#10/2024
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Newsletter-Trends, das Fediverse und ein boomender Hörbuch-Markt

tech@media: Newsletter revolutionieren den Lokaljournalismus: Erfolgsstrategien zur Monetarisierung von Newslettern

Eine aktuelle Studie von MAGNA Media Trials und Sherwood Media beleuchtet die wachsende Bedeutung von Newslettern in der Verlagswelt. Laut der Umfrage unter regelmäßigen Newsletter-Lesern bevorzugen 41 % diese gegenüber anderen Nachrichtenquellen wie TV oder Nachrichten-Websites. Zeitungen hingegen rangieren mit 17 % weiter hinten. Ein zentraler Punkt der Studie zeigt, dass ein Drittel der Newsletter-Leser keine Nachrichten-Websites als Hauptquelle nutzen.

Dieses Ergebnis bestätigt den Ansatz des Netzwerks „6AM City“, das 2016 von Ryan Heafy und Ryan Johnston gegründet wurde. Ihr Konzept setzt gezielt auf Newsletter als primäres Produkt, mit dem sie in 28 US-Märkten erfolgreich sind. Sie betonen, dass Newsletter im Vergleich zu traditionellen Nachrichtenformaten besser auf die Bedürfnisse der Nutzer eingehen und so die Verweildauer und Werbeeinnahmen steigern können.

Dan Kennedy, Professor für Journalismus an der Northeastern University, erklärt, dass viele Leser Newsletter bevorzugen, weil sie das Vertrauen in Plattformen wie Google und Facebook verloren haben. Diese bieten zunehmend KI-generierte Inhalte oder reduzieren ihre Nachrichtenangebote, was das Interesse der Nutzer an Newslettern weiter verstärkt.

Insbesondere lokale Nachrichtenportale setzen verstärkt auf Newsletter, um die Bindung zu ihren Lesern zu stärken. Eine Umfrage unter den Mitgliedern der LION Publishers zeigt, dass 95 % der befragten kleinen Verlage Newsletter nutzen. Diese Verlage sehen darin eine Chance, von sozialen Netzwerken und Suchmaschinen unabhängiger zu werden und tiefere Beziehungen zu ihrer Leserschaft aufzubauen.

Ein erfolgreiches Beispiel ist „BoiseDev“, ein lokales Nachrichtenportal, das 2016 gegründet wurde. Mit verschiedenen Newsletter-Formaten, darunter ein täglicher und ein wöchentlicher Newsletter, konnte es eine junge Leserschaft gewinnen und eine engagierte Community aufbauen. Das Modell von „BoiseDev“ setzt auf eine Mischung aus kostenfreien Inhalten und exklusiven Mitgliedervorteilen.

Die Monetarisierung von Newslettern ist jedoch noch eine Herausforderung. Viele Verlage nutzen Newsletter nicht direkt zur Umsatzgenerierung, sondern als Mittel, um den Traffic auf ihren Websites zu erhöhen. Einige, wie „BoiseDev“, arbeiten eng mit lokalen Werbeagenturen zusammen, um ihre Anzeigenflächen zu vermarkten.

Auch 6AM City setzt auf diverse Einnahmequellen, darunter Affiliate-Marketing. Mit einer ersten Kampagne in Kooperation mit Amazon erzielten sie über eine Million Dollar Umsatz. Zudem integrieren sie Affiliate-Inhalte in ihre Plattform „The Buy“ und binden diese direkt in ihre Newsletter ein. Ihre Strategie, lokale Newsletter mit wirtschaftlichem Nutzen für die jeweiligen Gemeinden zu verbinden, zeigt, wie vielseitig das Format Newsletter eingesetzt werden kann.

Insgesamt zeigt die Studie, dass Newsletter eine immer wichtigere Rolle im Verlagswesen einnehmen, insbesondere für kleinere Verlage, die durch direkte Leserbeziehungen und innovative Monetarisierungsansätze erfolgreich sind.

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Hörbuchmarkt boomt: Globaler Umsatz könnte bis 2030 auf 35 Milliarden Dollar klettern

 

Der globale Hörbuchmarkt erlebt einen beispiellosen Aufschwung. Eine umfassende Analyse, "Frankfurt Audio Whitepaper 2024", von Javier Celaya, Gründer von Dosdoce.com, in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse, prognostiziert ein beeindruckendes Wachstum. Demnach könnte der weltweite Umsatz mit Hörbüchern bis 2030 auf 35 Milliarden Dollar ansteigen - ein jährliches Plus von über 25%. Diese Entwicklung stellt das erwartete durchschnittliche globale Wachstum des Printbuchmarkts von 2% deutlich in den Schatten.

Aktuell beläuft sich der globale Hörbuchumsatz auf circa 7 Milliarden Dollar jährlich. Die regionale Verteilung zeigt Nordamerika mit 2,6 Milliarden Dollar als Spitzenreiter, gefolgt von Europa mit 1,5 Milliarden Dollar und China mit 1,3 Milliarden Dollar. Der Rest der Welt steuert 1,6 Milliarden Dollar bei. In den USA hat das Format bereits breite Akzeptanz gefunden: 52% der Erwachsenen, etwa 150 Millionen Menschen, nutzen Hörbücher.

Subscription-Modelle erweisen sich als Haupttreiber des Marktes. In vielen europäischen Ländern generieren sie über 80% der Audio-Einnahmen für Verlage. Plattformen wie Audible, Storytel und Bookbeat dominieren dieses Segment. Auch Spotify hat das Potenzial erkannt und bietet seinen Premium-Abonnenten neuerdings 15 Stunden kostenloses Hörbuchhören pro Monat.

Die Studie deckt interessante sprachspezifische Unterschiede im Hörbuchkonsum auf. Während 87,4% der deutschsprachigen Hörbücher über Abonnements vertrieben werden, sind es bei italienischsprachigen nur 24%. Englischsprachige Hörbücher liegen mit 39,1% dazwischen. Die digitale Ausleihe über Bibliotheken spielt bisher eine untergeordnete Rolle und macht in den meisten Sprachen weniger als 5% des Vertriebs aus.

Künstliche Intelligenz wird als Schlüsseltechnologie für die Zukunft des Hörbuchmarkts identifiziert. Sie verspricht effizientere Produktionsprozesse und neue Möglichkeiten zur Personalisierung des Nutzererlebnisses. Gleichzeitig wirft der Einsatz von KI Fragen zum Urheberrechtsschutz auf, die die Branche in den kommenden Jahren beschäftigen werden. 

Der Bericht beleuchtet auch neue Geschäftsmodelle und aufstrebende Märkte. In Afrika beispielsweise setzt die Plattform YouScribe auf Mikrozahlungen, um den Zugang zu Hörbüchern zu erleichtern. Kinderfreundliche Abspielgeräte wie Tonies oder Yoto gewinnen an Bedeutung und könnten den Konsum von Kinderhörbüchern in den nächsten Jahren um 30% steigern.

Die Analyse zeigt deutlich: Der Hörbuchmarkt steht vor einer Phase intensiven Wachstums und Innovation. Verlage und Plattformen stehen vor der Herausforderung, neue Zielgruppen zu erschließen, innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln und die Balance zwischen technologischem Fortschritt und kreativer Qualität zu finden. Die Zukunft des Hörens verspricht spannend zu werden.

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Online-Audio-Nutzung in Deutschland erreicht Rekordhöhe

 

Der Online-Audio-Monitor (OAM) 2024 zeigt, dass die Online-Audio-Nutzung in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht hat. 74% der Bevölkerung ab 14 Jahren (52 Mio. Personen) nutzen Webradio, Musikstreaming, Podcasts und ähnliche Formate. Besonders Podcasts verzeichnen mit einem Zuwachs von 20% einen deutlichen Anstieg.

Nutzungsmotive: Online-Audio wird hauptsächlich zur Stimmungsaufhellung, Entspannung und Informationsbeschaffung genutzt.

KI in der Audiowelt: Nutzer zeigen gemischte Gefühle, besonders jüngere Generationen gehen offener damit um.

Nutzungssituationen: 85% der regelmäßigen Nutzer hören Online-Audio außer Haus, davon 61% im Auto.

Geräte: Smartphones bleiben mit 83% das meistgenutzte Gerät, gefolgt von Smart TVs.

Der Online-Audio-Monitor (OAM) 2024 präsentiert beeindruckende Ergebnisse zur Online-Audio-Nutzung in Deutschland, die einen neuen Höchststand erreicht hat. Die am 12. September 2024 veröffentlichte Studie zeigt, dass 74 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren, was 52 Millionen Personen entspricht, aktiv Webradio, Musikstreaming, Podcasts und ähnliche Formate nutzen. Dies bedeutet einen Anstieg von drei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Besonders hervorzuheben ist der steile Aufstieg der Podcasts, die einen beachtlichen Zuwachs von 20 Prozent verzeichnen konnten. Mittlerweile hören fast 25 Millionen Personen ab 14 Jahren zumindest gelegentlich Podcasts.

Ein Novum der diesjährigen Studie war die Befragung nach den Nutzungsmotiven, die tiefe Einblicke in die emotionale Bindung der Hörer zu Online-Audio-Angeboten gewährt. Die Ergebnisse zeigen, dass Online-Audio-Formate besonders häufig genutzt werden, um die Stimmung zu heben, zu entspannen und Situationen aufzuwerten. Beeindruckende 84 Prozent der regelmäßigen Nutzer gaben dies an. Für fast drei Viertel (73 Prozent) der regelmäßigen Hörer ist Online-Audio inzwischen ein fester Bestandteil ihres Alltags. Zwei Drittel (67 Prozent) nutzen diese Formate, um sich zu informieren, und für ebenso viele (66 Prozent) dient Online-Audio als persönlicher Ratgeber und Inspirationsquelle für neue Themen und Musik. Auch die soziale Komponente spielt eine Rolle: 44 Prozent der Nutzer hören Online-Audio-Formate, um mitreden zu können oder sich mit den jeweiligen Hosts verbunden zu fühlen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Studie war das Thema künstliche Intelligenz (KI) in der Audiowelt. Hier zeigt sich ein gespaltenes Meinungsbild: Viele Online-Audio-Nutzende (45 Prozent) befürchten, nicht mehr erkennen zu können, wer oder was hinter den Inhalten steckt. KI-generierte Informationen/Nachrichten, moderierte Chart-Shows sowie komplette Radioprogramme stoßen bei jeweils einem Drittel der Befragten auf Ablehnung. Besonders kritisch werden künstlich erzeugte Stimmen bekannter Personen gesehen - für die Hälfte der Befragten ist dies tabu. Die höchste Akzeptanz von KI zeigt sich bei unterstützender KI für Wetter- und Verkehrsinformationen. Interessanterweise gehen die 14- bis 29-Jährigen mit dem Thema "KI" selbstverständlicher und zuversichtlicher um als ältere Generationen.

Was die Nutzungssituationen betrifft, so hören 85 Prozent der regelmäßigen Nutzer Online-Audio außer Haus. Das Auto bleibt dabei mit 61 Prozent die häufigste Nutzungssituation. Musikstreaming ist mit 62 Prozent das meistgenutzte Online-Audio-Format im Auto, wobei das Radio in Summe das am häufigsten genutzte Audioformat im Auto bleibt.

Bei den Abspielgeräten behaupten Smartphones mit einem Nutzungsanteil von 83 Prozent ihre dominante Position. Interessanterweise hat sich der Smart TV zum zweitwichtigsten Abspielgerät entwickelt - vier von zehn regelmäßigen Online-Audio-Nutzern hören Webradio und/oder Audio-on-Demand-Angebote über den Smart TV. Auch Tablets (37 Prozent), WLAN-Radios (31 Prozent) und Smartwatches (13 Prozent) gewinnen an Relevanz.

Der OAM 2024 basiert auf einer umfangreichen Befragung von 5.759 Personen, die sowohl telefonisch als auch online durchgeführt wurde. Die Studie wurde von mindline media im Auftrag verschiedener Medienanstalten und Verbände durchgeführt und unterstreicht die wachsende Bedeutung von Online-Audio im Alltag der Menschen sowie dessen Potenzial für die Medien- und Werbebranche.

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Digitales Marketing erholt sich: B2B-Sektor führt den Aufschwung an

 

Die digitale Marketingbranche verzeichnet nach dem Post-Corona-Tief einen deutlichen Aufschwung. Laut der Studie "DIGITAL MARKETING BENCHMARKS 2024" von absolit Dr. Schwarz Consulting, die in Kooperation mit der DMEXCO durchgeführt wurde, steigt die Gesamtaktivität über alle untersuchten Kanäle 2024 um 5% im Vergleich zum Vorjahr. Der B2B-Sektor zeigt mit einem Plus von 11% die stärkste Erholung, während die Finanzbranche ihre Aktivitäten um 5% reduziert.

Die Multichannel-Nutzung nimmt wieder zu: 68% der Unternehmen setzen auf Multichannel-Marketing, ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. 83% der Firmen sind in Social Media aktiv, wobei 74% bezahlte Social-Anzeigen schalten. 78% nutzen SEA oder Display Ads, während 79% aktives E-Mail-Marketing betreiben.

E-Mail-Marketing entwickelt sich zum Treiber für organisches Wachstum mit einem Anstieg der Aktivität um 26%. Im Gegensatz dazu verzeichnet die Social-Media-Aktivität einen Rückgang um 23%. Die Paid-Aktivität steigt um 24%, während die organische Suchmaschinen-Sichtbarkeit nur um 3% zunimmt.

Im Social-Media-Bereich gewinnen YouTube und LinkedIn an Relevanz, während die Meta-Plattformen stagnieren. Instagram überholt erstmals Facebook bei den Werbeausgaben. TikTok verzeichnet ein starkes Wachstum, besonders im Bereich der Kurzvideos.

Der Einsatz von mobilen Apps nimmt branchenübergreifend zu, wobei Reiseveranstalter mit einem Plus von 47% die Entwicklung anführen. Podcasts bleiben hingegen hinter den Erwartungen zurück, mit nur geringfügigem Wachstum auf 17% Nutzung.

Im Bereich der künstlichen Intelligenz zeigt sich ein interessanter Trend: 4% der Unternehmen verbieten ChatGPT das Crawlen ihrer Seiteninhalte, in der Medienbranche sogar 22%.

Die Core Web Vitals, wichtige Faktoren für die Nutzerfreundlichkeit von Websites, zeigen einen Rückgang vorbildlicher Werte von 46% im Vorjahr auf 39% in 2024. Gleichzeitig kämpfen 12% der mobilen Websites mit Ladezeiten von über 10 Sekunden.

Die Studie, basierend auf Daten von 5.000 Unternehmen aus der DACH-Region, 1,4 Millionen Datenpunkten und 28.000 Social-Media-Profilen, liefert einen umfassenden Überblick über die aktuellen Trends im digitalen Marketing. Sie zeigt eine Branche im Wandel, die sich nach der Pandemie neu ausrichtet und dabei auf eine Mischung aus bewährten und innovativen Strategien setzt.

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Fediverse: Eine neue Ära der Nachrichtenverbreitung im sozialen Web?

 

Die Landschaft der sozialen Medien für Nachrichtenverbreitung hat sich dramatisch verändert, berichtet Mathew Ingram in einem aktuellen Artikel. Twitter (jetzt X) und Facebook, einst zuverlässige Plattformen für Publisher, haben sich zu weniger gastfreundlichen Umgebungen entwickelt. Elon Musks Übernahme von Twitter führte zu Algorithmusänderungen und einer Zunahme von störendem Content. Facebook hingegen hat seine Unterstützung für Journalismus zurückgefahren und fördert Nachrichteninhalte nicht mehr aktiv.

In diesem Kontext gewinnt das "Fediverse" an Bedeutung. Es umfasst verschiedene soziale Plattformen wie Mastodon und Lemmy, die durch Open-Source-Code und das ActivityPub-Protokoll verbunden sind. Diese Föderation ermöglicht eine einfache Verbreitung von Inhalten über mehrere Plattformen hinweg.

Überraschenderweise hat sich Meta's neue Plattform Threads dem Fediverse angeschlossen. Trotz anfänglicher Skepsis hat Meta sein Versprechen gehalten und ermöglicht nun die Integration mit anderen Fediverse-Diensten. Dies könnte Publishern eine effiziente Möglichkeit bieten, eine breite Nutzerbasis zu erreichen.

Allerdings bringt diese Entwicklung auch Herausforderungen mit sich. Die Vielfalt der Fediverse-Dienste mit unterschiedlichen Nutzungsbedingungen kann für Publisher verwirrend sein. Zudem könnte eine übermäßige Verbreitung von Inhalten als Spam wahrgenommen werden. Auch die potenzielle Abhängigkeit von Meta's Threads bei der Verbreitung von Inhalten sehen einige kritisch.

Ingram beschreibt die Situation als Zwickmühle: Eine individuelle Nutzung aller Plattformen könnte Publisher überfordern, während eine Auslagerung an Threads zu Kontrollverlust führen könnte. Er schließt mit der Beobachtung, dass das Fediverse noch in der Entwicklung ist und frühe Experimente wertvolle Erkenntnisse liefern könnten.

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Cityside: Ein Erfolgsmodell für gemeinnützigen Lokaljournalismus?

 

Lance Knobel, Mitbegründer und CEO von Cityside, hat in der San Francisco Bay Area ein beachtliches gemeinnütziges Nachrichtenimperium aufgebaut. Wie Bob Miller für E&P Magazine berichtet, startete Cityside 2009 als gewinnorientiertes Online-Medium Berkeleyside.com, um eine Nachrichtenlücke in Berkeley zu füllen. Seitdem hat sich die Organisation erheblich weiterentwickelt.

2019 wandelte Cityside sein Geschäftsmodell in eine Non-Profit-Organisation um - ein Schritt, den Knobel als eine der besten Entscheidungen bezeichnet. Zuvor hatte das Unternehmen bereits 2016 durch ein innovatives direktes öffentliches Angebot über eine Million Dollar von 350 Lesern eingesammelt.

Der gemeinnützige Status eröffnete Cityside neue Finanzierungsmöglichkeiten. Bedeutende Investitionen vom American Journalism Project und der Google News Initiative ermöglichten die Expansion nach Oakland mit der Gründung von Oaklandside. Kürzlich wurde mit Richmondside die dritte Website in Richmond gestartet.

Cityside finanziert sich nun aus vier Hauptquellen: Stiftungen (33%), Großspender (30%), Mitgliedschaften und Werbung/Sponsoring (25%). Dieses Modell erlaubt es der Organisation, qualitativ hochwertigen Lokaljournalismus für die rund 670.000 Einwohner in den drei Städten kostenlos anzubieten.

Trotz des Erfolgs betont Knobel, dass es kein Patentrezept gibt. Die Finanzierung und Produktion von Journalismus in der Bay Area bleibe herausfordernd. Dennoch zeigt Citysides Wachstum, dass gemeinnütziger Lokaljournalismus funktionieren und gedeihen kann.

Das Beispiel Cityside demonstriert, wie innovative Finanzierungsmodelle und der Übergang zur Gemeinnützigkeit traditionelle Nachrichtenwüsten beleben können. Diese funktionieren allerdings oft genug eher Landes- und Kulturspezifisch.

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Flexible Zahlungsmodelle: Washington Post testet neue Abo-Strategien

 

Die Washington Post experimentiert mit innovativen Bezahloptionen, um ihre Einnahmen aus dem Digitalgeschäft zu steigern. Wie Laura Hazard Owen berichtet, bietet die Zeitung nun flexible Wochenpässe an, deren Preise zwischen 4 und 10 Dollar variieren. Diese neue Strategie folgt auf die Ankündigung von CEO Will Lewis im Mai, dass die Post Verluste schreibe und neue Wege finden müsse, um Einnahmen von Online-Lesern zu generieren.

Das Experiment zielt darauf ab, die wachsende Abo-Müdigkeit zu bekämpfen. Obwohl die Zahl der digitalen Abonnements seit 2014 von 10% auf 17% gestiegen ist, hat sich das Wachstum verlangsamt. Der Digital News Report zeigt, dass viele zahlungswillige Leser bereits gewonnen wurden und die Herausforderung nun darin besteht, gelegentliche Zahler zu konvertieren und neue Abonnenten in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten zu gewinnen.

Experten sehen in flexiblen Zahlungsmodellen Potenzial. Dominic Young, Gründer des digitalen Micropayment-Tools Axate, betont, dass selbst kleine Zahlungen von Nicht-Zahlern signifikante Summen ergeben können. Måns Ulvestam von der Pay-per-Article-Plattform Sesamy prognostiziert, dass andere Medien dem Beispiel der Post folgen könnten, insbesondere angesichts der durch KI veränderten Verkehrsmuster von Suchmaschinen.

Die flexible Strategie der Washington Post könnte nicht nur neue Leser anziehen, sondern auch ehemalige Abonnenten zurückgewinnen und wertvolle Kontaktdaten für zukünftige Marketingbemühungen sammeln. Ob sich dieses Modell als erfolgreicher Weg aus der Abokrise erweist, bleibt abzuwarten.

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Lokaljournalismus im Wandel: Neue Wege zu Reichweite, Service und Vertrauen


Auf dem Independent News Sustainability Summit in Chicago präsentierten Journalisten und Mediengründer innovative Ansätze, um Reichweite zu erhöhen, Gemeinschaften besser zu bedienen und Vertrauen aufzubauen. Sophie Culpepper berichtet für das Nieman Lab über die vorgestellten Strategien, die den Lokaljournalismus neu definieren und stärken sollen.

Simon Galperin von The Jersey Bee betont die Notwendigkeit, Journalismus als Instrument zur Stärkung der Gemeinschaft zu nutzen. Seine Organisation verteilt nicht nur Informationen, sondern auch lebenswichtige Güter wie Masken und Lebensmittel. Dieser Ansatz hat es The Jersey Bee ermöglicht, in Bereiche vorzudringen, die Journalisten normalerweise verschlossen bleiben. VTDigger in Vermont setzte auf bezahlte Community-Botschafter, um tiefere Einblicke in die Bedürfnisse der Gemeinschaft zu gewinnen. Diese Strategie, vorgestellt von Libbie Sparadeo, führte zu ehrlicheren Rückmeldungen und schuf langfristige Verbindungen zur Community.

Lela Savić von La Converse in Montreal nutzt unkonventionelle Formate wie "journalistischen Rap", um Jugendliche zu erreichen und ihnen eine Stimme zu geben. Ihre "Hood Heroes"-Serie und Community-Dialogveranstaltungen dienen als Plattform für komplexe Themen und fördern das Vertrauen in den Journalismus. Makeda Easter von The Art Rebellion konzentriert sich darauf, Künstler dort zu erreichen, wo sie sich aufhalten - sei es auf Instagram oder in Galerien. Ihr "Artist Pay Project" bietet wertvolle Einblicke in die finanzielle Realität von Künstlern und wird auf verschiedenen Plattformen präsentiert.

Ariel Zirulnick, ehemals bei LAist, gab praktische Tipps zur Implementierung solcher innovativen Projekte. Sie empfiehlt, neue Initiativen in die bestehende Strategie zu integrieren, Experimente sowohl als Dienst am Publikum als auch als neue Arbeitsweise zu betrachten und Prozesse sorgfältig zu dokumentieren. Diese Ansätze zeigen, dass moderner Lokaljournalismus weit über traditionelle Berichterstattung hinausgeht. Er erfordert aktives Engagement in der Gemeinschaft, kreative Formate und die Bereitschaft, über die Grenzen klassischer journalistischer Rollen hinauszugehen. Die vorgestellten Projekte verdeutlichen, dass der Erfolg lokaler Medien zunehmend davon abhängt, wie gut sie die spezifischen Bedürfnisse ihrer Gemeinschaften verstehen und bedienen können.

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Financial Times erkundet Potenziale und Grenzen von KI im Journalismus

 

Die Financial Times (FT) hat mit der Gründung ihres AccelerateAI-Teams einen innovativen Schritt in Richtung künstlicher Intelligenz gewagt. Liz Lohn, Produktdirektorin bei FT, berichtete auf der Future of Media Technology Konferenz über die Erfahrungen des Teams. Der Fokus lag dabei auf der Erkundung von Chancen und Risiken, ohne das Vertrauen der Leser zu gefährden.

Das Team konzentrierte sich auf zwei Hauptbereiche: die Erstellung und Entdeckung von Geschichten sowie deren Vermittlung. Bei der Inhaltserstellung zeigte sich schnell, dass die Qualität der KI-generierten Inhalte stark von den verwendeten Tools abhängt. Ein sechswöchiger Versuch, ein großes Sprachmodell (LLM) für Zusammenfassungen zu trainieren, führte zu ernüchternden Ergebnissen.

Erfolgreicher verlief ein Experiment zur computergestützten Nachrichtenentdeckung. Hier wurde KI genutzt, um aus strukturierten Datensätzen, wie den Ausgaben und Einkünften von Abgeordneten, neue Story-Ideen zu generieren. Allerdings bleibt das Problem der "Halluzinationen" - der Erfindung falscher Informationen durch KI - eine Herausforderung.

Sam Gould, KI-Experte bei FT Strategies, identifizierte drei klare Veränderungen im Nutzerverhalten: Produkte werden multimodal, Nutzer bevorzugen konversationelle Erfahrungen, und Automatisierungstools entwickeln sich zu Agenten. Die Multimodalität ermöglicht es Verlagen, mit verschiedenen Formaten zu experimentieren und interne Prozesse zu optimieren.

Chatbots erweisen sich als interessantes Werkzeug, um Inhalte zu erkunden, besonders bei jüngeren Zielgruppen. Zudem werden KI-Tools zunehmend für komplexe Aufgaben wie Codierung oder App-Entwicklung eingesetzt.

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Wiley zeigt Weg in die KI-Zukunft - Belletristik-Verlage zögern noch

 

Der akademische Verlag Wiley macht vor, wie Kooperationen mit KI-Unternehmen zu lukrativen neuen Einnahmequellen führen können. Währenddessen verharren viele Belletristik-Verlage noch in Zurückhaltung gegenüber künstlicher Intelligenz. Mark Williams analysiert in seinem Blog "The New Publishing Standard" diese Entwicklung und ruft die CEOs der Belletristik-Branche zum Umdenken auf.

Wiley konnte im letzten Quartal einen Umsatzanstieg von 6% auf 390 Millionen Dollar verzeichnen, maßgeblich getrieben durch Lizenzvereinbarungen mit Tech-Firmen für KI-Anwendungen. Zwei bedeutende Deals im Wert von 44 Millionen Dollar wurden für die Lizenzierung von Inhalten zur Nutzung in generativer KI abgeschlossen. Der Lernbereich des Unternehmens wuchs um 14% auf 124 Millionen Dollar, wobei ein KI-Trainingsprojekt 16 Millionen Dollar beisteuerte.

Matthew Kissner, Präsident und CEO von Wiley, betont die strategische Position des Unternehmens in der KI-Revolution und die wachsende Nachfrage nach Forschungsinhalten für große Sprachmodelle (LLMs). Wiley verfolgt dabei eine zweistufige Lizenzierungsstrategie: Zunächst die Beteiligung an der kurzfristigen Entwicklung grundlegender KI-Modelle, gefolgt von wiederkehrenden Lizenzvereinbarungen bei der Reifung von KI-Modellen und -Anwendungen.

Im Gegensatz dazu zögern viele Belletristik-Verlage noch, sich aktiv mit KI-Unternehmen zu engagieren. Williams argumentiert, dass die Belletristik-Branche von ähnlichen Partnerschaften profitieren könnte. KI-CEOs sind sich bewusst, dass LLMs im Bereich Fiktion und verwandten Gebieten noch Nachholbedarf haben. Zugang zu hochwertigen Daten aus der Belletristik könnte die Entwicklung der KI in diesen Bereichen vorantreiben.

Williams kritisiert die ablehnende Haltung einiger Autorenverbände und Verlegervereinigungen gegenüber KI. Er argumentiert, dass die Zusammenarbeit mit KI-Unternehmen zu verbesserten Möglichkeiten in Bereichen wie Inhaltsauffindbarkeit, Marktprognosen und strategischen Erkenntnissen führen könnte. Zudem könnten KI-Tools bei der Texterstellung, dem Korrekturlesen und der Übersetzung helfen, was Prozesse optimieren und neue Einnahmequellen erschließen würde.

Ein besonderes Potenzial sieht Williams in der Erschließung neuer Märkte durch KI, etwa bei der Produktion von mehrsprachigem Audio-Content für Länder mit geringerer Lesekompetenz. Er verweist auf das Beispiel Spotify, das in über 180 Ländern verfügbar ist, während Hörbücher noch eine begrenzte Reichweite haben. Mit KI-Unterstützung könnten Verlage ihre Inhalte einem globalen Publikum in verschiedenen Sprachen und Formaten zugänglich machen.

Williams fordert die CEOs der Belletristik-Verlage auf, die Chancen der KI zu erkennen und zu nutzen. Er argumentiert, dass vor allem durchschnittliche Autoren von KI-Unterstützung profitieren könnten, indem ihre Werke in zahlreichen Sprachen und Formaten verfügbar gemacht werden. Der erste Verlag, der diesen Schritt wagt, könnte sich an die Spitze eines aufstrebenden Marktes setzen und neue Wachstumschancen erschließen.

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Ein Jahrzehnt Kindle Unlimited: 3,5 Milliarden Dollar für Selbstverleger - Große Verlage verpassten den Anschluss

 

Mark Williams blickt in einem Beitrag auf zehn Jahre Kindle Unlimited (KU) zurück und zieht eine beeindruckende Bilanz des E-Book-Abonnementdienstes von Amazon. Trotz anfänglicher Skepsis der Verlagsbranche hat sich KU zu einem lukrativen Geschäftsmodell entwickelt, das besonders Selbstverlegern zugute kommt.

Im Juli 2014 startete Amazon Kindle Unlimited, was in der traditionellen Verlagswelt auf Unverständnis und Ablehnung stieß. Tom Weldon, damaliger CEO von Penguin Random House (PRH) UK, zweifelte öffentlich am Erfolg des Modells und sah darin keine Zukunft für etablierte Märkte. Ähnlich skeptisch äußerte sich Markus Dohle, ehemaliger globaler CEO von PRH, der das Abonnementmodell als schädlich für Autoreneinkommen und den Einzelhandel bezeichnete.

Entgegen dieser Prognosen hat sich Kindle Unlimited als äußerst erfolgreich erwiesen. In den vergangenen zehn Jahren wurden über 3,5 Milliarden Dollar an Selbstverleger und kleine Verlage ausgezahlt. Diese Summe umfasst nicht einmal die Zahlungen an größere teilnehmende Verlage oder Amazons eigene Autoren.

Die jährlichen Auszahlungen stiegen kontinuierlich an - von 89,15 Millionen Dollar im ersten Jahr auf 607,6 Millionen Dollar im Zeitraum Juli 2023 bis Juni 2024. Dies entspricht einer Steigerung von über 680%. Aktuell liegt die monatliche Auszahlung bei über 50 Millionen Dollar, und Prognosen deuten darauf hin, dass im Jahr 2024 mehr als 635 Millionen Dollar allein an Selbstverleger und kleine Verlage ausgezahlt werden könnten.

Williams kritisiert die Haltung der großen Verlage, insbesondere PRH unter der Führung von Dohle, die das Potenzial des Abonnementmodells verkannten und ihren Autoren somit Einnahmemöglichkeiten vorenthielten. Er hebt hervor, dass der neue PRH-CEO Nihar Malaviya bereits begonnen hat, die Anti-Abonnement-Politik seines Vorgängers zu revidieren, indem er Hörbücher in den Spotify-Abonnementdienst einbringt.

Der Autor spekuliert, dass andere große Verlage dem Beispiel folgen und möglicherweise sogar mit Kindle Unlimited kooperieren könnten. Er prognostiziert, dass KU bis zu seinem 16. Geburtstag im Jahr 2030 über 6 Milliarden Dollar an Selbstverleger und kleine Verlage ausgezahlt haben könnte.

Williams' Beitrag unterstreicht die transformative Kraft des E-Book-Abonnementmodells und zeigt auf, wie traditionelle Verlagshäuser durch ihre anfängliche Skepsis möglicherweise bedeutende Chancen verpasst haben. Er fordert implizit eine Neuausrichtung der Verlagsstrategien, um vom wachsenden Markt der digitalen Abonnements zu profitieren.

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"Nachhaltiges Wachstum nur im digitalen Bereich möglich" - Digitalexperte Roland Mitterbauer im Interview über die Zukunft des Lokaljournalismus

 

In einem ausführlichen Interview gewährt Roland Mitterbauer, Head of Digital und stellvertretender Chefredakteur bei der Augsburger Allgemeinen, tiefe Einblicke in den aktuellen Stand und die Zukunft der Digitalisierung im Lokaljournalismus. Als erfahrener Experte, der zuvor 15 Jahre bei der Mediengruppe Bayern tätig war, zeichnet er ein differenziertes Bild der Branche im digitalen Wandel.

Der Digitalexperte betont gleich zu Beginn des Gesprächs, dass sich lokale Tageszeitungen heute nicht mehr als reine Printmedien verstehen, sondern als multimedial agierende Medienhäuser. Er erklärt: "Tageszeitungen sind seit vielen Jahren im Internet präsent, nutzen Social Media, erstellen Newsletter, Podcasts und Videos." Obwohl der Umsatz mit gedruckten Zeitungen noch dominiert, sei den meisten Medienhäusern klar, dass nachhaltiges Wachstum nur im digitalen Bereich möglich ist.

Im Interview geht der Head of Digital detailliert auf seine Rolle ein. Er beschreibt, wie er gemeinsam mit Kollegen in der Chefredaktion an der Weiterentwicklung von Reichweite, Digital-Abos und Digitalerlösen arbeitet. Dabei stehen Fragen im Mittelpunkt wie: "Wie können wir mehr Menschen mit unseren Inhalten erreichen? Mit welchen Themen müssen wir uns beschäftigen? Wie müssen wir unsere Strategie anpassen, damit sie erfolgreich ist?"

Ein wichtiger Aspekt, der im Gespräch hervorgehoben wird, ist die Strategie der Augsburger Allgemeinen für die Zukunft. Das Ziel besteht darin, eine gute Reichweite sowie Werbeerlöse zu generieren und gleichzeitig neue Zielgruppen zu erschließen. Um dies zu erreichen, setzt das Medienhaus auf eine breite Aufstellung und bietet einen Mix aus frei verfügbaren Artikeln und Texten hinter einer Paywall an.

Besonders interessant sind die Ausführungen zum Einsatz neuer Technologien im Lokaljournalismus. Neue Tools müssen vor allem dazu dienen, die Arbeit effizienter zu machen oder neue Produkte anzubieten. Dabei werden konkrete Kriterien für die Auswahl neuer Technologien genannt, wie Benutzerfreundlichkeit, Datenschutz und das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Der Interviewte geht auch auf die Rolle von künstlicher Intelligenz im Lokaljournalismus ein. Er sieht Potenzial in Bereichen wie Rechtschreib- und Grammatikprüfungen, SEO-Optimierung und Recherche-Unterstützung. Gleichzeitig betont er die klaren Grenzen, die sein Verlag beim Einsatz von KI gezogen hat, insbesondere bei KI-generierten Bildern.

Ein spannendes Projekt, das im Interview erwähnt wird, ist die Entwicklung eines konzernweiten Artikelscores. Dieses Projekt soll die Vergleichbarkeit von Artikelperformance über verschiedene Standorte hinweg verbessern.

Der Experte blickt im Gespräch auch in die Zukunft des Lokaljournalismus. Er prognostiziert eine weitere Beschleunigung des digitalen Wandels und sieht die Notwendigkeit für Medienhäuser, durch Kooperationen und Synergien Zeit zu gewinnen. Er betont die Bedeutung motivierter und gut ausgebildeter Mitarbeiter für erfolgreiche Veränderungsprozesse.

Abschließend teilt der Digitalchef seine Vision für lokale Printmedien. Er sieht die Zukunft in qualitativ hochwertigem Journalismus, der die Bedürfnisse der Leser erfüllt. Er erwartet eine zunehmende Bedeutung von Video-Inhalten und äußert die Hoffnung auf eine steigende Zahlungsbereitschaft für digitalen Journalismus, ähnlich wie es bei Musikstreaming-Diensten der Fall war.

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KI im Journalismus: Chancen, Herausforderungen und die Zukunft der Nachrichtenbranche

 

Der Artikel von Charlie Beckett beleuchtet die wachsende Bedeutung künstlicher Intelligenz im Journalismus und deren Auswirkungen auf die Produktion und den Konsum von Nachrichten. Beckett erklärt, dass viele Nachrichtenorganisationen bereits KI für verschiedene Aufgaben einsetzen, darunter Datenjournalismus, Personalisierung von Inhalten und Moderation von Kommentaren. Einige Redaktionen nutzen sogar generative KI für Übersetzungen, Transkriptionen und zur Optimierung von Inhalten.

Der Autor hebt hervor, dass KI zwar großes Potenzial hat, die journalistische Arbeit in vielen Bereichen zu unterstützen, aber auch Risiken birgt. Dazu gehören eine mögliche technologische Abhängigkeit und potenzielle Fehler in Algorithmen oder Datenbanken. Besonders seit 2022 hat sich generative KI stark weiterentwickelt und könnte bestehende Trends im Journalismus beschleunigen. Als Beispiele nennt Beckett KI-generierte Nachrichtensprecher und die automatisierte Erstellung von Kurznachrichten.

Ein zentrales Thema des Artikels ist die Vertrauensfrage. Umfragen zeigen, dass die Öffentlichkeit dem Einsatz von KI im Journalismus eher skeptisch gegenübersteht. Beckett betont jedoch, dass viele Fehler nicht der KI selbst, sondern ihrer unsachgemäßen oder böswilligen Nutzung zuzuschreiben sind. Er plädiert daher für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie und empfiehlt Nachrichtenorganisationen, klare Richtlinien für den KI-Einsatz zu entwickeln und transparent zu kommunizieren.

Trotz des zunehmenden KI-Einsatzes unterstreicht Beckett, dass wichtige journalistische Entscheidungen weiterhin in Menschenhand bleiben sollten. Vertrauenswürdiger Journalismus basiere nach wie vor auf authentischer Berichterstattung über einen längeren Zeitraum hinweg. Der Autor sieht in KI ein großes Potenzial für die Nachrichtenbranche, betont aber die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Einsatzes, um qualitativ hochwertigen und vertrauenswürdigen Journalismus zu unterstützen.

Interessanterweise erwähnt Beckett am Ende des Artikels, dass er selbst ChatGPT für Recherche und Teile des Schreibprozesses genutzt hat. Dies habe ihm Zeit gespart und neue Ideen geliefert. Er ermutigt die Leser, die Technologie selbst auszuprobieren und sich ein eigenes Bild zu machen. Damit verdeutlicht er praktisch, wie KI als Unterstützung im journalistischen Prozess eingesetzt werden kann, ohne die Integrität des Inhalts zu kompromittieren.

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Freizeit-Monitor 2024: Das Freizeitverhalten der Deutschen

 

Die BAT-Stiftung für Zukunftsfragen präsentierte am 27. August 2024 den "Freizeit-Monitor 2024". Für diese Untersuchung wurden über 3.000 repräsentativ ausgewählte Bürger ab 18 Jahren zu über 100 unterschiedlichen Freizeitaktivitäten befragt. Das Internet dominiert die Freizeitgestaltung der Deutschen, wobei 97 Prozent es mindestens wöchentlich nutzen, während gleichzeitig persönliche Begegnungen und traditionelle Aktivitäten abnehmen. Es zeigt sich ein wachsender Trend zu erlebnisorientierten Außerhausaktivitäten und einem aktiveren, gesundheitsbewussteren Lebensstil, während viele Bürger in ihrer Freizeit bewusst entschleunigen und "chillen". Trotz der starken Präsenz digitaler Medien in der tatsächlichen Freizeitgestaltung wünschen sich die Deutschen mehr Zeit für Entspannung, soziale Kontakte und Bewegung, was eine Diskrepanz zwischen Realität und Wunsch in der Freizeitgestaltung offenbart.


Die Kernergebnisse:


Internet: Das digitale Tor zu unserer Freizeitwelt

Das Internet hat sich als zentrales Element der Freizeitgestaltung etabliert. 97 Prozent der Bundesbürger nutzen es mindestens einmal pro Woche, was es zur unangefochtenen Nummer eins unter den Freizeitaktivitäten macht. Neben dem Internet prägen weitere mediale Angebote die Top 10 der häufigsten Freizeitaktivitäten. Dazu gehören Smartphone-Spiele, Fernsehen und Musik hören.

 

Erholung: Chillen statt Pflegen

Viele Bürger entschleunigen bewusst durch Nichtstun, wobei sie abschalten und sich höchstens leicht "berieseln" lassen wollen. Trotzdem bleibt der Wunsch nach noch mehr Erholung oft unerfüllt.

 

Außerhausaktivitäten: Erlebnisdrang statt Tradition

Im 10-Jahresvergleich zeigt sich eine Zunahme bei erlebnisorientierten Unternehmungen wie Tagesausflügen und Wochenendfahrten. Traditionelle Aktivitäten wie Vereinsaktivitäten oder der regelmäßige Besuch von Gottesdiensten sind rückläufig.

 

Zwischenmenschliche Kontakte: Digital statt real

Während die technologischen Möglichkeiten zur Vernetzung umfassender werden, nehmen persönliche Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten im realen Leben ab. Dies spiegelt eine Verschiebung hin zu individuelleren und oft digitalisierten Formen des sozialen Austauschs wider.

 

Sport: Ein neuer Bewegungsdrang

Es zeigt sich ein Trend hin zu einem aktiveren und gesundheitsbewussteren Lebensstil. Spazierengehen und andere sportliche Aktivitäten sind für viele zu festen Bestandteilen der Freizeit geworden.

 

Blacklist: Was 2024 gemieden wird und warum

Viele traditionelle Aktivitäten wie der Besuch von Spielhallen, Stammtischen oder das Engagement in Vereinen und Kirchen sind für die Mehrheit der Bundesbürger nicht mehr attraktiv.

 

Freizeitwünsche: Entspannen, Treffen, Bewegen

Bei den Freizeitwünschen dominieren regenerative, soziale und aktive Tätigkeiten. Interessanterweise wünscht sich kaum jemand mehr Zeit für mediale Aktivitäten, obwohl diese einen großen Teil der tatsächlichen Freizeitgestaltung ausmachen.

 

Die Studie zeigt insgesamt eine Verschiebung hin zu einer stärker digitalisierten, individualisierten Freizeitgestaltung, bei gleichzeitigem Wunsch nach mehr persönlicher Erholung und sozialen Kontakten.

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