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Social Media-Trends, Audionutzung und Barrierefreiheit
Werbemarkt 2023: Wachstum trotz Herausforderungen
Der deutsche Werbemarkt verzeichnet laut der aktuellen ZAW (Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft e. V.)-Marktprognose für das Jahr 2023 ein Wachstum von 1,6 Prozent auf insgesamt 48,87 Milliarden Euro. Damit überwindet die Branche die schwierigen Jahre der Corona-Krise und liegt sogar über dem Niveau vor der Pandemie. Dieser Aufschwung ist vor allem auf das überproportionale Wachstum der digitalen Werbung zurückzuführen, die ihren Marktanteil auf 48 Prozent steigern konnte. Allerdings gibt es auch Bedenken hinsichtlich einer Überregulierung und möglicher Wettbewerbsverzerrungen, die den positiven Trend im Jahr 2024 gefährden könnten.
Andreas F. Schubert, Präsident des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft (ZAW), betont die Herausforderungen, mit denen die Branche konfrontiert ist, und fordert produktive Rahmenbedingungen sowie weniger Bürokratie und Werbeverbote. Besonders besorgniserregend sind die gestörten Wettbewerbsbedingungen in der digitalen Werbung und die einseitige Regelsetzungsmacht der digitalen Gatekeeper.
Die Ergebnisse einer Trendumfrage des ZAW zeigen, dass die Mitglieder Insolvenzen und Fusionen aufgrund des wirtschaftlichen Drucks befürchten, ein schlechtes Konsumklima sehen und den Fachkräftemangel als großes Problem einschätzen. Zudem fühlen sie sich durch Pläne für Werbeverbote im Lebensmittelbereich bedroht.
Die Stimmung in der Werbewirtschaft bleibt angespannt, insbesondere im politischen Bereich. Trotz der positiven Entwicklungen im Jahr 2023 stehen der Branche im kommenden Jahr große Herausforderungen bevor.
Fazit: Der deutsche Werbemarkt zeigt sich im Jahr 2023 widerstandsfähig und verzeichnet ein solides Wachstum. Die digitale Werbung spielt dabei eine immer größere Rolle. Dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich einer Überregulierung und möglicher Wettbewerbsverzerrungen. Die Branche fordert produktive Rahmenbedingungen und weniger Bürokratie. Insolvenzen, Fusionen, ein schlechtes Konsumklima und der Fachkräftemangel stellen weitere Herausforderungen dar. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Werbemarkt in den kommenden Jahren entwickeln wird und ob die Branche diese Herausforderungen erfolgreich bewältigen kann.
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https://www.mvfp.de/nachricht/artikel/zaw-jahresprognose
Der reichweitenstarke Substack-Newsletter „Platformer“ verlässt die Plattform wegen mangelnder Regulierung extremistischer Inhalte
Einfach mal laufen lassen – diese Strategie gegenüber fragwürdigen Inhalten verfolgen viele, vor allem (aber nicht nur) US-Amerikanische Plattformen. Der Tech-Newsletter „Platformer“ verlässt jetzt Substack. Der Herausgeber, Casey Newton, begründet diesen Schritt damit, dass Substack extremistische Inhalte nicht ausreichend reguliert und nicht deutlich genug gegen pro-nazistische Materialien vorgeht. Obwohl Substack einige problematische Publikationen entfernt hat, bleibt die allgemeine Sorge bestehen, dass die Plattform extremistische Ansichten unterstützt und fördert.
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https://www.platformer.news/why-platformer-is-leaving-substack/?r=1yhdps
Verlage setzen auf hochwertige Newsletter zur Stärkung der Leserbindung
In einer Zeit, in der der Social-Media-Traffic massiv zurückgeht, gewinnen Newsletter für Verlage an Bedeutung. Sie bieten eine sichere Möglichkeit, eine enge Beziehung zu den Lesern aufzubauen. Doch weniger ist oft mehr, wenn es um das Engagement geht. Newsletter haben sich zu einem interessanten Bereich für Verlage entwickelt. Sie dienen nicht nur als wertvolles Instrument zur Interaktion mit der Zielgruppe, sondern auch zur Monetarisierung.
In den letzten vier bis fünf Jahren hat die Bedeutung von Newslettern als Verbreitungskanal für Verlagsinhalte nicht abgenommen. Immer mehr Verlage setzen auf diese Methode: Verlage wie The Telegraph und The New Statesman überarbeiten kontinuierlich ihr Newsletter-Portfolio, um die Effektivität zu maximieren.
Die Reduzierung der Anzahl von Newslettern und die Fokussierung auf hochwertige Inhalte haben sich für einige Verlage als erfolgreiche Strategie erwiesen: um ihr Publikum zu erweitern, nutzen einige Verlage wie The New Statesman und Mill Media Plattformen wie Substack, um ihre Newsletter zu hosten.
Die Pflege der Beziehung zu den Lesern steht im Mittelpunkt des Newsletter-Segments. Dadurch wird die Leserbindung gestärkt und langfristige Abonnements gefördert.
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Verlage im Abonnementmarkt: Herausforderungen und Strategien zur Kundenbindung
Im Jahr 2023 stehen Verlage vor wachsenden Herausforderungen bei der Gewinnung und Bindung von Abonnenten. Der Markt reift und die Konkurrenz um Abonnentenausgaben nimmt zu, sowohl unter Verlagen als auch von anderen Unterhaltungsangeboten. Um dem entgegenzuwirken, setzen Verlage verstärkt auf die Kundenbindung. Sie konzentrieren sich auf den durchschnittlichen Umsatz pro Benutzer (ARPU), da die Akquisition teurer wird und sie bestrebt sind, so viel Umsatz wie möglich von bestehenden Abonnenten zu generieren.
Eine Lösung zur Kundenbindung liegt in verbesserten Onboarding- und Kundenservice-Routinen, die eine starke Kundenkommunikation bieten. Dabei spielen Indikatoren wie Newsletter-Registrierung, App-Downloads und die Aktivierung von „nur für Abonnenten“ -Funktionen eine wichtige Rolle. Sie dienen dazu, Abonnentenvorteile zu kommunizieren und die wahrgenommene Wertigkeit eines Abonnements zu steigern.
Die enge Ausrichtung auf den Kundennutzen zahlt sich für Verlage aus. Die Zufriedenheit der Abonnenten steigt und das Engagement mit Abonnementprodukten wächst.
Ein weiterer Ansatz ist die Unterscheidung zwischen Abonnenten und Mitgliedern. Mitglieder bieten mehr Partizipation und Engagement in der Gemeinschaft. Kleine Verlage setzen vermehrt auf Mitgliedschaftsmodelle, um Unterstützung von ihren Lesern zu erhalten und die Weiterentwicklung ihrer Unternehmen zu fördern.
Durch den Fokus auf Kundenbindung und die klare Kommunikation von Abonnentenvorteilen steigt die Zufriedenheit der Abonnenten und die Abwanderung wird reduziert.
Insgesamt stehen Verlage vor großen Herausforderungen im Abonnementmarkt. Doch durch gezielte Strategien zur Kundenbindung können sie diesen begegnen und langfristigen Erfolg sichern.
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Medienunternehmen müssen ihre Plattformstrategien 2024 neu ausrichten
Im Jahr 2023 waren Medienunternehmen mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert. Die Tech-Plattformen rückten Nachrichteninhalte immer mehr in den Hintergrund und die Beziehung zu ihnen wurde komplizierter. Dies verdeutlichte die Risiken der Abhängigkeit von einzelnen Plattformen und führte zu einem Rückgang des Traffics. Damian Radcliffe, Professor für Journalismus an der University of Oregon, rät dazu, dass Medienunternehmen ihre Abhängigkeit von Plattformen wie Facebook und Google überdenken und stattdessen auf Diversifikation setzen sollten. Plötzliche Änderungen in den Prioritäten der Plattformen bergen immerhin einige Risiken.
- Plattformen wie YouTube und TikTok werden oft unterschätzt, obwohl sie Millionen von Nutzern haben und für Nachrichteninteresse relevant sind.
- Die Veränderung der Suchgewohnheiten und der Aufstieg der Generativen KI erfordern eine Anpassung der AI-Strategien und der Content-Optimierung für verschiedene Plattformen.
- Es gibt keine Einheitslösung, da Plattformen unterschiedlich genutzt werden und Strategien darauf abgestimmt sein sollten.
- Angesichts schwindender Einnahmen und Traffic von Plattformen gewinnen Engagement-Metriken und Kundenbindung an Bedeutung.
Medienunternehmen müssen in der Lage sein, ihre Strategien anzupassen und ihre Präsenz in verschiedenen digitalen Ökosystemen zu stärken, um erfolgreich zu bleiben.
Medienstrategie 2024: Diversifizierung, KI-Einsatz und Publikumsbindung
Das vergangene Jahr brachte für viele Medienunternehmen große Herausforderungen mit sich, darunter mehr als 20.000 Jobverluste allein in den USA und das Aufkommen von „News Deserts“. Doch es zeichnen sich drei entscheidende Trends ab, die die Medienstrategie im Jahr 2024 gestalten werden.
Erstens: die Notwendigkeit der Diversifizierung der Einnahmen, da der Druck auf Werbeerlöse steigt. Trotz eines erwarteten globalen Werbeausgabenwachstums von über 1 Billion US-Dollar im Jahr 2024 profitieren die meisten Medienunternehmen nicht davon.
Zweitens: die Auswirkungen der Generative KI, die rasch an Bedeutung gewinnt. Medienunternehmen nutzen die KI für Automatisierung und Personalisierung, kämpfen jedoch gleichzeitig gegen Urheberrechtsverletzungen und arbeiten an Partnerschaften zur Werbeeinnahmensteigerung.
Drittens: die Vertiefung der Beziehungen zum Publikum. Medienunternehmen werden verstärkt daran arbeiten, bestehende Kundenbeziehungen zu stärken und durch Interaktion und personalisierte Inhalte die Loyalität zu erhöhen.
Insgesamt müssen Medienunternehmen ihre Einnahmen diversifizieren, KI-Entwicklungen nutzen und auf den Ausbau ihrer Zielgruppenbeziehungen setzen, um im schnelllebigen Medienmarkt erfolgreich zu bleiben.
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https://digitalcontentnext.org/blog/2024/01/11/three-trends-that-will-shape-media-strategy-in-2024/
Barrierefreie E-Books bei DeGruyter: Erfahrungen und Werkstattbericht
Eine Arbeitsgruppe beim Wissenschaftsverlag DeGruyter fokussiert sich auf die Anpassung von Texten und visuellen Elementen für Screenreader, mit dem Ziel, die EU-Richtlinien zur Barrierefreiheit bis Mitte 2025 zu erfüllen. Die Herausforderungen umfassen die Vielfalt der Inhalte und den Mangel an konkreten Richtlinien zur Umsetzung. Ein zentraler Aspekt ist die Einbindung der Autoren, um Manuskripte von Anfang an zugänglich zu machen. Die Zukunft des barrierefreien Publizierens sieht das Team als einen Weg hin zu mehr Inklusion und Zugänglichkeit in der Forschungsgemeinschaft.
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https://blog.degruyter.com/how-de-gruyter-is-making-its-ebooks-more-accessible/
Reuters Institute: Journalismus, Medien und Technologietrends und -prognosen 2024
Die Medienbranche steht 2024 vor bedeutenden Veränderungen, geprägt durch die zunehmende Integration Künstlicher Intelligenz (KI) und Veränderungen in der Verbreitung von Inhalten. In der alljährlichen Branchenumfrage des Reuters Institute unter der Leitung von Nic Newman äußerten nur 47% der befragten Redakteure, CEOs und digitalen Führungskräfte Vertrauen in die Zukunft des Journalismus, wobei Bedenken hinsichtlich sinkender Werbeeinnahmen und abnehmender Abonnementzahlen bestehen. Der Rückgang des Traffics von sozialen Medien wie Facebook und X/Twitter um 48 % bzw. 27 % im Jahr 2023 zwingt Verlage dazu, sich stärker auf eigene Direktkanäle zu konzentrieren. Gleichzeitig gewinnen Plattformen wie WhatsApp und Instagram an Bedeutung für die Nachrichtenverbreitung. Zudem plant eine Mehrheit der Verlage, ihre Video-, Newsletter- und Podcast-Angebote auszubauen, um dem Trend zu folgen und jüngere Zielgruppen anzusprechen. Die KI-Integration in Suchmaschinen und andere Gateways könnte jedoch zu weiteren Herausforderungen führen, da KI-gesteuerte Suchgenerierungserfahrungen (SGE) traditionelle Website-Links ersetzen könnten.
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Studie: KI im Journalismus: Einsatz Künstlicher Intelligenz verringert Zahlungsbereitschaft für deutsche Online-Nachrichtenmedien
Die Studie des Brand Science Institute zeigt, dass die Verwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Journalismus, insbesondere bei der Recherche, Aufbereitung und Erstellung von Nachrichten, die Zahlungsbereitschaft für Online-Nachrichtenmedien deutlich verringert. Die Bereitschaft, für von KI generierte Inhalte zu zahlen, sinkt um durchschnittlich 30 %, wobei kein Unterschied in der Zahlungsbereitschaft zwischen KI-Experten und Laien festgestellt wurde. Trotz potenzieller Qualitätssteigerungen durch KI, wie verbesserte journalistische Inhalte und personalisierte Angebote, wird diese Technologie von Nutzern nicht mit einer höheren Zahlungsbereitschaft honoriert.
Die Studie identifiziert drei mögliche Ertragsmodelle für Verlage: Hochpreisige Abonnements für von Menschen erstellte Inhalte, günstigere Abonnements für mit KI unterstützte Inhalte und werbefinanzierte, vollautomatisierte KI-Inhalte. Eine potenzielle Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte könnte die Zahlungsbereitschaft für menschlich erstellte Inhalte steigern und Verlagen neue Umsatzpotenziale eröffnen. Trotz der Herausforderungen durch KI haben Verlage die Chance, durch Produkt- und Preisdifferenzierung neue Kundengruppen anzusprechen und sich im Wettbewerb zu positionieren.
Zur Studie
https://www.bsi.ag/ai/studien/kunstliche-intelligenz-zahlungsbereitschaften.html
KI-Plagiate auf Amazon: Eine neue Herausforderung für Autoren
Immer öfter tauchen auf Amazon KI-generierte Nachahmungen und Zusammenfassungen von Büchern auf. Das stellt eine neue Herausforderung für Autoren dar. Die KI-Forscherin Melanie Mitchell entdeckte eine minderwertige Nachahmung Buches „Artificial Intelligence: A Guide for Thinking Humans“, die in schlechter Qualität und unbeholfener Sprache ihre Ideen wiedergab. Dieses Problem ist Teil einer größeren Flut von minderwertigen, KI-generierten E-Books auf Amazon. Analysen des Deepfake-Erkennungsunternehmens Reality Defender bestätigen, dass diese Bücher höchstwahrscheinlich von KI generiert wurden. Obwohl Amazon die Kopie von Mitchells Buch entfernt hat, bleibt die rechtliche Grauzone bestehen, in der solche Zusammenfassungen produziert werden. Autoren stehen vor der schwierigen Frage, wie sie gegen diese Art von KI-basiertem Plagiat vorgehen können, da Amazon bisher keine proaktiven Maßnahmen zur Überwachung dieser Welle von Zusammenfassungen angekündigt hat.
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https://www.wired.com/story/scammy-ai-generated-books-flooding-amazon/
KI-Urteilsentscheidung in China setzt wegweisendes Beispiel für den Schutz kreativer Werke
Ein Gericht in Peking hat eine überraschende Entscheidung getroffen, die den Schutz von kreativen Werken, die mithilfe neuer Technologien entstehen, stärkt. In einem Fall, bei dem KI zur Generierung von Bildern verwendet wurde und diese dann von Dritten kopiert wurden, entschied das Gericht, dass die KI-generierten Bilder den Anforderungen der "Originalität" entsprachen und somit urheberrechtlich geschützt werden sollten. Diese bahnbrechende Entscheidung könnte weltweit ähnliche Urteile nach sich ziehen, auch wenn sie außerhalb Chinas keine rechtliche Wirkung hat.
Der Hintergrund: Ein chinesischer Künstler nutzte den KI-Dienst Stable Diffusion, um Bilder auf einer Online-Plattform zu generieren, die dann von anderen kopiert wurden. Er klagte wegen Urheberrechtsverletzung und das Gericht gab ihm Recht. Im Gegensatz zu einer US-Entscheidung, die besagt, dass das Urheberrecht nur einem menschlichen Schöpfer zusteht, erkannte das Pekinger Gericht klar an, dass das KI-System, das zur Erstellung des Werks verwendet wurde, menschliche Beteiligung hatte.
Diese Entscheidung könnte die Debatte über die Urheberschaft von KI-generierten Werken anstoßen und verdeutlichen, dass menschliche Beteiligung entscheidend ist. Die bisherige Rechtsprechung, die KI von der Urheberschaft ausschließt, wird dadurch in Frage gestellt.
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Aktuelle Entwicklungen im deutschen Audio- und Social Media Bereich - Highlights aus der ARD/ZDF-Onlinestudie 2023
Die Entwicklung der Internetnutzung in Deutschland sowie der Umgang der Nutzer mit den Angeboten bilden seit 1997 die zentralen Fragestellungen der ARD/ZDF-Onlinestudien. Ziel ist, die großen Linien der Nutzung des Internets zu beschreiben und dabei den Fokus auf die mediale Internetnutzung zu legen.
Social Media
Instagram an der Spitze: Erstmalig übertrifft Instagram Facebook in Deutschland, sowohl in der täglichen als auch in der wöchentlichen Nutzung.
Genereller Anstieg: Die Nutzung sozialer Medien in Deutschland zeigt weiterhin ein leichtes Wachstum.
Veränderungen bei der Generation Z: TikTok verzeichnet einen Rückgang in der täglichen Nutzung durch 14- bis 29-Jährige.
TikTok's Popularität in anderen Altersgruppen: Die Plattform erfährt einen Anstieg bei Nutzern über 30.
Verschiebung der Inhaltsnutzung: Deutsche Nutzer verbringen weniger Zeit in Newsfeeds und vermehrt mit Videoinhalten.
Twitter und die Generation Z: Während die jüngere Generation sich von Twitter abwendet, bleibt die ältere Generation der Plattform treu.
Wachstum von LinkedIn: LinkedIn erlebt ein Wachstum und überholt das stagnierende XING.
BeReal und die Generation Z: 18 % der Generation Z nutzen BeReal, während ältere Generationen dies kaum tun.
Twitchs verändernde Nutzerbasis: Die Plattform verliert an Beliebtheit bei der Generation Z, gewinnt jedoch Nutzer in älteren Altersgruppen hinzu.
Instagrams tägliche Nutzerzahlen: Ein Viertel aller Deutschen und über 60 % der Generation Z nutzen Instagram täglich.
LinkedIn's tägliche Reichweite: Täglich sind 1 % der Deutschen auf LinkedIn aktiv.
Audio
Die Nutzung von Audio- und Podcast-Inhalten im Internet stellt einen wesentlichen Aspekt der ARD/ZDF-Onlinestudie 2023 dar:
1. Allgemeine Trends in der Audio-Nutzung:
Die Gesamtnutzung von Audio-Inhalten im Internet zeigt 2023 eine leichte Rückläufigkeit, wobei die Tagesreichweite von 42 % im Jahr 2022 auf 37 % im Jahr 2023 gefallen ist.
Trotz dieses allgemeinen Rückgangs bleibt die Nutzung von Podcasts und Musik-Streamingdiensten relativ konstant, was auf eine Stabilisierung in diesem Bereich hindeutet.
2. Podcasts und Radiosendungen auf Abruf:
Podcasts sowie Radiosendungen auf Abruf werden weiterhin von einem bedeutsamen Anteil der Bevölkerung genutzt.
Die Tagesreichweite für Podcasts oder Radiosendungen auf Abruf liegt bei etwa 10-11 %, was auf eine anhaltende Beliebtheit dieser Formate hinweist.
3. Musikstreaming-Dienste:
Musik-Streamingdienste sind ein wesentlicher Bestandteil der Online-Audio-Nutzung.
2023 nutzen 37 % der Bevölkerung Musik-Streamingdienste, was die bedeutende Rolle dieser Dienste in der täglichen Mediennutzung unterstreicht.
Spotify ist dabei der eindeutige Marktführer, mit einer regelmäßigen Nutzung von 30 % der Bevölkerung. Dies unterstreicht die dominante Position von Spotify im Bereich des Musikstreamings.
4. Musik über YouTube:
Musik über YouTube stellt ebenfalls einen wichtigen Teil der Audio-Nutzung dar, obwohl es in der Studie nicht explizit als separater Punkt erwähnt wird. Es ist jedoch anzunehmen, dass YouTube als Plattform für Musikvideos und Musikstreaming weiterhin eine Rolle spielt.
5. Nutzungsüberschneidungen:
Es gibt zunehmende Nutzungsüberschneidungen zwischen verschiedenen Audio-Angeboten. Dies bedeutet, dass Nutzer häufig nicht nur eine Art von Audio-Inhalt konsumieren, sondern verschiedene Dienste und Formate kombinieren.
6. Zukunftstrends:
Die stabilen Zahlen für Podcasts und Musikstreaming weisen darauf hin, dass diese Formate weiterhin eine wichtige Rolle im Medienkonsum spielen werden. Insbesondere Podcasts bieten vielfältige Inhalte und sprechen unterschiedliche Zielgruppen an, was ihre anhaltende Beliebtheit erklärt.
Zur Studie
https://www.ard-zdf-onlinestudie.de/
Studie „Verlagstrends 2023 – Megatrend Nachhaltigkeit: Verlage gestalten die Transformation“
Im Jahr 2023 erlebt die Verlagsbranche entscheidende Veränderungen und Herausforderungen, wie die jüngste Studie „Verlagstrends 2023 – Megatrend Nachhaltigkeit: Verlage gestalten die Transformation“, eine Kooperation des Medienverbands der freien Presse (MVFP), KPMG und dem Institut für Digitales Management und Neue Medien der LMU München, aufzeigt. Die Studie, basierend auf Antworten von 117 deutschen Verlagshäusern, beleuchtet die aktuellen Megatrends und strategischen Schwerpunkte in der Branche.
Künstliche Intelligenz
Ein herausragender Trend ist die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz in der Verlagsbranche. Mit einem Anstieg von 32 Prozentpunkten gegenüber dem Jahr 2020 sehen jetzt 78 Prozent der Verlage KI als entscheidend für die Branche an. Diese Technologie wird als Katalysator für die Transformation der Branche angesehen und hat das Potenzial, die Verlagsprozesse grundlegend zu verändern.
Demografischer Wandel
Der demografische Wandel bleibt weiterhin ein zentrales Thema. Für 85 Prozent der Verlage ist dieser Trend von großer oder sogar existenzieller Bedeutung, was 18 Prozentpunkte mehr als im Jahr 2020 sind. Die Veränderungen in den Lesegewohnheiten und -präferenzen, die durch den demografischen Wandel bedingt sind, beeinflussen das Medienangebot direkt und erfordern eine flexible Anpassung der Verlagsstrategien.
Fachkräftemangel
Neben dem demografischen Wandel nimmt auch das Thema 'New Work' an Bedeutung zu. 73 Prozent der Verlage sehen in flexiblen Arbeitszeitmodellen, Diversität und Chancengleichheit wichtige Aspekte, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dies stellt einen Anstieg von 15 Prozentpunkten gegenüber dem Jahr 2020 dar. Hier wird deutlich, dass die Branche zunehmend innovative Lösungen für Personalmanagement und Arbeitsorganisation sucht.
Cybersicherheit
Die Bedrohung durch Cyberangriffe wird von den Verlagen ernster genommen als je zuvor. 75 Prozent der Verlage erkennen Cyberangriffe als ein ernstzunehmendes Geschäftsrisiko, was einen erheblichen Anstieg von 27 Prozentpunkten gegenüber 2020 darstellt. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, Cybersicherheit als integralen Bestandteil der Unternehmensstrategie zu betrachten.
Prozesse & Innovation
In Bezug auf die strategische Ausrichtung der Verlagshäuser zeigt sich, dass Prozessoptimierung und Innovationsfähigkeit weiterhin hohe Priorcität genießen. 82 Prozent der Befragten betonen die Bedeutung dieser Aspekte, AAssssswas jeweils einen Anstieg von 12 und 16 Prozentpunkten gegenüber 2020 darstellt. Zudem wird der Einsatz innovativer Technologien, wie Big Data oder Virtual Reality, zunehmend als wichtiger Erfolgsfaktor erachtet.
Nachhaltigkeit
Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Studie ist der Fokus auf Nachhaltigkeit. Die Verlage gehen dabei über ihre gesetzlichen Verpflichtungen hinaus und passen ihre Geschäftspraktiken entsprechend an. Mehr als zwei Drittel der Verlage erkennen Nachhaltigkeit als ein wichtiges Zukunftsthema, und 64 Prozent unterstützen aktiv eine Brancheninitiative in diesem Bereich. Die Studie unterstreicht die Bedeutung von Nachhaltigkeitsmanagement und -berichterstattung für Transparenz, Glaubwürdigkeit und Wettbewerbsfähigkeit.
Zusammenfassend zeigt die Studie "Verlagstrends 2023", dass sich die Verlagsbranche in einer Phase intensiver Transformation befindet, getrieben durch technologische Innovationen, demografische Veränderungen und ein wachsendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Cybersicherheit. Diese Trends bieten sowohl Herausforderungen als auch Chancen für die Zukunft der Branche.
Zur Studie (PDF)
https://www.mvfp.de/fileadmin/vdz/upload/services/Downloads/KPMG_Verlagsstudie_2023.pdf
Studie „Subscriptions are a forever business“: Abonnements sind wichtig, werden die Medien aber nicht alleine retten
Die Studie „Subscriptions are a forever business“ von Brian Morrissey ("The Rebooting") und blueconic untersucht die Entwicklung und den aktuellen Stand von Abonnementmodellen im Verlagswesen. Besonders im Fokus steht der Erfolg der New York Times, die im Jahr 2011 eine wegweisende Wende vollzog, indem sie ein Bezahlschranke-System (Paywall) einführte. Diese Strategie führte sie aus einer Zeit finanzieller Unsicherheit zu einem Meilenstein von 10 Millionen Abonnenten im Jahr 2023. Die Studie vergleicht diesen Erfolg mit der Entwicklung anderer großer Verlagshäuser, wie der Washington Post, die trotz ähnlicher Bemühungen einen Rückgang ihrer digitalen Abonnentenzahlen und finanzielle Verluste verzeichnete.
Die Studie beginnt mit einer Analogie, die das Verlagswesen mit einem Kinderspiel vergleicht: Wo der Ball (Trend) hingeht, folgt die Masse (Verlage). Früher lag der Schwerpunkt auf dem Aufbau großer Publikumszahlen für Werbeeinnahmen, ein Modell, das sich als fehlerhaft erwies, da es die Abhängigkeit von den Algorithmen großer Tech-Unternehmen und die Volatilität der Werbeeinnahmen nicht berücksichtigte.
Pivot zu Abonnementmodellen und Herausforderungen
Als Reaktion auf die Unzulänglichkeiten des werbebasierten Modells wandten sich viele Verlage dem Abonnementmodell zu, inspiriert von der New York Times. Diese strategische Veränderung zielte darauf ab, eine direktere und beständigere Einnahmequelle zu schaffen. Das Abonnementmodell versprach nicht nur einen stetigen Einkommensstrom, sondern ermöglichte es den Verlagen auch, eine engere Beziehung zu ihrem Publikum aufzubauen. Diese Verschiebung fiel mit niedrigeren Kundenakquisitionskosten zusammen, was vielen Verlagen half, schnell große Abonnentenzahlen zu erreichen, oft durch attraktive Einführungsangebote.
Jedoch zeigte die Studie, dass diese frühe Phase des schnellen Wachstums im Abonnementgeschäft vorüber ist. Herausforderungen wie strengere Datenschutzregelungen und steigende Akquisitionskosten haben das Wachstum gebremst. Die meisten Verlage erleben nur noch ein moderates Wachstum ihrer Abonnementzahlen, und einige verzeichnen stagnierende oder sinkende Einnahmen. Dies deutet auf eine Reifephase im Abonnementgeschäft hin, in der der Schwerpunkt von der bloßen Gewinnung neuer Abonnenten auf die Bindung bestehender Kunden und die Steigerung des Umsatzes pro Abonnent verschoben wird.
Diversifikation und das Verständnis des Publikums
Die Studie hebt hervor, dass Diversifikation das oberste Ziel von Verlagen im Abonnementgeschäft ist. Dies entspringt der Erkenntnis, dass ein vielfältiges Einnahmemodell stabiler ist als die Abhängigkeit von einer einzigen Einkommensquelle. Die Notwendigkeit, das Publikum besser zu verstehen, steht ebenfalls im Fokus. Dies wird umso wichtiger, da die dritte Partei-Cookies verschwinden und direkte Beziehungen zum Publikum für den Erfolg von Werbung und Abonnements entscheidend werden.
Die "Arbeit", die Abonnements leisten, besteht darin, einen stetigen, vorhersehbaren Einkommensstrom bereitzustellen, im Gegensatz zur volatilen Natur der Werbeeinnahmen. Dies gibt Verlagen die Sicherheit, in ihre Zukunft zu investieren. Gleichzeitig wird die engere Ausrichtung an den Bedürfnissen des Publikums als langfristiges strategisches Ziel betont. Dieses Verständnis und die daraus resultierenden Daten sind entscheidend, um das Abonnementgeschäft über die reine Einnahmegenerierung hinaus zu entwickeln und auch in der Werbung effektiver zu sein.
Die Herausforderung des Abonnentenwachstums und der Kundenbindung
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass trotz der Reifung der Abonnementgeschäfte das Wachstum der Abonnentenzahlen nach wie vor eine Priorität für Verlage bleibt. Über 57% der Befragten identifizierten die Gewinnung neuer Abonnenten als ihre größte Herausforderung, gefolgt von der Kundenbindung. Die Studie weist darauf hin, dass die Verlage in einem gesättigten Markt agieren, in dem bereits ein Fünftel der US-Konsumenten für Online-Nachrichten zahlt.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Phänomen der Abwanderung (Churn). Während das Gewinnen neuer Abonnenten wichtig bleibt, wird das Verhindern der Abwanderung bestehender Kunden zunehmend zu einem Schwerpunkt. Dies ist besonders kritisch, da viele Abonnementprogramme auf kostengünstigen Einführungsangeboten basieren, was zu einer hohen Abwanderungsrate führen kann, sobald die regulären Preise gelten. Einige Verlage versuchen, die Kündigung durch komplizierte Prozesse zu erschweren, was jedoch regulatorische Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Realistische Einschätzung und interne Herausforderungen
Die Studie zeigt, dass Verlage eine realistische Einschätzung ihrer Abonnementprogramme haben. Eine knappe Mehrheit (52%) äußerte sich neutral oder unzufrieden mit dem Fortschritt ihrer Abonnementstrategien. Die Gründe für die Unzufriedenheit reichen von schnellem Abonnentenverlust über Herausforderungen im Kundenservice bis hin zu Schwierigkeiten, Leser in zahlende Mitglieder umzuwandeln.
Ein weiteres Thema ist die Herausforderung, Abonnementmodelle und Werbeeinnahmen auszubalancieren. Ursprünglich als Ersatz für Werbeeinnahmen gedacht, erkennen viele Verlage nun, dass Abonnements eher ein Teil einer umfassenden Einnahmestrategie sind. Die Nutzung der durch Abonnements generierten Erstpartei-Daten kann sowohl das Abonnementgeschäft als auch die Werbeeffizienz verbessern.
Abschließend stellt die Studie fest, dass Abonnements ein dauerhaftes Geschäftsmodell sind, das kontinuierliche Aufmerksamkeit und Anpassung erfordert. Die Reifung des Abonnementgeschäfts ist ein natürlicher Fortschritt, bei dem Verlage von einem Wachstum-um-jeden-Preis-Ansatz zu einer Fokussierung auf die Kundenbindung und die Steigerung des durchschnittlichen Umsatzes pro Abonnent (ARPU) übergehen. Abonnements werden als ein wichtiger Bestandteil einer umfassenden, auf das Publikum zentrierten Strategie gesehen.
Zur Studie
https://therebooting.lpages.co/signup_thestateofsubscriptions/