#15/ 2019
3/10

ein paar worte zum geleit

Schon mal etwas von „headless e-commerce“ gehört? Nein, es geht dabei nicht um kopfloses digitales Geschäftemachen sondern eine grundlegend andere Herangehensweise an technische Systeme, wie unser Autor Manfred Bayer-Lemerz beschreibt: „Produkt- und Bestandsdaten sowie Geschäftslogiken werden in den jeweiligen Backend-Systemen, etwa Warenwirtschaft, Kunden- und Content-Management sowie Produktinformationssystemen (PIM), zentral verwaltet. Die Darstellung der Inhalte erfolgt unabhängig davon in individuell konfigurierten und designten Frontends – wird also in der Benutzerschnittstelle selbst (dem „Kopf“) definiert. Der Datenaustausch erfolgt hier über eine intelligente API (Application Programming Interface). Wie viele und welche Frontends angeschlossen und welche Inhalte dort jeweils dargestellt werden, ist dabei völlig unerheblich.“ 

Dies gibt eben jenen Systemen eine ungeheure Dynamik, vor allem in Hinsicht der relativ frei wählbaren Endkanäle. Das spannende dabei, wie ebenso in diversen Ausgaben des digital publishing report beschrieben, ist die Tatsache, dass es hier um eine grundlegend neue Herangehensweise über viele Anwendungsfälle geht, aktuell zum Beispiel im Bereich Content Management Systeme – nicht umsonst wird dies von Unternehmen wie Adobe massiv vorangetrieben.

Alles andere als „kopflose“, sondern gezielte Kundenansprache steht im Mittelpunkt dreier Artikel zur Kundenzentrierung und Customer Journey. Anne M. Schüller nimmt dabei eher die Herausforderung an Organisationsstrukturen in den Fokus: „Klassische Organisationen verharren in der Abteilungsdenke. Aufgaben werden entlang von internen Berichtslinien organisiert. Die Hauptaktionsrichtung verläuft dabei vertikal, also topdown und wieder zurück. Eine typische Customer Journey hingegen verläuft immer quer durch die Unternehmenslandschaft. Marktorientierung und Kundenzentrierung gelingen also nur dann tatsächlich, wenn auf dezentrale Führung und crossfunktionale Strukturen umgestellt wird.“ Deswegen beschreibt sie die nötige Herangehensweise anhand einer neuen „job description“ eines nötigen „Customer Touchpoint Managers“. Dennis Proppe zeigt in einem weiteren Artikel anhand von 6 Phasen, wie sich ein solcher Transformationsprozess umsetzen lässt während Christian Kleemann sich der Frage widmet, wie man diese Customer Journeys im Vertrieb richtig handeln kann.

Neue Herangehensweisen an Prozesse sind hier schon lange ein Dauerbrenner, vornehmlich das Thema „Agilität“, bei dem man manchmal den Eindruck hat, eine Gruppe von 5 Personen habe exakt 6 Meinungen dazu. Einem immer wieder auftauchenden Missverständnis rückt Stefan Müller auf den Grund, der meint, „dass es sich bei Agilität und Entwicklungsprozessen um völlig unabhängige Konzepte handelt, die zu vergleichen ähnlich zielführend ist wie der Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen.“ Wir werfen gemeinsam einen Blick in den Obstkorb.

Und last not least schließen wir den Bogen zum eingangs erwähnten eCommerce. Viele Systeme erzeugen nämlich einen sogenannten Produkt-Feed, der auch extern in anderen Shops, aber vor allem auch Plattformen eingebunden werden kann. Eine brach liegende Goldgrube, wie Mike Weiler weiß.

Viel Spaß bei der Lektüre und reichliche Erkenntnisse

 

Steffen Meier

 

P.S. Das obenstehende Bild ist für all diejenigen gedacht, die gerade bei subtropischen Temperaturen in ihren Büros durchhalten.