#7/ 2019
10/10

„vertrauen ist der treibstoff einer kundenbeziehung“

Am 14. Mai findet zum 11. Mal der Neuromarketing-Kongress in München unter dem Motto "TRUST! Wo Vertrauen entsteht und wie es wirkt" statt. Wir haben Bernd Werner, Vorstand für den Bereich Branding der Gruppe Nymphenburg, befragt, wie  (fehlendes) Vertrauen und Marketing zusammenhängen.   

Warum steht gerade 2019 das Thema "Vertrauen" auf der Agenda? Zuviel "Fake News" und Datenmissbrauch allerortens? 

Bei der Suche nach einem guten und spannenden Thema für den nächsten Neuromarketingkongress lassen wir uns immer auch davon inspirieren, was „gerade in der Luft liegt“. Und da sehen wir tatsächlich schwindendes Vertrauen in die Verlässlichkeit unseres Umfeldes als Megathema, sei es das Misstrauen in Politiker, in Produkte (Stichwort Diesel) oder auch fehlende Beständigkeit im persönlichen Umfeld oder im Job. Für jeden Marketer, der sich in seine Kunden hineinversetzt, ist diese Entwicklung von Bedeutung. Denn umso geringer das Vertrauen in das eigene Umfeld ist, umso stärker kann gefestigtes Vertrauen in eine Marke ein ausgleichender Faktor für die Gefühlslage des Kunden werden. Das Vertrauen des Kunden in eine Marke ist die „einzig wahre Währung“ und der „Treibstoff“ der lebendigen Kundenbeziehung und damit bares Geld wert!

Wie kommen "Vertrauen" und "Neuromarketing" zusammen? Sie sagen "Kundenvertrauen ist einer der elementarsten Bestandteile im Marketing" - ist Marketing nicht doch auch immer eine Art der Täuschung? 

 Wenn man es überspitzt formulieren möchte, könnte man sagen, dass jede Art der Kommunikation eine potentielle Manipulation ist. Neuromarketing hat die Bedeutung von Emotionen und den Umgang mit diesen in das „klassische“ Marketing gebracht. Heute weiß man, dass jede Entscheidung auf einer (meist unbewussten) emotionalen Bewertung beruht. Vereinfacht heißt das: Ohne Emotion keine Entscheidung. Und von unseren Entscheidungen fallen über 90% komplett unbewusst. Neuromarketing ist also prädestiniert, sich mit dem „emotionalen Konstrukt“ Vertrauen zu befassen. Auf dem Kongress werden wir uns dem Thema Vertrauen aus unterschiedlichen Perspektiven nähern: aus Sicht von Neurowissenschaftlern, Psychologen, Krisenforschern und erfahrenen Spezialisten aus der Marketing-Praxis.  

Abschließend eine Frage, die sich gerade viele Veranstalter gefallen lassen müssen: ist eine Konferenz in der digitalen "Content Snack"-Kultur noch zeitgemäß? 

Lassen Sie mich das mit Hilfe einer Analogie aus der Verlagswelt erklären: Es gibt auf dem Fachbuchmarkt seit Jahren ein wachsendes Angebot an eBooks, von denen wir einstmals dachten, dass sie die gedruckten Bücher bald ersetzen würden. Dies ist aber nicht der Fall – warum? Die Antwort ist, dass ein Medium im Print viel direkter und besser verarbeitet werden kann, als das in einem Online-Medium möglich ist – dies wurde durch eine Studie nachgewiesen. Übertragen auf unseren Kongress heißt das: Unsere Veranstaltung bietet ein Rundum-Gesamterlebnis, das nicht nur informiert, sondern auch inspiriert, neugierig macht, neue Perspektiven eröffnet und nicht zuletzt auch Gelegenheit für Networking unter Marketingentscheidern bietet. Welche Online-Plattform könnte da mithalten?

Das multisensuale Erleben auf einem Kongress ist viel intensiver und wird im Gehirn deutlich emotionaler verarbeitet. Man „erlebt“ den Tag im wahrsten Sinne des Wortes, trifft andere Menschen zum Austausch und zur Inspiration (Menschen sind soziale Wesen) und hat die Möglichkeit mit diesen und den Referenten zu interagieren. Dabei entstehen u.a. beim Netzwerken echte Beziehungen und keine rein virtuellen “Freundschaften“.

                                                

Der digital publishing report verlost zum Neuromarketing-Kongress in München am 11. Mai zwei Eintrittskarten unter unseren Lesern und Leserinnen. Einfach E-Mail an info@digital-publishing-report.de mit dem Betreff "Neuromarketing-Kongress" - fertig!