#17 / 2018
10/14

erfolgsmessung bei der app-store-optimierung

Eine App-Store-Optimierung kann nur erfolgreich sein, wenn die verschiedenen Faktoren und Tools der Erfolgsmessung berücksichtigt werden.

Damit die eigene App populär werden kann, muss sie vor allem genau das bieten, was die Nutzer erwarten. Damit daraus aber auch ein erfolgreiches Business entstehen kann, sind noch weitere Faktoren von Bedeutung – vor allem eine konsequente Erfolgsmessung. Diese ist dann erfolgreich, wenn im Vorfeld die richtigen KPIs bestimmt und Fragen gestellt werden. Welche Ziele sollen in welchem Zeitraum erreicht werden? Wird die App von den richtigen Nutzern gefunden? Stimmt die Conversion Rate der App-Landingpage?

App-Store-Optimierung (ASO)

Durch die App-Store-Optimierung (ASO) soll die eigene App in den verschiedenen App Stores (vor allem Google Play und Apple App Store) auffindbar gemacht werden. Einfach gesagt: Die App soll bei passenden Suchanfragen ganz oben innerhalb der Ergebnisse auftauchen, wodurch sich die Chance auf einen Download erhöht. Doch woher weiß man als Anbieter, dass Nutzer die App bei den richtigen Schlüsselwörtern finden und dann auch noch herunterladen? Dafür müssen die passenden Metriken gemessen werden.

Suchergebnisse und Top-Charts

Analog zur Websuche für Websites können Anbieter die App-Store-Suche verwenden, um die Position der eigenen App für bestimmte Keywords zu erfahren. Durch Wiederholungen lassen sich Rückschlüsse auf die Entwicklung des Rankings über einen bestimmten Zeitraum ziehen. Auch die Beobachtung der Konkurrenz ist auf diese Weise möglich. Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass sich die App-Store-Positionen für ein und dasselbe Keyword auf den verschiedenen Plattformen (Android und iOS) und in verschiedenen Ländern unterscheiden wird. Das muss sowohl beim Monitoring als auch bei den Optimierungsbemühungen miteinbezogen werden. Auch die App-Store-Charts bieten eine gute Übersicht, wie die eigene App im Vergleich zu anderen Apps „performt“. Besonders die Charts der einzelnen Kategorien sind dazu geeignet, den eigenen Erfolg in Relation zum Wettbewerb zu setzen.

Ratings und Nutzerkommentare

Nutzerbewertungen und -kommentare sind nicht nur geeignete Instrumente für die App-Store-Optimierung, sondern bieten auch viele interessante Informationen darüber, wie die eigene App von den Nutzern wahrgenommen wird. Gegebenenfalls können auch passende Keywords für die ASO aus den Kommentaren extrahiert werden.

Downloads

Die Korrelation aus Downloads und Ergebnispositionen erlaubt es, den Erfolg eigener ASO-Bemühungen zu bestimmen. Wie haben sich beispielsweise die Downloads entwickelt, nachdem die App für das Keyword „xy“ von Platz 5 auf Platz 2 in den Suchergebnissen gerückt ist? Die Methode ist mit Sicherheit sehr ungenau, aber sie hilft immerhin weiter. Auf jeden Fall sollte sich die Zahl der Installationen nach der Implementierung einer ASO-Strategie positiv entwickeln. Dabei ist es wichtig, die organischen Downloads von den Installationen zu separieren, die aus bezahlten Werbekampagnen stammen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass organisch gewonnene Nutzer die wertvollsten sind, da sie aktiv nach einer bestimmten App gesucht haben.

Conversion und Umsatz

Unter dem Strich ist der Umsatz natürlich die entscheidende Größe, wenn es um die Bewertung von Marketing-Maßnahmen geht. Der Ansatz zur Erfolgsmessung ist dabei der gleiche wie bei der Korrelation von Downloads und Position der App innerhalb der Suchergebnisse. Um ein klares Bild über den Erfolg der Bemühungen zu erhalten, muss sich der Anbieter auch klar sein, auf welche Weise er Umsätze mit seiner App generiert. Handelt es sich um eine kostenlose App mit Werbung, eine kostenpflichtige App oder eine kostenlose herunterladbare App mit In-App-Käufen? Informationen und Verkaufszahlen und In-App-Verkäufen können direkt in der Google Developer Konsole und bei iTunes Connect abgelesen werden. Darüber hinaus sollte die Conversion Rate im Blick behalten werden. Es kommt nämlich häufig vor, dass die Conversion Rate durch verstärkte ASO-Maßnahmen steigt. Steigt also die Conversion Rate an, ist dies ein weiterer Indikator für erfolgreiche ASO.

App Store Impressions

Sowohl Apple als auch Google weisen die Zahl der Besucher der eigenen App-Store-Landingpage aus. Bei Apple geschieht dies über die iTunes Connect App Analytics, während bei Android die Google Developer Console notwendige Daten bereitstellt. Wichtig ist es dabei, wieder die Conversion Rate in Bezug zu setzen. Durch bessere Rankings wird die Zahl der Impressions steigen. Sinkt die Conversion Rate dadurch ab, wird es notwendig sein, sich seinen App-Titel oder die App-Beschreibung anzusehen und gegebenenfalls zu optimieren.

Lifetime Value

Der Lifetime Value ist die wichtigste Umsatz-Messgröße, denn sie beschreibt den finanziellen Erfolg der App und den Wert jedes Nutzers über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Wobei nicht nur Umsatzzahlen einen direkten Wert darstellen können. Die Betreiber einer News-App schauen möglicherweise eher darauf, wie viele Artikel gelesen und Ad Impressions dabei generiert wurden. Für die Anbieter einer Musik-App wie z. B. einem Online-Radio zählt hingegen zunächst mal die Zeit, die der Nutzer innerhalb der App verbringt.

Aber ansonsten spielt der monetäre Wert des Nutzers natürlich die wichtigste Rolle. Shopping-Apps interessieren sich für die Zahl und den Wert von Verkäufen, während Spiele-Anbieter ihre In-App-Verkäufe im Auge haben. Mit dem Lifetime-Value-Wert für verschiedene Nutzersegmente kann ermittelt werden, wieviel Werbebudget aufgewendet werden kann, um weitere Nutzer dieser Art zu akquirieren und dabei weiterhin einen positiven Deckungsbeitrag zu haben.


Bereits 1999 – während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre – kam Ingo Kamps im Rahmen eines Praxissemesters bei der Nintendo of Europe GmbH mit dem Online-Marketing in Berührung. Im Jahr 2004 gründete er in Berlin das Performance-Marketing Unternehmen cayada GmbH, das seit 2012 in München firmiert.

Im Mai 2014 übernahm das zum Mobilfunkunternehmen Drillisch Online AG Teile der zu cayada gehörenden Online-Assets. Ingo Kamps verantwortete diese Assets bis 2016 innerhalb der Drillisch AG und war darüber hinaus für die Bereiche Multichannel, Mobile Marketing und Programmatic Advertising verantwortlich. Seit Juni 2016 berät er Unternehmen wie MediaMarktSaturn Retail Group und Vodafone GmbH in verschiedenen Bereichen des Online-Marketings und kümmert sich für die Contact Impact GmbH um die Performance-Vermarktung des Axel-Springer-Inventars.

Als Speaker und Panel-Teilnehmer hat er über die Jahre an diversen Konferenzen teilgenommen. Mit „Einstieg in erfolgreiches Mobile Marketing“ und „Performance-Marketing (Springer-Gabler-Verlag)“ hat er auch außerdem schon zwei eigene Bücher veröffentlicht und an weiteren Büchern partizipiert.

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