#25/ 2019
3/10

ein paar worte zum geleit

In der Digitalwelt gibt es immer wieder erstaunliche Entwicklungen. Seit Jahren schwillt der Chor derjenigen an, die von ihrem dauervollen E-Mail-Postfach genervt sind. Entsprechend boomen Kommunikations-Services wie Slack, mit denen die E-Mail-Flut reduziert wird. Die einen sehr viel effizienteren Dialog ermöglichen, bei denen die Partner die Übersicht – und idealerweise auch die Lust am Austausch – behalten.

Und doch ist die gute, alte Mail – erstmals 1971 (!) verschickt - nicht totzukriegen, wie Julia Janssen-Holldiek in dieser dpr-Ausgabe beschreibt: Im Jahr 2018 haben 3,8 Milliarden E-Mail-Nutzer weltweit 280 Milliarden E-Mails verschickt, pro Tag. Bis 2022, so Prognosen, könnte das tägliche Mailvolumen nochmal um 20 Prozent steigen. 

Zum Aufwärtstrend dürfte auch eine ganz frische Entwicklung beitragen: Seit dem 7. Dezember verbietet WhatsApp Firmen, den Kommunikationsdienst zum Versand von Newslettern zu verwenden. Werbenachrichten sind also nicht mehr erlaubt, sondern lediglich Antworten auf Kundenanfragen im Customer Service. Gleiches gilt ab dem 15. Januar beim Facebook Messenger – kostenfreie Push-Nachrichten sind dann dort nur noch bei Nachrichtenseiten erlaubt. Im dpr-Webinar hat kürzlich Felix Belau, Gründer des Messenger-Dienstleisters Chatchamp, die Entwicklung von „Push zu Pull“ beschrieben. Mit dem Fazit, dass die E-Mail von diesem Trend als Push-Medium profitieren werde.

Damit reiht sich das Medium E-Mail ein digitale Content-Formate wie Firmen-Homepages oder -Blogs, bei denen zwischenzeitlich, hauptsächlich in der Phase der Reichweitengewinne von Facebook, ebenfalls das vermeintliche Totenglöckchen zu hören war. Die aber heute längst wieder angesagt sind, und zwar zu Recht: Firmen sollten alle Kanäle pflegen, in denen sie nicht von den FAANGs (Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google) und ihren Nachfolgern abhängig sind. In denen sie selbst Inhalte distribuieren, Reichweiten entwickeln, den Dialog mit Kunden pflegen sowie Nutzerdaten sammeln können.

Bei E-Mailings kommt es für Firmen künftig tatsächlich darauf an, wie Julia Janssen-Holldiek schreibt, auf Relevanz (hochwertige Inhalte statt platter Werbung) und Personalisierung (auf den Kunden zugeschnittene Inhalte) zu setzen. Nur so kann es gelingen, sich in der chronisch wachsenden Mail-Flut abzuheben.

Wir beim dpr planen künftig, die unterschiedlichen Lesergruppen mit themenspezifischen Newslettern zu adressieren, mit dem Fokus auf Marketing & Tech, Medien, Media Events sowie Kommunikation & Social Media. Einige weitere Neuerungen geben wir in der ersten Ausgabe 2020 bekannt. 

Eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch wünscht im Namen des ganzen dpr-Teams

 

Daniel Lenz