Steffen Meier
Ein paar Worte zum Geleit
„Wirklich immer spannend, Ihr Magazin. Ich ziehe auch ab und an Anregungen daraus, vieles bleibt aber einfach an einem vollgepackten Arbeitstag liegen.“ Das schrieb mir vor kurzem eine Leserin – und ich wollte schon zurückschreiben: „Willkommen im Club!“ Ich denke, auch vielen von Ihnen geht es so: eine gefühlt immer schnellere Veränderungsgeschwindigkeit, neue Produkte, Tools und Geschäftsmodelle, die man sich dringend anschauen sollte, es prasselt per Newsletter, LinkedIn (XING scheint ja inzwischen endgültig tot zu sein) und Web auf einen ein – und dann liegen da noch drölfzig unbeantwortete E-Mails im Posteingang, die irgendetwas zwischen „Dringend!“ und „Sehr dringend!“ rufen. So manch Branchenkollege und -kollegin hat mir im Nachhinein vertraulich gestanden, er oder sie sei ganz froh und erleichtert, wenn mal ein Trend vorübergehend gegen die Wand knallt und Ruhe sei. Zuletzt geschehen bei Clubhouse. Was im Übrigen gar nicht stimmt, Social Audio insgesamt hat keineswegs an Geschwindigkeit verloren. Aber das ist ein anderes Thema.
Leider sind auch die guten alten Zeiten vorbei, in denen man entweder Generalist:in oder Spezialist:in war – und alles war gut: Die einen hielten sich auf möglichst hoher Flughöhe und hielten sich von operativen Wissensniederungen so fern als möglich, die anderen mussten sich in ihrem engen Arbeitsquadrat auf dem Laufenden halten und mit einem alljährlichen Funktionsupdate ihrer Arbeitssoftware herumschlagen. Für Letzteres boxte man bei der jeweiligen Führungskraft ein jährliches Seminar durch – und alles war gut.
Bevor wir hier jetzt kollektiv einen „Früher war alles besser“-Stoßseufzer ausstoßen (jeder Historiker und Mediziner wird Ihnen bestätigen: war es definitiv nicht) stellen wir uns lieber der hochgradig vernetzten und hochdynamischen Realität und dem Phänomen der Innovation im laufenden Betrieb.
Punkt 1: Das alles wird nicht mehr weggehen. Punkt 2: Viele Veränderungen haben Auswirkungen auf Ihr eigenes zukünftiges Tun und Arbeiten. Information fällt also unter Selbstverteidigung. Punkt 3: „Wissen heißt wissen, wo es geschrieben steht“, sagte einst Albert Einstein. Also lesen Sie regelmäßig den DIGITAL PUBLISHING REPORT und besuchen Sie unsere Webinare und Digitalevents. Punkt 4: Gut, Sie arbeiten vielleicht nicht bei Google – wobei auch deren 20 %-Zeitregelung („We encourage our employees, in addition to their regular projects, to spend 20 % of their time working on what they think will most benefit Google“) niemals flächendeckend galt – aber versuchen Sie Innovations- oder Fortbildungsfreiräume zu schaffen. Punkt 5: Orientieren Sie sich an Gartners Hype Cycle. Entwicklungen, die dort formuliert sind, im Auge behalten – sobald diese auf dem „Plateau der Produktivität“ sind und Ihr Business betreffen, sollten Sie schleunigst aktiv werden.
Und auch wir beim DIGITAL PUBLISHING REPORT werden in Zukunft weiter bemüht sein, Ihnen zu Ihrem eigenen Besten die Zeit zu stehlen!
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre,
Steffen Meier
Herausgeber
DIGITAL PUBLISHING REPORT