#20/ 2018
19/26

warum aus dem Deutschen eBook Award der digital publishing award wird

Wenn in diesem Jahr der eine oder die andere im Programm der Frankfurter Buchmesse nach der Verleihung des Deutschen eBook Awards sucht, wird er oder sie in gewisser Weise enttäuscht werden: denn es wird die Verleihung dieses wunderbaren Funktions- und Designpreises der digitalen Verlagsbranche nicht mehr geben. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Die Jury, das Organisationteam und ich haben uns im Sommer tief in die Augen geschaut und uns gefragt: Wer, was und welche Ideen werden die digitale Verlagsbranche wohl in diesem Jahr nach vorne bringen? Ist kurzfristig etwas an Innovation zu erwarten - außer den Ergebnissen vom IDPF /W3C-Konsortium - was dem eBook Award 2018 neuem Schub verleihen könnte? Und hieraus folgend haben wir ergebnisoffen nachgedacht, den eBook Award fallen zu lassen, ihn auszusetzen, oder, oder, oder. Mit dem Deutschen eBook Award haben wir alle zusammen eine Marke geschaffen, das steht fest. Die Erfolge und die Berichterstattung der letzten Jahre können uns stolz machen, denn wenn man in der frühen Phase der Digitalisierung von eher traditionell denkenden und arbeitenden Branchenkollegen  liebevoll als „digital freaks“ bezeichnet wird, dann kann man das durchaus als Kompliment werten. Dass man zu denen gehört, die schubladenfrei nach vorne denken, die eine intrinsische Motivation haben, die Branche zukunftsorientiert zu bereichern. Aber: alles hat seine Zeit. Die Digitalisierung schreitet wahnsinnig schnell voran, und mit ihr neue Modelle, Trends und Bewegungen auch über neue Formen der Arbeitsorganisation und Kollaboration, zum Beispiel: #WOL (Work out loud) oder #NewWork. Der eBook Award ist zu klein geworden, um ausreichend genug geöffnet zu sein, um alle Ideen, Prozesse, Geschäftsideen und die dahinter stehenden Menschen zu würdigen, die das digitale Publizieren der Zukunft jetzt gerade gestalten – auch und vor allem, wenn diese außerhalb der Verlagsbranche zu finden sind. Ich sage an dieser Stelle nur: Modelle rund um KI, Chatbots, Bezahlmodelle, Start-ups etc.

Und das bringt mich zum hier und jetzt: In den letzten Wochen haben mich Steffen Meier und Daniel Lenz, die Köpfe des Digital Publishing Report (dpr), ermutigt, weiter zu machen. Aber anders, weiterentwickelnd, öffnend. Und wir haben verabredet, dass Ding gemeinsam zu wuppen. Wir betrachten einander als kongeniale Spielpartner, und wir praktizieren mit wachsender Begeisterung, was das Wasserzeichen dieser „Agilität“ ist, die irgendwie nicht mehr weg geht: wertschätzen, ermöglichen, und teilen, teilen, teilen! Es macht einfach riesigen Spaß. 

Erstmals auf der Leipziger Buchmesse wird daher der „digital publishing award“ verliehen – das ganze Team des Deutschen eBook Awards und ich ganz persönlich freuen uns sehr, dass es eine neue, zukunftsorientierte Verleihung für dieselbe Idee geben wird: unsere so geliebte Branche zu vernetzen und nach vorne zu denken.