#3/ 2019
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rechtslage im e-mail-marketing

die grundlagen

Welche juristischen Aspekte müssen im E-Mail-Marketing berücksichtigt werden, um Abmahnungen zu vermeiden? In der nachfolgenden Checkliste werden die wichtigsten Grundlagen zur Rechtslage komprimiert aufgeführt.

Checkliste: Rechtliche Aspekte im E-Mail-Marketing

  • Grundsätzlich muss eine eindeutige Einwilligung (das sogenannte Opt-in) des Empfängers für die Verarbeitung und Nutzung der personenbezogenen Daten vorliegen.
  • Dieses Opt-in kann beispielsweise über den Internetauftritt oder im Rahmen eines Vertriebsgesprächs eingeholt werden. Die Einverständniserklärung jedes einzelnen Empfängers muss vollständig dokumentiert werden. 
  • Dabei sollte das so genannte Double Opt-in-Prinzip zum Einsatz kommen: Die Anmeldung wird von dem Empfänger mit einem Klick auf den entsprechenden Link in der Opt-in-Mail verifiziert. Nur auf diesem Weg kann rechtssicher verhindert werden, dass E-Mail-Adressen von Personen in den Verteiler gelangen, von denen kein Opt-in vorliegt.
  • Jede Marketing E-Mail muss den Empfänger über das Widerrufsrechtinformieren und eine Abbestellmöglichkeit enthalten. Hierfür bietet sich die Integration eines Abmeldelinks am Ende der E-Mail („Footer“) an. Für die Möglichkeit des Widerrufs muss zudem eine gültige E-Mail-Adresse angegeben werden.
  • Im Zuge der Anmeldung zum Newsletter muss der (künftige) Empfänger ebenfalls auf das Widerrufsrecht hingewiesen werden. Darüber hinaus müssen Erläuterungen zum Datenschutz, der Verwendung der personenbezogenen Daten sowie eine Verlinkung der Datenschutzrichtlinie innerhalb des Anmeldeformulars vorhanden sein. Es empfiehlt sich, sämtliche Anmeldeformulare von einem Rechtsanwalt oder von einem Datenschutzbeauftragten prüfen zu lassen.
  • Bei der Erhebung und Nutzung von personenbezogenen Daten gilt der Grundsatz der Datensparsamkeit: Es sollen so wenig personenbezogene Daten wie möglich erhoben, verarbeitet oder genutzt werden. 
  • Jede Marketing E-Mail muss ein vollständiges Impressum mit sämtlichen Pflichtangaben, wie etwa Unternehmensname, Rechtsform, Vertretungsberechtigter etc. enthalten. 

Weitere Informationen zur Rechtslage im E-Mail-Marketing, insbesondere mit Blick auf die DSGVO, finden Sie in unserem Interview mit dem Rechtsanwalt Dr. Martin Schirmbacher: Auswirkungen der DSGVO auf das E-Mail-Marketing

Die oben aufgeführten Aspekte erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine juristische Beratung dar.

Nico Zorn ist Mitgründer und Partner bei saphiron digital strategy consultants (www.saphiron.de). Zorn ist seit 1999 in der digitalen Wirtschaft tätig und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den Themen E-Mail-Marketing und Conversion-Rate-Optimierung. Zorn ist als Referent, Lehrbeauftragter, Keynote-Speaker und Autor aktiv. Seit 2003 veröffentlicht er den Branchendienst EmailMarketingBlog.de.