#3/ 2019
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die fünf wichtigsten social-media-marketing-trends 2019

Zum Jahresende 2019 hat sich Florian Hieß vom Wiener Unternehmen Swat.io in der Online-Kommunikationsbranche umgehört und nach den Social-Media-Trends für 2019 gefragt. 35 Expertinnen und Experten sind seinem Aufruf gefolgt und haben ihre Prognosen abgegeben. Das Ergebnis ist eine Bestandsaufnahme aktueller Entwicklungen mit vielen Übereinstimmungen. Hier sind die Top-5-Trends, die sich aus der Befragung ablesen lassen, sowie Gründe dafür, warum Community ManagerInnen und Online-Marketing-Verantwortliche in diesem Jahr diese Trends besonders berücksichtigen sollten:

 
Trend #1: Stories

Stories erobern die Welt, und laut Florian Litterst von der Digitalagentur Burda Direct interactive GmbH wird „der Shift des Nutzerverhalten von Feeds zu Stories entlang aller Plattformen“ auch in diesem Jahr weitergehen.

Social Brand & Creative Strategist Alice Katter sieht den Grund für die Beliebtheit des Formats darin, dass Stories „echt, unmittelbar und persönlich“ seien. Sie hätten deshalb das Potenzial, dem klassischen News-Feed den Rang abzulaufen. Für Marken öffnen sie laut Katter die Tür, um „mehr menschliche Geschichten zu erzählen, mit Formaten, die Nischen aktivieren und Vertrauen aufbauen.“ 

Dass dieses Format unweigerlich weiter in den Fokus der Nutzung rücken wird, erwartet auch Digital- und Facebook-Marketing-Berater Thomas Hutter. „Marketer sind gut bedient, sich 2019 intensiv mit Stories zu beschäftigen.“ Das betrifft auch die Planung von Anzeigen, ergänzt Florian Litterst. Denn Story Ads im Hochkant-Smartphone-Format seien aufwendiger als klassische Feed-Anzeigen. 

Trend #2: Messenger Marketing

Neben Stories wird das Thema „Messenger-Marketing“ von den Befragten als einer der Treiber 2019 gesehen. Nach seinem Messenger und WhatsApp möchte Facebook Instagram als dritten Messenger-Kanal stärken, ist sich Social Media Consultant und AFBMC Speaker Jan Firsching sicher. „Die technologischen Voraussetzungen dafür sind vorhanden und jetzt gilt es, diese in die eigenen Kanäle und Prozesse zu integrieren.“ Dabei bezieht sich Firsching unter anderem auf die Verknüpfung von Customer Service, Content Distribution und Kundenbindung über Messaging Apps.

Eine Explosion an automatisierter Kundenkommunikation prognostiziert Karim Patrick Bannour, Social Media Experte und Geschäftsführer u.a. bei www.viermalvier.at. Vor allem plattformübergreifende Chatbots fände er spannend: „Ich starte die Kommunikation über den Facebook Messenger, setze Tage später auf der Website den Chat fort und schreibe über WhatsApp dann nach Monaten eine Supportfrage – und jedes Mal identifiziert mich der Bot, weiß alles über mich und kann mir somit sofort weiterhelfen.“


Kommunikations- und Strategieberaterin Dr. Kerstin Hoffmann versteht Messenger-Marketing nicht nur als Automatisierung der Kommunikation. „Speziell Direktnachrichten gewinnen weiter an Bedeutung. Selbstorganisierte Mikronetzwerke in Messengern sind für viele Menschen wichtiger als die großen Timelines. Menschen suchen sich immer sorgfältiger aus, welche Neuigkeiten sie von wem sehen und wo.“

Curt Simon Harlinghausen, Global Client Partner bei Publicis.Sapient, argumentiert ähnlich. Er ist der Meinung, dass Messenger „den Nutzern eine Selbstbestimmtheit über Konversationen geben“ werde, zugleich aber die Gefahr groß sei, dass die aktuell gefühlte Privatsphäre verloren gehen und sich NutzerInnen umorientieren.

Trend #3: Live Content

Daniel Friesenecker, Online Marketing Berater & Inhaber und Podcaster bei The Angry Teddy, glaubt ebenfalls an ein Ansteigen der Livestreams und wünscht sich, dass „damit hoffentlich auch ein paar neue Format-Ideen einhergehen und dafür sorgen, dass die Verweildauer in verschiedenen Networks steigt.“

 

Warum Unternehmen Live-Content vor allem auf Facebook und Instagram nutzen sollten, erklärt Katharina Ratzberger, Leitung Content Marketing bei Pulpmedia: „Die Interaktivität, die dadurch möglich wird, macht Live-Videos zu einem Key-Element in Sachen Brand-Follower-Relationship“.

Genau deswegen rät Online-Marketing-Expertin Sandra Holze allen Kommunikationsverantwortlichen: „Videos, Livevideos und Stories sollten unbedingt Teil der Social-Media-Strategie sein“.

Trend #4: Professionalisierung 

Online- und Social Media Marketing-Berater Felix Beilharz ist sich sicher, dass sich die Social Media Marketing-Branche weiter professionalisieren wird - zum Teil auf Grund der Gegebenheiten: „In den letzten Jahren hat sich immer stärker gezeigt, dass die Zeiten von Gratis-Reichweite und planlosen Facebook-Gewinnspielen vorbei sind (oder schnell dem Ende zugehen). Unternehmen müssen daher verstärkt auf bezahlte Reichweite und kreative, ausgefallene Strategien setzen, um eine ordentliche Reichweite und Wirkung zu erzielen.“ 

Ausschlaggebend für die Professionalisierung wird für Falk Hedemann vom UPLOAD-Magazin letztlich der Kostenfaktor sein: „Was bringt uns den gesetzten Zielen wirklich näher (wenn schon klar ist, was die Ziele sind) und was verursacht lediglich Kosten?“

Trend #5: Mehr Fokus auf Kennzahlen

Im Kontext der Professionalisierung gibt es unter den befragten Expertinnen und Experten, aber auch bei Firmen selbst eine wahrnehmbare Forderung nach einer besseren Messbarkeit aller Social-Media-Aktivitäten. Thomas Meyer, Social Media Stratege bei Toman+Meyer, ist überzeugt: „Die Schnittstelle „Social Media“ und „Betriebswirtschaftslehre“ wird auch im kleinen und mittelständischen Bereich wichtig und Forderungen nach Kennzahlen wie CAC, ROI oder CLV werden auf den Tischen der Social Media ManagerInnen landen.“

Für den Berater und ehemaligen „Head of Online-Marketing“ beim t3n Magazin Lars Budde braucht es dazu aber mehr Einigkeit in der Branche: „Auf Konferenzen hat man oft den Eindruck, es gäbe zwei Social-Media-Lager: die Community- und die Performance-Fraktion. Überspitzt formuliert schauen die einen auf Inhalte und Interaktionen und die anderen auf Kosten und Umsatz. Sie könnten beide voneinander lernen, tun es aber nicht. Denn solange ihre Ergebnisse mit unterschiedlichen Kennzahlen gemessen werden, unterscheidet sich auch die Herangehensweise.“ 

Was sonst noch auf uns zukommt

Neben Stories, Messenger-Marketing, Live-Videos und einer gesteigerten Messbarkeit und Professionalität in Sachen Social Media sind es Themen wie „Paid Media“, „Gesprochene Inhalte“ bzw. „Voice Commerce“ und „Community Building“ sowie die Konsolidierung der Branche und der Wunsch nach mehr Glaubwürdigkeit, die von den Interviewpartnerinnen und -partnern als weitere wichtige Trends für 2019 genannt wurden.


Florian Hieß ist leidenschaftlicher Online Marketer und beschäftigt sich seit mehr als 10 Jahren mit Search Marketing und Online Marketing Strategien. Als Head of Online Marketing verantwortet er die Marketing Aktivitäten für Swat.io. Das Social Media Management Tool für Teams unterstützt Unternehmen dabei ihr Content & Community Management und ihren Customer Support auf Facebook, Twitter, Instagram, und anderen Social Media effizient umzusetzen. In seiner Freizeit berät er kleine und mittelständische Unternehmen als freier Berater im Online Marketing und setzt eigene Projekte, wie das Portal digitalmarketing.at um.