#13/ 2019
9/10

trends in der zeitungsbranche

2018 belegte eine Studie des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und SCHICKLER, dass ein großer Trend der Zeitungen die Transformation der Medienunternehmen vom Produktanbieter zum Servicedienstleister zeichnet:

Mehr als die Hälfte der Verlage sieht erhebliche Marktchancen in dem Bereich Messen und Veranstaltungen

Eine ganze Reihe von strategischen Vorteilen wird dafür angeführt:

  1. Gegenüber Messen haben Verlage den Vorteil, dass sie ihre eigenen Medien nutzen können, um Messen zu bewerben. Und das ohne nennenswerte Kosten.
  2. Verlage sind im Hinblick auf potenzielle Aussteller (aus der Region) hervorragend vernetzt.
  3. Schließlich können sie attraktive Pakete (Messestand plus Werbeanzeigen) anbieten.

Fazit der Studie: Messen können ein wichtiges und profitables Standbein für Verlage sein.

Und nun?

Messen punkten mit Raum, Logistik und Infrastruktur. Medien mit Reichweite. Die Studie impliziert ein paar strategische Überlegungen, die Verlage anstellen müssen:

Die Veranstaltung und Vermarktung von Messen sind aufwändig. Lässt sich das als neues Geschäftsfeld wirklich etablieren und dann auch noch skalieren? Welche Themen können besetzt werden? Wo soll das stattfinden? Und mit welchen internen (oder neuen) Ressourcen durchgeführt werden?

Wir sehen hüben wie drüben den gleichen systemischen Fehler: Warum werden nicht die Kunden und Zielgruppen befragt, was sie wirklich wollen? Mehr Messen besuchen? Neue Branchenmedien lesen? Unsere Umfrage zeichnete ein anderes Bild:

Teilnehmer wollen in erster Linie ihr geschäftliches Netzwerk erweitern bzw. pflegen und sich über Branchenentwicklungen informieren, die Umsetzung oder Vorbereitung von Investitionsvorhaben ist ein nachgeordneter Besuchsgrund.

Am Ende mögen Kooperationen oder gar Co-Kreationen von Medienunternehmen und Messen eine Lösung sein. Und auch erfolgreich, wenn sie einen Nutzer zentrierten Ansatz verfolgen.