#7/ 2019
8/10

pinterest-marketing

6 tipps, mit denen sie durchstarten

Warum Pinterest?

Die organische Reichweite von Facebook ist eingebrochen. Das haben Sie sicherlich auch schon zu spüren bekommen. Bei anderen Netzwerken ist es in Sachen Sichtbarkeit kaum besser. Klar, Instagram läuft, aber auch da tummeln sich inzwischen viele Wettbewerber.

Was nur wenige Marketer wissen: Pinterest ist der wahre Traffic-Turbo. Und zwar aus drei Gründen:

  • Im Vergleich zu anderen Kanälen kennen viele Unternehmen Pinterest noch nicht.
  • Mit 34 Minuten ist die durchschnittliche Verweildauer aktiver Pinner hoch und die Absprungrate niedrig.
  • Pinterest funktioniert wie eine Suchmaschine. Ihre einmal angelegten Pins sind über Monate und Jahre auffindbar.

Richtig platziert hat jeder Pin das Potenzial, tausende Menschen aus Ihrer Zielgruppe regelmäßig auf Ihre Website, Ihren Blog, Ihren Online Shop usw. zu ziehen. Wie Sie konkret dabei vorgehen, verrate ich in den Tipps weiter unten.

Für welche Unternehmen ist Pinterest-Marketing sinnvoll?

Mit Pinterest haben Sie die Chance, Traffic abzustauben und Kunden zu gewinnen. Die folgenden Zahlen zeigen, warum Pinterest sich lohnt:

Tendenziell eignet Pinterest sich eher für B2C-Marketing, da sich dort viele Nutzer privat aufhalten. Doch auch B2B-Unternehmen können punkten, zum Beispiel mit Showcases.

Pinterest sollte allerdings nur als ein Baustein einer ganzheitlichen Marketing-Strategie verstanden werden. Wenn Sie also bei der strategischen Planung feststellen, dass Ihre Zielgruppe sich nicht oder kaum bei Pinterest aufhält, dann investieren Sie Ihre Energie und Ihr Budget lieber woanders.

So viel zur Theorie rund um den Traffic-Turbo Pinterest. Aber wie steigen Sie dort ein?

Pinterest Marketing: Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Business-Account anlegen

Gehen Sie zu Pinterest Business und legen Sie einen Unternehmensaccount an. Geben Sie hierbei alle wichtigen Informationen wie Kurzinfo, Impressum, Ort etc. an. Denken Sie auch daran, Ihren Account zu verifizieren. Wie das geht, erfahren Sie bei Pinterest Help. 

Tipp: Verknüpfen Sie Ihren Instagram-Account mit Pinterest, um Ihre Bilder von Instagram auch zu pinnen. Wie Sie das anstellen, erfahren Sie in dieser Anleitung.

2. Geheime Boards anlegen

Stellen Sie sich jedes Board wie einen Ordner für genau ein Thema vor. Also: Steuern, Datenschutzgrundverordnung, das Verhalten von Fröschen während der Dämmerung … ok, es dürfen schon interessantere Themen sein. Und vor allem solche, die zu Ihrer Zielgruppe passen.

 

Warum geheim? Weil Ihr Pinterest-Profil am Anfang noch ziemlich nackig aussieht. Damit sich das ändert, legen Sie erst einmal geheime und für die Community unsichtbare Boards an, auf denen Sie in aller Ruhe Pins sammeln. Wenn Sie mindestens sieben Pins auf einem Board gesammelt haben, können Sie dieses öffentlich machen.

Und wie benennen Sie die Boards nun konkret? Dazu zwei Beispiele.

Boards für einen Automobilhersteller:

  • Cabrios
  • Neue Modelle
  • Events
  • Autorennen

Boards für einen Designer:

  • Marketing & Konzeption
  • Social Media Trends
  • Logos
  • Pitchdeck

Tipp: Achten Sie darauf, dass Ihre Boards eindeutig und treffsicher benannt sind. So erkennen Nutzer sofort, womit sich Ihre Boards inhaltlich beschäftigen.

Nehmen Sie sich ruhig Zeit, um bei anderen Nutzern und Wettbewerbern zu schauen, wie die ihre Boards benennen. So entwickeln Sie ein Gefühl dafür. Denken Sie auch daran, eine Kurzbeschreibung für jedes Ihrer Boards zu verfassen. So wissen die User noch genauer, zu welchen Themen Sie Pins sammeln.

So, jetzt waren wir aber lange genug an diesem Boxenstopp beschäftigt. Nächstes Zwischenziel: Schritt 3!

3. Eigene Pins erstellen

Damit Sie bei Pinterest die PS auch auf die Straße kriegen, wie es so schön abgedroschen heißt, brauchen Sie entsprechende Rennschlitten. Das sind Ihre Pins. Sie müssen kein Designer oder Ingenieur sein, um schnieke Pins zu entwerfen. Nutzen Sie Tools wie Canva, dort gibt es nämlich schon Vorlagen, an denen Sie nach Belieben herumbasteln können.

Eines sollten Sie aber unbedingt erledigen, bevor Sie bei Canva aktiv werden: Schalten Sie Rich Pins frei. Rich Pins liefern wertvolle zusätzliche Informationen für Nutzer. Im obigen Beispiel sehen Sie einen sogenannten Artikel-Pin. Anders als bei normalen Pins findet sich dort der Autorenname und eine Kurzbeschreibung des Artikels sowie das Veröffentlichungsdatum.

Leider gibt es von Pinterest bisher nur englischsprachige Anleitungen für die Einrichtung von Rich Pins. Zum Glück zeigt Caroline Preuss aber in ihrer Anleitung auf Deutsch, wie das ganz einfach geht.

4. Pinnen, pinnen, pinnen

Das machen Sie bitte täglich nach folgender Formel:

  • 1 eigener Pin
  • 4 fremde Pins

Warum zuerst den eigenen Pin? Weil der Algorithmus von Pinterest denjenigen Pin am höchsten gewichtet, den Sie zuerst pinnen. Und zwar jeden Tag aufs Neue. Da wäre es doch schlau, als erster in die Ziellinie zu fahren, oder?

Fremde Pins sollten Sie ebenfalls kontinuierlich pinnen. Einfach, weil man das so in einem kollegialen Umfeld macht und Sie dadurch Interaktion signalisieren. Der Algorithmus von Pinterest belohnt Aktivität, was wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Nutzer auf Ihre Pins aufmerksam werden.

Selbstverständlich können Sie auch mehr pinnen! Denken Sie dabei an das Verhältnis 1:4. Wenn Sie am Tag also 20 eigene Pins pinnen, dann sollten im Verhältnis dazu 80 fremde Pins stehen.

5. Die Regelmäßigkeit entscheidet

Ihr Business-Account bei Pinterest muss gewartet werden, damit Ihre Rennwagen nicht auf halber Strecke liegenbleiben. Schauen Sie also regelmäßig vorbei und pinnen Sie am besten täglich. Sie können das Ganze auch automatisieren und planen, zum Beispiel mit dem kostenpflichtigen Tool Tailwind.

Davon würde ich aber speziell am Anfang abraten. Denn die Gefahr ist groß, beim Anlegen des Veröffentlichungsplans fremde Pins zu erwischen, die zu dubiosen Inhalten oder in 404-Sackgassen führen. Der User hat davon dann mal gar nichts und Sie als Weiterpinner den schlechten Ruf.

Ja, es macht Arbeit, die Verlinkung hinter jedem fremden Pin zu prüfen, doch mit einer intensiven Sichtung sorgen Sie dafür, dass Sie nur Hilfreiches für die Nutzer pinnen, die Ihr Profil besuchen. Und dieser Qualitätsfilter geht nur manuell, weshalb ich mich jeden Tag händisch in meine Accounts einlogge und fremde Pins genau unter die Lupe nehme, bevor ich sie repinne. Damit will ich Tools wie Tailwind nicht schlechtreden. Sie sollten Sie nur mit Bedacht einsetzen.

6. Gruppenboards beitreten

Gruppenboards sind sowas wie der Nürburgring für Marketer. Dort geht die richtige Action ab, die Augen der Mitglieder sind auf Sie und Ihre Pins gerichtet. Weil sich auf diesen Boards Menschen zu spezifischen Themen zusammenfinden und gespannt verfolgen, welche Rennwagen bzw. Pins als nächste um die Ecke kommen.

Machen Sie daher die passenden Gruppenboards für Ihre Themen ausfindig und bitten Sie bei den Administratoren höflich darum, aufgenommen zu werden. Eine gute Übersicht der Gruppenboards finden Sie bei Meergedanken.

Auf geht’s mit Pinterest

Sie haben alle Etappen auf dem Weg zum Traffic-Ziel gemeistert? Glückwunsch! Jetzt gilt es, dranzubleiben. Pinterest-Marketing ist kein einmaliges Rennen, sondern eher ein Road Trip. 


Benjamin Brückner ist Autor, Blogger und Gründer der Online-Plattform Freelance Start (https://freelance-start.de/). Nach mehrjährigen Tätigkeiten in Hörfunk- und Fernsehredaktionen wie ARD und MDR veröffentlichte er drei Bücher und arbeitet u. a. als Redakteur für die Plattform fuer-gruender.de.


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