#12/ 2020
3/9

Ein paar Worte zum Geleit

Guten Tag! 

Sie werden sich vielleicht wundern, hier ein neues Gesicht zu sehen. Das ist verständlich. Wurden Sie doch in den letzten Jahren an dieser Stelle von den beiden sehr geschätzten Kollegen Steffen Meier und Daniel Lenz begrüßt. Doch keine Sorge. Das wird auch wieder so sein. Doch zunächst darf ich Sie zu dieser Ausgabe von dpr-Magazin begrüßen. Und das hat einen Grund: Seit 01. November bin ich als neuer weiterer Herausgeber und Mitgesellschafter sozusagen der Dritte im Bunde. 

Die Zukunft der Medien hat mich schon immer interessiert. Und dieses Interesse hat mit zunehmendem Einzug digitaler Technologien, mit verändertem Nutzungsverhalten und vor allem mit den vielen neuen Möglichkeiten durch interaktive Formate und Plattformen noch einmal stark zugenommen. Jedem, dem etwas an Journalismus und Medien liegt, müsste eigentlich – trotz der aktuellen Krise der Medien – die jetzige Zeit als echte Chancenzeit begreifen. 

Aus diesem Grund hat mich dpr digital publishing report schon immer fasziniert. Denn es ist die einzige Plattform für Medienmacher, die nicht auf Personalien und Klatsch setzt, die nicht dem täglichen Hype hinterherhechelt (der meist morgen ohnehin schon wieder vergessen ist). Stattdessen nähert sich dpr konzept- und lösungsorientiert dem Thema. Und genau diesen Charakter wollen wir in Zukunft noch weiter ausbauen: Wir suchen und liefern Antworten auf die Frage, was Medien in der Zukunft relevant und erfolgreich macht.  

Ich selbst darf auf eine lange Erfahrung mit digitalen Formaten, Kanälen und Medien zurückblicken. Im Jahr 1986 schrieb ich meine erste Geschichte über das gerade erfundene ftp, das File-Transfer-Protokol, mit dem sich frühe Nerds über so genannte Mail-Box-Systeme zusammenschlossen und Dateien austauschten. Im Jahr 1996 fuhren einige ehemalige PRINZ-Kollegen (wer PRINZ nicht mehr kennt: das war eine in den 1990er Jahren sehr erfolgreiche Stadtillustrierte mit zehn Großstadt-Ausgaben) und ich zu Paulus Neef in seine Berliner Firma Pixelpark. Sie war damals der Marktführer unter den Online-Agenturen. Ich sah dort meinen ersten Web-Browser – damals den Netscape Navigator, den ich einige Minuten lang für eine Pixelpark-Entwicklung hielt und die Kometen-Animation im Rahmen oben rechts lobte ("Habt ihr toll programmiert..."). ;-)

Zur Jahrtausendwende hatten wir unter anderem die erste Website der HÖRZU (mit einer interaktiven Online-Filmdatenbank), die erste Website der Schwäbischen Zeitung (individualisierbar mit 22 Lokalausgaben) und die der Musikmesse POPKOMM entwickelt und online gebracht. Für die Website von Tim Renners MotorMusic habe ich einen Nagel des Art Director Clubs bekommen. In den 2000er und 2010er Jahren war ich an der Entwicklung von agrarheute.com (das heute zu den fünf reichweitenstärksten Fachportalen im deutschen Internet zählt) sowie der gesamten Digitalstrategie des dlv beteiligt. Mit seinen Kundendatenbanken gehört das Medienunternehmen heute zu denen, die optimal für die kommenden Veränderungen und Chancen aufgestellt sind.

Nun erleben wir einen neuen Technologiesprung: Mit Maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz verändern sich inhaltliche und werbliche Formate, Analyse-Methoden, Prozesse und Abläufe in Medienunternehmen. Genau die richtige Zeit also, um sich der Frage zu stellen, was diese neue Publishing-Generation charakterisiert – und wie die Medien in ihr funktionieren. Darum geht es hier.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre

Olaf Deininger

Co-Herausgeber 

DIGITAL PUBLISHING REPORT 

PS: Begrüßen darf ich an dieser Stelle auch ganz herzlich Michael Geffken. Wir freuen uns, dass wir den erfahrenen Journalisten und Chefredakteur, den langjährigen Direktor und Geschäftsführer der Leipzig School of Media, Gründer von w+v Online und freier Autor, US-Korrespondent für die Süddeutsche, FAZ und WirtschaftsWoche als neues Mitglied im ThinkTank von dpr gewinnen konnten. 

Die Website unseres dpr-ThinkTanks bitte hier entlang