#5/ 2021
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Innovation braucht keine Abteilung

Stattdessen brauchen wir ein grundlegendes Managementverständnis, das auf Risikobewältigung und Exploration setzt.

Irgendwann früher oder später geht ihnen die Puste aus: Und zwar all jenen Unternehmen, die lediglich eine Innovationsabteilung etablieren und glauben, damit sei das Thema erledigt. Alle jenen, die ihren Mitarbeiter*innen keine Kultur an die Hand geben, um Fortschritt in das gesamte Unternehmen zu tragen. Denn aus meiner Sicht blockiert uns eine Innovationsabteilung in Unternehmen, die keine Innovationsstrategie haben, da Realität und Zukunft oftmals zu weit vom eigentlichen Use Case im Tagesgeschäft entfernt sind. Doch wie geht es besser? 

Ich glaube, dass wir Innovationsprojekte mit business-relevanten Themen koppeln müssen. Damit rücken diese Fragen ins Zentrum: Wie schafft Innovation einen Mehrwert für meine potenziellen Kunden? Und wie kann das Unternehmen einen Anteil an diesem Mehrwert gewinnen? 

Zwei Konstellationen, die je nach Geschäftsmodell neben einer Innovationsabteilung Innovation und Kreativität fördern können, sind beispielsweise Spin-Offs oder die gezielte Förderung von Start-Up-Ökosystemen über Corporate Venture Capital. Denn am Ende kommt es auf die Innovationsstrategie an, welche Teil der Gesamtstrategie ist. Und nicht bloß auf eine einzelne Abteilung. 

Allerdings hilft auch die beste Strategie nichts, wenn es dafür keine Akzeptanz im Unternehmen gibt. Ohne Fehler- und Lernkultur und eine effiziente Zusammenarbeit, in der Verantwortung wahrgenommen wird, entstehen keine Innovationen. 

Eine solche Kultur ist allerdings nicht für jede*n Mitarbeiter*in gemacht oder geeignet. Denn sie setzt bestimmte Skills, ein entsprechendes Mindset und viel Mut voraus. Doch ich bin fest davon überzeugt, dass Führungskräfte, die etwas verändern und bewegen wollen, ihren Mitarbeiter*innen zumindest die Möglichkeit geben sollten, dieses auch zu tun. 


Der Autor

Saim Alkan ist Gründer und CEO von AX Semantics. Der Wirtschaftsingenieur und KI-Experte erkannte früh die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz zur automatisierten Texterstellung in den Bereichen E-Commerce und Verlagswesen.