#11/2024
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Spotify führt bei Podcasts und Hörbüchern

Der Online-Audio-Monitor (OAM) 2024 verrät Nutzungsmotive und beweist erneut dynamisches Wachstum

Die Online-Audio-Nutzung in Deutschland erreicht einen neuen Höchstwert. 52 Millionen Personen ab 14 Jahren hören Webradio, Musikstreaming, Podcasts & Co. Damit ist die Nutzung im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozentpunkte auf 74 % gestiegen.

Besonders Podcasts legen mit einem Zuwachs von 20 % deutlich zu: Fast 25 Millionen Personen ab 14 Jahren hören dieses Format zumindest gelegentlich.



In diesem Jahr wurden die Hörer und Hörerinnen erstmals nach ihren Nutzungsmotiven gefragt. Die Ergebnisse belegen insgesamt die hohe emotionale Bindung, die Online-Audio-Angebote zu erzielen imstande sind.


Nachfolgend die wichtigsten Ergebnisse des Online-Audio-Monitors (OAM) 2024, der am 12. September im Rahmen einer Online-Veranstaltung präsentiert wurde. Der Online-Audio-Monitor 2024 steht auch zum Download zur Verfügung.


Spotify bleibt die Nummer 1 bei Podcasts und Hörbüchern


Der Siegeszug von Spotify zeigt sich an den Zahlen zur Nutzung der Plattformen je nach Audio-Genre:

  • YouTube behauptet sich zwar mit einem Zuwachs um 6 Prozentpunkte (auf 63%) als insgesamt führende Online-Audio-Plattform für Musikstreaming. 
  • Aber: Bei den unter 30-Jährigen bleibt Spotify der meistgenutzte Zugang für Musik (75% der Musikstreaming-Nutzenden). 

  • Bei Podcasts hält sich Spotify mit einem Nutzungsanteil von 53 Prozent stabil an der Spitze, gefolgt von YouTube (41%) und den Audiotheken und Webseiten der Radiosender (31%). 
  • Spotify (42%) und YouTube (35%) sind auch bei Hörbüchern die beliebtesten Zugänge. Hier kann sich Amazon mit Audible (29%) auf Platz drei vor den Audiotheken und Webseiten der Radiosender (21%) behaupten. Die größten Zuwächse verzeichnet hier RTL+ (vormals Audio now).


Online-Audio bringt in Stimmung


Besonders häufig werden Online-Audio-Formate gehört, um die Stimmung zu heben, sich zu entspannen und Situationen aufzuwerten (84 % der regelmäßigen Nutzer und Nutzerinnen). Auch ist Online-Audio inzwischen für fast drei Viertel der regelmäßigen Hörer und Hörerinnen (73 %) fester Bestandteil ihres Alltags. 


Zwei Drittel (67 %) nutzen Online-Audio-Formate, um sich zu informieren. Ebenso vielen (66 %) dient Online-Audio als persönlicher Ratgeber und als Inspirationsquelle für neue Themen und Musik. Auch die soziale Interaktion spielt eine Rolle: 44 % hören Online-Audio-Formate, um mitreden zu können oder sich mit den jeweiligen Hosts verbunden zu fühlen.


Gemischte Gefühle gegenüber KI-generierten Inhalten

Beim Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI) befürchten viele Online-Audio-Nutzende (45 %), nicht mehr erkennen zu können, wer oder was hinter den Inhalten steckt. KI-generierte Informationen/Nachrichten, moderierte Chart-Shows sowie komplette Radioprogramme sind für jeweils ein Drittel von ihnen „überhaupt nicht in Ordnung”. 

Künstlich erzeugte Stimmen bekannter Personen sind sogar für die Hälfte der Befragten tabu. Die höchste Akzeptanz von KI zeigt sich bei den Befragten im Zusammenhang mit unterstützender KI bei Wetter- und Verkehrsinformationen. Generell gehen die 14- bis 29-Jährigen mit dem Thema „KI“ selbstverständlicher und zuversichtlicher um als ältere Generationen.


Hör-Ort Auto: besonders beliebt

85 % derjenigen, die regelmäßig Online-Audio-Inhalte nutzen, hören diese außer Haus. Die Online-Audio-Nutzung im Auto bleibt dabei mit 61 % die häufigste Nutzungssituation. Meistgenutztes Online-Audio-Format im Auto ist mit 62 % das Musikstreaming – dennoch bleibt Radio in Summe das am häufigsten genutzte Audioformat im Auto.


Smart-TV auf Platz zwei

Smart-TV ist mittlerweile nach dem Smartphone das zweitwichtigste Abspielgerät unter regelmäßigen Online-Audio-Nutzenden. Vier von zehn hören Webradio und/oder Audio-on-Demand-Angebote über Smart-TV. Mit einem Nutzungsanteil von 83 % bleibt das Smartphone das mit Abstand am häufigsten genutzte Online-Audio-Gerät. Mit einem erneuten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr gewinnen zudem das Tablet (37 %), WLAN-Radio (31 %) sowie die Smartwatch (13 %) an Relevanz.


Über den OAM 2024

Auftraggeber des OAM 2024 sind neben der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb), die Medienanstalt für Baden-Württemberg (LFK) und die Landesanstalt für Medien NRW sowie der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), der Verband Privater Medien (VAUNET) und die Radio Marketing Service (RMS). Durchgeführt wird die Studie von mindline media.