#7 / 2018
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© Web Summit, flickr, CC BY 2.0

Ein paar Worte zum Geleit

Als wir diese Ausgabe vor sechs bis acht Wochen geplant haben, war das Thema Datenschutz zwar wichtig – nicht zuletzt ob der im Mai 2018 einzuführenden Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) –, dominierte aber nicht die Schlagzeilen der Medien weltweit. Die Firma Cambridge Analytica war bestensfalls Marketing-Insidern vertraut (ich selbst habe erst in dem Interview mit Hans-Georg Häusel zum Thema Neuromarketing im dpr 5/2018 von ihr erfahren). 

Doch inzwischen hat der Skandal um unerlaubte Wahlwerbung für Donald Trump den wichtigsten Internetkonzern in den Grundfesten erschüttert – in der ersten Woche nach Bekanntwerden des Skandals hat Facebook sage und schreibe 75 Milliarden Dollar Börsenwert verloren, Gründer Mark Zuckerberg verbeugte sich spät, aber tief vor den Nutzern der Plattform. Die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica (das Foto zeigt den geschassten CEO Alexander Nix) steht ebenfalls unter Beschuss, Londoner Büros wurden durchsucht – weil CA vielleicht sogar die Brexit-Abstimmung manipuliert hat. Und das Thema Datenschutz steht medial ganz oben auf der Agenda.

Vor diesem Hintergrund passen die Schwerpunktartikel dieser Ausgabe – eher zufällig – zu den großen Schlagzeilen: Lars Jäger stellt sich, noch vor dem Facebook-Skandal, die Frage, ob wir endgültig die Macht über unsere Daten verlieren. Und Konrad Lischka, der sich bei der Bertelsmann Stiftung mit der Ethik der Algorithmen beschäftigt, analysiert neben den Chancen auch die Risiken algorithmischer Verfahren: bei Bonitätsprüfungen, Job-Bewerbungen und der Suche nach Verbrechern.

Das Thema Datenschutz spielt auch in der kommenden dpr-Ausgabe 8 (erscheint am 20. April) eine große Rolle. Da beschäftigen wir uns mit der neuen DSGVO und der ePrivacy-Richtlinie. Ob Facebook bis dahin noch immer taumelt – oder sogar kippt? Unabhängig vom Schicksal Facebooks wird es in den kommenden Monaten darauf ankommen, sinnvolle Methoden der Regulierung solcher XXXL-Plattformen zu finden. Das ist freilich leichter gesagt als getan, denn zu befürchten ist, dass die falschen regulatorischen Maßnahmen am Ende in der digitalen Gesellschaft und Wirtschaft, auch in den Medien, mehr kaputt machen als schützen. Konkrete Methoden der Regulierung sind rar. Wie hat es Sascha Lobo im Juni 2017 auf SpOn formuliert? „Keine Frage: Wir brauchen ein Gesetz, das Facebook an seine gesellschaftliche Verantwortung erinnert. Nur, wie das sinnvollerweise aussehen sollte, weiß bisher niemand.“

Eine inspirierende Lektüre wünscht

Daniel Lenz