#16/ 2019
3/9

ein paar worte zum geleit

Früher war alles einfacher: der Chef (tatsächlich meist männlich) saß in seinem Einzelbüro, die Tür blieb meist offen (weniger als Symbol für eine Politik der offenen Tür denn zur Mitarbeiterbeobachtung), Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden meist einzeln herbeizitiert und die täglichen Aufgaben verteilt (damit konnte man sich als Chef zur „black box“ machen und gleichzeitig größere Diskussionen um Prozesse und Strategien vermeiden). Gut, das war jetzt etwas plakativ, dient aber heutzutage immer noch gut als negatives Abziehbild, um vielfältige Theorien und Meinungen zum Thema „Neue Führung“ zu verdeutlichen. Schließlich haben wir das 21. Jahrhundert erreicht, der Mitarbeiter als selbstorganisierter Unternehmer und Netzwerkteilnehmer agiert selbstbewusst in Organisationen und definiert Aufgaben und Workflows selbstbestimmt. Gut, das ist das nächste überzogene Bild, dennoch muss sich Führung verändern – nur stellt sich für viele die Frage, wie sie das denn bitteschön bewerkstelligen sollen. Das diagnostiziert auch unsere Autorin Sigrid Stinnes: „Führungskräfte stehen vor großen Herausforderungen. Sie sollen Innovationen vorantreiben und neue Prozesse etablieren – möglichst kommunikativ und transparent. Allerdings bewegen sie sich häufig in alten Strukturen und Denkmustern, die sich nicht von heute auf morgen verschieben lassen. Von ‚Digital Leadership‘ oder ‚Servant Leadership‘, also dienender Führung, ist heute die Rede. Doch mit der Frage, wie diese ausgestaltet wird, fühlen sich Manager/innen oft allein gelassen … Der digitale Wandel schubst Führungskräfte aus ihrer Komfortzone.“ Damit es hier nicht gar zu ungemütlich wird, hat sie sich gleich einige beliebte Irrtümer in diesem Zusammenhang vorgenommen und aufgelöst. Eines aber dürfte ganz klar sein (neben der Tatsache, dass es nicht DIE richtige Form der Führung für alle und jede Situation gibt): Hier wird noch viel experimentiert, diskutiert und auch wieder verworfen werden müssen.

Apropos „experimentiert“: Wir stellen im digital publishing report gerne solche experimentellen Projekte aus den Medienunternehmen vor – das darf hier gerne als Aufruf an die Leserinnen und Leser verstanden werden, sich zu melden. Konkret haben wir in dieser und der nächsten Ausgabe zwei solcher „spannenden“ Testballons: dieses Mal der Münchner Hanser Verlag mit seinem „HANSERearlyreading“-Projekt. Hier geht es konkret darum, den Kreativen über die Schulter zu schauen, zu interagieren und aus Verlagssicht natürlich zukünftige Leser/Käufer zu generieren. In einem Interview mit Leseprobe stellt das dahinterstehende Hanser-Team das Projekt genauer vor. In der nächsten Ausgabe wird dann der Stämpfli Verlag aus Bern sein Projekt präsentieren: die automatische Übersetzung von Texten – mehr sei an dieser Stelle noch nicht verraten.

Gleich drei Artikel in dieser Ausgabe beschäftigen sich im weitesten Sinn mit dem Thema: „Wie funktioniert Content in sozialen Netzwerken?“ Jan Firsching und Meike Leopold beschäftigen sich mit dem Thema richtiges Publizieren auf Linkedin bzw. in Unternehmensblog. Und Melanie Grundmann widmet sich mit Tipps zur Traffic-Steigerung dem unterschätzten Netzwerk Pinterest.

Wir in der Redaktion wurden ja im letzten Jahr nicht müde, das Potenzial von Pinterest für Medienunternehmen zu betonen. Das ist auch der Grund, warum wir zusammen mit Melanie Grundmann am 26.8. das Webinar „So setzen Medienunternehmen den hidden champion Pinterest erfolgreich ein“ durchführen werden. Wir freuen uns über zahlreiche Anmeldungen!

 

 

Viel Spaß bei der Lektüre und reichliche Erkenntnisse

 

Steffen Meier