#13 / 2018
9/12

instagram ist für medienunternehmen „wie gemacht“

Über instagram und die mobile visuelle ära

Wie unsere Auswertung zu Kennzahlen im digitalen Marketing vor kurzem gezeigt hat investieren viele Medienunternehmen Ressourcen in Instagram. Ist Instagram das neue Facebook?

Die Produktarchitektur von Instagram ist für Medienunternehmen „wie gemacht“.  Mit seiner von Anfang an visuellen Ausrichtung, der hohen Akzeptanz von Stories, Live-Sessions, der In-App Shopping Funktion, der Möglichkeit, anderen Menschen oder Unternehmen unkompliziert zu folgen, mit Influencern zusammenzuarbeiten und schließlich zielgerichtet Werbung zu schalten, sticht Instagram Facebook je nach Medienprodukt oder Marketingziel durchaus aus.  Während Facebook über eine Millionen Fake-Account löscht und sich Problemen, wie Fake-News  oder Datenskandalen stellen muss, bleibt Instagram davon scheinbar unberührt und durchbricht zudem die 1 Milliarde Nutzergrenze. Für Medienunternehmen höchste Zeit, ihren Zuschauern, Lesern oder Usern dorthin zu folgen. Ich denke aber das diese Aussage für jedes Medienunternehmen trotzdem höchst individuell zu beantworten wäre.

Ist der Trend in sozialen Netzwerken grundsätzlich Richtung "visuell", also Bild oder Video?

Definitiv. Wir leben in einer visuellen mobilen Ära. Visuelle Inhalte fungieren in einer komplexen, beschleunigten und globalisierten Welt als universelle, vereinfachte Sprache, die jeder versteht und zudem leichter verarbeiten kann als Text.

Was macht denn einen guten Instagram-Post aus?

Ein guter Post muss vielen Anforderungen gleichzeitig gerecht werden: sich beispielsweise in die Bildsprache der Instagram-Welt einfügen können und gleichzeitig der eigenen Marke treu bleiben, "Stopping-Power“ im Newsfeed oder auch Explorer der Nutzer besitzen, auf die eigene Zielgruppe abgestimmt sein, deren Lust an Ästhetik bedienen und schließlich über eine involvierende und aktivierende Bildunterschrift verfügen.

Wem folgen Sie auf Instagram?

Ich bin von vielen Instagramern begeistert, seien es Streetfotografen, wie @eskimo oder @jn , Architekturliebhaber wie @tobishinobi oder @tonistadlr, Food-Lover wie @_foodstories_ oder kreative Instagramer, wie @leointhegarden,  @nininotschka oder @seesüchtig. Ich könnte die Reihe noch um mindestens 300 Accounts fortführen :-). Für mich ist es ein Genuss, die Bilder oder Videos dieser Instagramer jeden Tag anzuschauen, weshalb meine Begeisterung für Instagram nicht abreisst.

Wieso hat sich Instagram statt des deutlich älteren Pinterest im Bereich "visuelle Netzwerke" durchgesetzt?

Ein Punkt ist die schon angesprochene Produktarchitektur von Instagram, die dem Medien- und Kommunikationsverhalten der Menschen besonders Rechnung trägt. Allerdings ist Instagram ein soziales Netzwerk, während sich Pinterest eher als visuelle Suchmaschine versteht und damit anderen Wachstumsmechanismen als Instagram unterliegt. Wesentlicher Wachstumsmotor dürfte jedoch auch Facebook gewesen sein, von dessen Technologiefortschritt Instagram profitiert hat und das für die schnelle Implementierung von Innovationen wie Stories oder InApp-Shopping gesorgt hat.



Kristina Kobilke ist am 4.7. Referentin des dpr Webinars „Instagram für Medienunternehmen“. Mehr Informationen zum Webinar finden Sie hier.



Kristina Kobilke, Jahrgang 1977, ist Diplom-Betriebswirtin, selbständige Trainerin, Autor und Coach für Digitalen Wandel, Digitale Medienkompetenz und Digitales Marketing. Sie ist bereits seit 1999 begeisterte Anhängerin der „Digitalen Szene“ und arbeitete 13 Jahre für den Internet-Pionier AOL Deutschland sowie das Medienhaus Gruner+Jahr. Eines ihrer Schwerpunktthemen bildet die digitale Markenkommunikation über Visual Social Media, insbesondere Instagram. Ihr neuestes Buch „Marketing mit Instagram“ ist im August 2017 im mitp-Verlag erschienen.