#14/ 2019
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ein paar worte zum geleit

Haben Verlage wirklich "keine Strategien für Audio", wie unser Autor Christian Jakubetz kritisch in seinem Beitrag zum nächsten Technologie-Switch anmerkt? Zumindest herrscht noch viel Unsicherheit und Skepsis etwa den ersten Vorboten, den SmartSpeakern, gegenüber. Und tatsächlich sehen wir hier nur die Spitze des Eisbergs: Nötig wäre ein intensives Nachdenken darüber, dass sich immer mehr Mensch-Maschine-Dialog, aber auch Kommunikation zwischen Menschen selbst in Richtung „Audio“ (also Sprache) bewegt. Ein Nachdenken, was mit den Inhalten und Angeboten vieler Medienunternehmen passieren könnte, wie Interaktion mit Nutzern und Nutzerinnen zukünftig aussieht – und zwar deutlich über „etwas Amazon Echo-SEO“ hinaus. Vielleicht wäre es sinnvoller, an Stelle einer neuen Branchenaktion, die wieder einmal gedrucktes Papier in Buchform in den Mittelpunkt stellt, einmal in echte Forschung zu investieren? Es braucht mehr Vernetzungspunkte wie die Tagung „Die Zukunft des Lesens“ der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft 2017, die sich damals schon mit dem „umfassenden Wandel“ beschäftigte, den „die Digitalisierung und damit verbundene technologische Innovationen in nahezu allen Bereichen unserer Gesellschaft auslösen. Welchen Stellenwert und welche Bedeutung hat das Lesen dann noch in der Gesellschaft?“ Aber vermutlich ist das dann doch wieder alles zu abstrakt, zu sehr Science-Fiction. Denken wir lieber noch etwas über Folien um Bücher herum nach, das ist näher und bequemer.

Wir aus der Redaktion des digital publishing report werden (leider) weiter unbequem sein. Wie oben beschrieben. Oder wenn wir uns ungeliebten, aber wichtigen Themen widmen. In dieser Ausgabe etwa der DSGVO – ein Jahr später und den aktuellen Entwicklungen bei ePrivacy. Oder wie man damit umgeht, wenn das eigene CRM-System ausfällt, und welche Notfallpläne man in der Tasche haben sollte. Schließlich ist es nicht nur damit getan, sich ein solches System anzuschaffen (für viele Verlage schon an sich eine enorme Herausforderung): „Gerade wenn das CRM-System erfolgreich im Zentrum aller Kundenprozesse steht, könnte ein Ausfall alle angeschlossenen Mitarbeiter auf dem Trockenen sitzen lassen. Ob im Vertrieb, im After Sales oder im Marketing – nirgends stünden den Kollegen Informationen, Dokumente und Prozessunterstützung zur Verfügung, die sie für ihre Arbeit benötigen“, so unser Autor Ralf Haberich.

Eng mit dem Thema CRM verbunden ist (Marketing) Automation. Frieder M. Egermann hat einige exemplarische automatische Prozesse auf der Ebene von E-Mail beispielhaft dargestellt, die nicht nur im Bereich eCommerce mehr Umsatz bringen können. Und last not least noch für alle Leserinnen und Leser, die eigene (Web)Reichweite Dritten anbieten, die Vorteile von Programmatic Advertising. Was das ist? Programmatic Advertising „bezeichnet den vollautomatischen und individualisierten Ein- und Verkauf von Werbeflächen in Echtzeit. Dabei werden auf Basis der vorliegenden Nutzerdaten gezielt auf den Nutzer zugeschnittene Werbebanner oder Werbespots ausgeliefert. Die Individualisierung der Werbeflächen geschieht dabei in der Regel über einen Auktionsprozess, bei dem, nach der Überprüfung der Nutzerrelevanz für die Kampagne des Werbetreibenden, der Höchstbietende den Zuschlag erhält und den Werbebanner aussteuern darf. Dieser Prozess dauert üblicherweise nur wenige Millisekunden.“ (Wikipedia)

Und schon wieder etwas gelernt, oder?

 

Eine angenehme Lektüre wünscht


Steffen Meier