#21/ 2018
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was ist guerilla-marketing?

Im Allgemeinen wird das Wort „Guerilla“ mit Kämpfen und Konflikten assoziiert. In Kombination mit dem Wort „Marketing“ ist bei den meisten Lesern vermutlich keine direkte Assoziation vorhanden – und so mancher stellt sich wohl die Frage, worum es dabei eigentlich geht.

Der Ansatz ist allerdings sehr unkonventionell und daher nicht ganz einfach zu erklären. Am besten lässt er sich anhand von erfolgreichen Beispielen veranschaulichen. Genau das wollen wir in diesem Artikel tun, um die Best Practices dieser Form von Marketing aufzuzeigen.

Dazu sehen wir uns zunächst einige Grundlagen zum Guerilla-Marketing an und gehen dann näher darauf ein, wie es heutzutage erfolgreich umgesetzt wird.

Guerilla-Marketing: Kriegsführung und Marketing

Wie eingangs erwähnt, liegt die Assoziation zum Guerillakampf nahe. So falsch ist das auch gar nicht, denn der Begriff leitet sich von der Militärsprache ab. Dort gilt der Guerillakampf als eine Art der Kriegsführung, die sich größtenteils auf einen Überraschungseffekt stützt. Laut Creative Guerrilla Marketing sind die Grundlagen: Hinterhalt, Sabotage, und Angriff.

Aber wie lässt sich das auf unsere tägliche Arbeit übertragen? Auch im Marketing basieren Guerilla-Taktiken hauptsächlich auf einem Überraschungseffekt. Es geht darum, die Aufmerksamkeit der Konsumenten durch untypische Kampagnen auf Gegenständen und an Orten zu gewinnen, an denen sie nicht damit rechnen. Die untenstehenden Beispiele zeigen, wie so etwas aussehen kann.

Der Begriff Guerilla-Marketing wurde in den frühen Achtzigerjahren von Unternehmensberater Jay Conrad Levinson etabliert. Er schrieb mehrere Bücher zum Thema Guerilla-Strategien in verschiedenen Berufsgebieten. Zu dieser Zeit wurde Marketing natürlich noch ganz anders praktiziert. Aber auch wenn es Guerilla-Marketing auch heute noch gibt, nimmt es in der wachsenden digitalen Landschaft doch ganz andere Formen an. Auch das werden Sie in den unten aufgeführten Beispielen erkennen können.

Budgetfreundliche Kampagnen

Marketer schätzen am Guerilla-Marketing insbesondere den in der Regel geringen finanziellen Aufwand. Der größte Aufwand einer solchen Kampagne ist intellektueller und kreativer Natur, die Umsetzung der Ideen hingegen kann unter Umständen recht einfach sein. Michael Brenner fasst dies sehr elegant in seinem Beitrag „Guerilla Content“ zusammen, in dem er diese Art von Marketing mit der Wiederverwertung von Inhalten gleichsetzt, wie etwa das Erweitern bestimmter Elemente eines Berichts, um daraus einen Beitrag zu machen. Das kostet zwar Zeit, aber an sich kein Geld.

Man könnte also sagen, dass Guerilla-Marketing aus dem gewohnten Umfeld potenzieller Kunden eine Werbefläche macht. Es lohnt sich also, dieses Umfeld zu analysieren und herauszufinden, womit Sie arbeiten können.

Arten des Guerilla-Marketing

Auch wenn das Guerilla-Marketing selbst eine Unterkategorie des Marketings ist, kann man noch weitere Kategorien identifizieren, wie die Firma ALT TERRAIN beschreibt:

  • Ambient-Marketing (Außen) – Hierbei werden an bestimmten Orten einer Stadt temporäre und abnehmbare Elemente angebracht, wie an Statuen oder Kunstwerke auf dem Bürgersteig.
  • Ambient-Marketing (Innen) – Funktioniert so wie das Ambient-Marketing in Außenbereichen, aber in Innenräumen wie Bahnhöfen, Geschäften oder Universitätsgebäuden.
  • Ambush-Marketing – Beim Ambush-Marketing werden Konzerte oder Sportveranstaltungen genutzt, um auf auffällige Art für ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleitung zu werben, oftmals ohne die Erlaubnis des Event-Sponsors.
  • Erlebnis-Marketing – Hierbei handelt es sich um eine Kombination der eben genannten Formen, die eine Interaktion der Konsumenten mit der Marke verlangt.

Ohne passende Beispiele kann das Konzept des Guerilla-Marketing ein wenig abstrakt und verwirrend erscheinen. Sehen wir uns also an, wie dieser Ansatz von bekannten Unternehmen umgesetzt wird.

Amanda Zantal-Wiener, Senior Staff Writer bei HubSpot, arbeitet seit 2016 bei HubSpot und schreibt über Technologie-Themen. Zuvor war sie als Redakteurin unter anderem beim Online-Medium Thrillist sowie als Marketing- und Kommunikationsberaterin tätig.


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