#4/ 2019
6/11

„die generationen y und z sind nicht einfach zufriedenzustellen“

der matthaes verlag und sein Portal „onepot“

onepot“, ein Portal der AHGZ (Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung, die im Stuttgarter Matthaes Verlag erscheint), ist im Oktober letzten Jahres als „die neue Internet-Plattform für Gastronomen im Alter zwischen 16 und 35 Jahren“ gestartet. Neben Videoclips bietet das Portal Artikel und Fotostrecken, die speziell auf die nächste Gastro-Generation zugeschnitten sind. Alessa Füller, Projektleiterin von „onepot“, hat hierzu einige Fragen beantwortet.

Die Probleme der gastronomischen Betriebe, sowohl Auszubildende als auch Mitarbeiter zu finden, sind inzwischen hinreichend bekannt. „onepot“ bezeichnet sich selbst als „Das neue Portal für junge Gastronomen“ – stemmt man sich hier dem Trend bewusst entgegen? 

Ja, so könnte man es beschreiben. Wir möchten bei onepot über alles berichten, was junge, im Gastgewerbe tätige Menschen bewegt. Mit spannenden Konzepten, kreativen Köpfen und bunten Geschichten versuchen wir, besonders die guten Seiten der Gastronomie zu zeigen. Ein Kontrastprogramm zum allzu oft präsentierten Negativ-Image einer stressigen, schlecht bezahlten und undankbaren Branche. Es hat sich viel getan in den letzten Jahren. Man muss nach wie vor eine Leidenschaft dafür in sich tragen und viel geben, aber dafür bekommt man auch viel zurück. Und genau diese positiven Gesichter, Geschichten und Konzepte zeigen wir bei uns.

Und erreicht man „die Jungen“ nur noch mit Infotainment?

Jein. Ich glaube schon, dass die Generationen Y und Z nicht so einfach zufriedenzustellen sind, dass alles schnelllebiger verläuft als früher und dass man relativ viel bieten muss als Unternehmen, als Produkt, um aus der Masse hervorzustechen. Aber nicht nur das. Ein Besinnen auf Dinge, die zum Beispiel entschleunigen, ist entscheidend: Bücher sind wichtig und nach wie vor gefragt. Das haben uns speziell auf die Gastro-Branche schon einige Köche zurückgespiegelt. Neben Videos sind beispielsweise Bücher eine genauso bedeutende Inspirations- und Informationsquelle.

Was ist die strategische Überlegung für die AHGZ bzw. den Deutschen Fachverlag? Neue Leserschichten bzw. die Generierung junger Leserschichten?

Verlage haben es heutzutage nicht einfach. Viele Mitbewerber, eine schnelllebige Zeit – und vieles gibt es frei verfügbar im Internet. Es wird also immer wichtiger, eine große und auch stabile Leserschaft zu erreichen. Und auch junge Menschen konsumieren redaktionelle Beiträge. Man muss sie eben nur entsprechend ansprechen.

Warum eigentlich gerade der Name „onepot“?

Inspiration, Information und Unterhaltung aus einem Topf. Wir wollen auf dieser Plattform die bunte Vielseitigkeit der Gastronomie zeigen. Das soll der Name onepot suggerieren.

Und wer sind die Macherinnen und Macher von „onepot“?

Alle Teammitglieder sind Mitarbeiter des Matthaes Verlags. Wir sind alle zwischen 22 und 38 Jahre alt und somit in der Altersrange der angestrebten Zielgruppe. Wir kommen innerhalb des Verlags alle aus unterschiedlichen Bereichen, von der Redaktion bis zur digitalen Abteilung, so sind verschiedene Kompetenzen sowie Interessen und ein breit gefächerter Input gebündelt.

Ein junges Team scheint ja prädestiniert für entsprechende redaktionelle Aufbereitung, viele Videos, viel persönlich gehaltene Artikel – bis hin zur Bewertung von Klo-Designs. Abläufe, Prozesse, Abstimmung, Finanzierung – wie arbeitet die Redaktion denn?

Das ist schwer in wenigen Worten zusammenzufassen. Im Prinzip ist es so, dass jeder von uns für einen anderen Bereich bei onepot den Hut aufhat: Social Media, Artikel, Videos etc. Am aufwendigsten sind natürlich die Videos. Hier muss im ersten Schritt eine Anfrage und Abstimmung mit der entsprechenden Location stattfinden, der Videodreh an sich nimmt natürlich auch einige Zeit in Anspruch und im Anschluss muss alles noch passend geschnitten werden. Dies machen wir zusammen mit der Stuttgarter Videoagentur „khochdrei“. Ein Redaktionsplan und bestimmte Strukturen und festgelegte Abläufe sind natürlich Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf. Und wir setzten uns in (Brainstorming-)Terminen oft zusammen und sprechen über mögliche Ideen bzw. Weiterentwicklungen, vor allem beruhend auf den Rückmeldungen und Anregungen aus der Zielgruppe.

Bezüglich der Finanzierung sind wir immer auf der Suche nach passenden Partnern aus Industrie und auch aus dem Arbeitgeberbereich (siehe Employer Branding Videos bei onepot). Das Tolle ist, dass wir viele Möglichkeiten haben, gerade im Videobereich, die Partner einzubeziehen. Zudem erreichen wir eine junge Zielgruppe, an der auch viele Unternehmen interessiert sind.

Wie geht es weiter mit „onepot“?

Wir werden weiterhin die vorhandenen Formate weiterentwickeln und ausbauen, basierend auf dem Feedback, das wir von unseren Usern erhalten. Wir wollen das verlagsgegebene Netzwerk in die Gastronomie noch stärker nutzen und erweitern. Natürlich ist es auch unser Ziel die Userzahl auszubauen.

Auf die Zukunft bezogen haben wir spannende Ideen für weitere Formate – aber alles Schritt für Schritt.