18 / 2018
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ein paar worte zum geleit

„Kundenbeziehung“ – man mag das Wort eigentlich schon nicht mehr hören, aber alles Augen verschließen hilft nichts: Wer beim Kunden punktet, hat gewonnen. An Kundenbeziehungskanälen mangelt es nicht, allen voran die kommunikativen, im 1-1-Dialog stehenden Messenger-Dienste wie Chats, WhatsApp und Co. So konstatiert unser Autor Florian Hieß: „Die zunehmende Konzentration auf Messenger-Marketing ist ein konsequenter Schritt, wenn man sich die kontinuierlich steigenden Nutzerzahlen ansieht. Messenger-Marketing ist dank der guten Performance eine ernstzunehmende Ergänzung zur klassischen Social-Media-Kommunikation und bezahlten Anzeigen, die ein hohes Umsatzpotential birgt. Der Wert liegt dabei nicht in der Größe der Empfängerliste, sondern in der Beziehung zu den Kunden.“ Und das ist keineswegs nur großen Industrieunternehmen vorbehalten: So verschickt der Hanser Literaturverlag seine „literarischen Grüße zum Wochenende“ mit großem Erfolg, wie Frauke Vollmer, Online- und Community-Managerin bei Hanser, berichtet: „Wir schicken Gedanken, Statements und Buchzitate unserer Autoren direkt auf das Smartphone unserer Leser. Inzwischen erhalten fast 3.500 Abonnenten jeden Freitag digitale Post von uns, die Mehrheit via WhatsApp“.

Die Schlauen und die Besorgten denken beim Thema Messenger-Marketing natürlich sofort „Darf man das?“ und an das Stichwort „DSGVO“, das unter Marketeers inzwischen einen ähnlichen Lord-Voldemort-Duktus hat wie in Buchhändler-Gruppen das Wort „Amazon“. Dass man beides, also Messenger-Marketing und die DSGVO, unter bestimmten Bedingungen durchaus vereint bekommt, soll diesmal nicht Gegenstand sein. Jan Mentel, Analyst bei Crisp Research, hat sich die DSGVO (nachdem sich der Hysterie-Staub gelegt hat) noch einmal vorgenommen und gibt der momentanen Umsetzung eine glatte 6. Sein desillusioniertes Fazit: „Das größte Problem ist, dass die DSGVO gerade den Unternehmen hilft, die die DSGVO ausnutzen wollen.“

Und das ist ja erst der Anfang: Am Horizont dräut die sogenannte „ePrivacy-Verordnung“, die vermutlich 2019 in Kraft tritt. Christian A. Schmitt, Director Media Sales der Haufe Group, ruft deswegen die Medienbranche auf, sich hier aktiv zu positionieren: "Die ePrivacy-Verordnung (ePVO) wird den Online-Werbemarkt massiv verändern. Sie untersagt, detaillierte Nutzerprofile zu erstellen und personalisierte Werbung in verschiedenen Kanälen auszuspielen. So dramatisch das zunächst klingen mag – gerade für Verlage eröffnet die ePVO große Chancen.“

Aktiv positioniert hat sich schon der Bergverlag Rother in Unterhaching. Und zwar mit Tourentipps – mal nicht gedruckt, sondern per Amazon Alexa. Dies ist der Start der neuen dpr-Serie „Projektrückblick“, in der Medienmacher in Kurzform über spannende aktuelle Projekte berichten. Vielleicht auch die Gelegenheit, über eines Ihrer Projekte zu berichten? Wir freuen uns über E-Mails dazu an die Redaktion.

Viel Vergnügen und Erkenntnisse!


Steffen Meier