Marke. Im ersten Fall können beispielsweise verschiedene Sprecher, die dabei eher anonym bleiben, den Podcast fachkundig moderieren. Der Aufbau einer eigenen Marke kann hingegen gelingen, wenn auf einen einzigen Sprecher oder ein gemeinsames Sprecherteam gesetzt wird, das durch seine Authentizität für das Publikum einen hohen Wiedererkennungswert hat. Soll ein Podcast langfristig erfolgreich werden, dann ist die Auswahl der richtigen Sprecher einer der wichtigsten Punkte.

Worauf sollte bei der Implementierung geachtet werden?

Neben der Wahl eines geeigneten Sprechers sollte der neu aufgelegte Podcast zunächst mithilfe einer guten Vermarktungskampagne entsprechend beworben werden und alle vorhandenen Tools eingesetzt werden. Denn der beste Sprecher nützt nichts, wenn die Reichweite fehlt. Ebenfalls sollte auf die richtige Struktur der einzelnen Einheiten geachtet werden. Da Audioinhalte meistens linear kommuniziert werden, empfiehlt es sich, den Podcast in Kapitel zu untergliedern und diese geschichtenartig zu formulieren, wodurch sich die Inhalte strukturell besser integrieren und dem Publikum das Zuhören und Aufnehmen der Informationen erleichtern. Die eigentliche Länge des Podcasts ist deshalb auch nicht entscheidend, sondern vielmehr, dass die Informationen strukturell vollständig vermittelt werden.

Fazit

Insgesamt bieten Podcasts eine gute Ergänzung zu einem bereits vorhandenen und gut durchdachten Medienportfolio. Jedoch sollten sie nicht als einziges Contentmedium eingesetzt werden. Da vor allem ihre Produktion relativ unproblematisch ist und sie nach einer erfolgreichen Kampagne eine hohe und anhaltende Reichweite erzielen können, sind sie eine attraktive Option in einem bisher noch wenig ausgeschöpftem Marketingbereich. 




Der Autor

Dominik Sedlmeier ist CEO der Markenagentur El Clasico Media GmbH. Ein Netzwerk für Kommunikation und Markenentwicklung mit den Schwerpunkten Markenstrategie, Public Relations und Social Media. Als Interims Manager, unterstützte er zuvor diverse Unternehmen, wenn es darum ging den Vertrieb hochzufahren, Umsätze zu skalieren und eine Marke aufzubauen.