#1/ 2021
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Serie "KI in Medien und Publishing"

KI, Spracherkennung und mobiles Bezahlen verändern die Customer Experience 

Eine optimierte Customer Experience ist längst unverzichtbar für Unternehmen, die Kunden gewinnen und halten wollen,  meint Jeroen van Glabbeek, Geschäftsführer von CM.com. Dank neuer mobiler Kanäle und hochentwickelter Datenplattformen könnten Firmen ihre Kommunikation nahtlos in den Kundenalltag integrieren. Jeroen van Glabbeek, Geschäftsführer von CM.com, nennt in seiner lesenswerten Analyse sechs Trends für die digitale Kundenkommunikation 2021: 

1. Die Zukunft ist mobil und wir sind längst mittendrin    

2. Mit interaktiven Messengerdiensten Kundenbeziehungen aufbauen

3. Künstliche Intelligenz steht an vorderster Stelle

4. Geld ist längst digital

5. Neue Innovationschancen durch sprachbasierte Technologien

6. Der Hybrid-Ansatz boomt

Den kompletten Text finden Sie hier


Grüne KI wird das Jahr 2021 prägen

Künstliche Intelligenz durchdringt immer mehr Bereiche des Lebens und der Wirtschaft, schreibt iBusiness-Autorin Christina Rose. Dementsprechend stark wachse auch der ökologische Fußabdruck, den sie beim Training von Algorithmen und ihrem Einsatz hinterlässt. Vor dem Hintergrund des steigenden Bewusstseins für Umweltschutz und Klimawandel gewinne deshalb grüne KI immer mehr an Bedeutung. So werde beispielsweise verstärkt an Algorithmen geforscht, die weniger Energie, weniger Speicher und weniger Kommunikationsbandbreite benötigen. Auch die Energieversorgung und Effizienz der für KI genutzten Rechenzentren kommt immer öfter auf den Prüfstand. Ein weiterer wichtiger Aspekt von grüner KI ist der Einsatz von Algorithmen, um Energieerzeugung, den Betrieb der Netzinfrastruktur und die Energienutzung möglichst effizient zu gestalten.

Dou­gla­s d­igi­tal­isi­ert­ Su­ppl­y C­hai­n m­it ­KI-­Tec­hno­log­ie

Die Parfümeriemarktkette Douglas digitalisiert ihr gesamtes Lieferketten-Management mit der KI-gesteuerten Software von Relex Solutions. Die Digitalisierung umfasst den Einkauf aller Produkte von allen Lieferanten zur Verbesserung von Warenverfügbarkeit und -bestand in Online Shops und Filialen des Unternehmens. Damit können Warenverfügbarkeiten und -bestände künftig für jeden einzelnen Filialstandort beispielsweise auf Basis täglicher Wettervorhersagen optimiert werden. Darüber hinaus setzt das Unternehmen die KI ein, um die Wirksamkeit von Marketingkampagnen zu steigern und individuelle Warenplatzierungen in den Douglas Filialen zu optimieren. Auch die Personalplanung für Logistikstandorte und Filialen verbessert sich durch den Einsatz von KI.

Chatbot COREY ist  Erfolgsmodell

Eine positive Zwischenbilanz ihres Serviceangebots COREY hat die baden-württembergische Landesregierung gezogen: Der Corona-Chatbot habe seit April 2020 rund 1,7 Millionen Fragen von mehr als einer Million Nutzern beantwortet. „COREY ist ein absolutes Erfolgsmodell“, sagt der stellvertretende Ministerpräsident sowie Innen- und Digitalisierungsminister Thomas Strobl. „Zu Beginn der Pandemie haben wir uns kurzfristig entschieden, mit COREY ein neues digitales Informationsangebot für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen, rund um das Virus und die Corona-Verordnungen. Es war ein Test – und der Test ist erfolgreich.“ Insbesondere seit dem Herbst verzeichnet der Chatbot laut dem baden-württembergischen Innenministerium einen starken Nutzerzuwachs. Allein im Dezember hätten sich rund 270.000 Personen mit ihren Fragen an COREY gewandt. COREY setzt Methoden der künstlichen Intelligenz ein, um beispielsweise zu verstehen, welche Frage gestellt wird, und lernt immer weiter dazu. Ohne menschliche Intelligenz kommt der Chatbot aber nicht aus. COREY gibt nur Antworten, die durch das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration erstellt und bei Bedarf mit den zuständigen Fachressorts abgestimmt wurden. Die Antworten des Chatbots werden laut Ministerium regelmäßig aktualisiert und optimiert. 

Algorithmischer Journalismus wird ab 2021 durch Transformer-Modelle revolutioniert

Vortrainierte Transformer-Modelle wie das GPT-3 Modell der OpenAI Foundation könnten ab 2021 für eine Revolution im Bereich des algorithmischen Journalismus sorgen, erklärt die Marktforschungsfirma Goldmedia in ihrem jetzt veröffentlichten Jahresausblick 2021. Denn mit 175 Milliarden Parametern ermöglichten sie die Erzeugung von KI-Texten, die häufig nicht mehr von menschengemachten Texten zu unterscheiden sind. Auch ohne KI-Expertenwissen lasse sich so mit geringem Aufwand die Produktion von Inhalten automatisieren. Nur wenige Vorgaben genügten, um Hunderte von Artikeln zu einer einzigen Thematik zu erzeugen. Mit Hilfe von GPT-Modellen lassen sich einzelne Absätze eines Artikels oder ganze Themendossiers automatisiert generieren. Die Möglichkeiten seien endlos, so die Marktforscher. Doch bestehende Missbrauchs-Risiken müsse man im Blick  behalten.

Normungsroadmap für KI  veröffentlicht

Das Deutsche Institut für Normung (DIN), die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) präsentierten auf dem Digitalgipfel der Bundesregierung die Normungsroadmap KI erstmals der Öffentlichkeit. Die gut 200-seitige Roadmap gibt Handlungsempfehlungen für die Normung und Standardisierung rund um Künstliche Intelligenz. DIN und DKE entwickelten in einem gemeinsamen Projekt mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) zusammen mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, öffentlicher Hand und Zivilgesellschaft eine entsprechende Roadmap. Ziel war die frühzeitige Entwicklung eines Handlungsrahmens für die Normung und Standardisierung, der die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft unterstützt und europäische Wertmaßstäbe auf die internationale Ebene hebt. Mit diesem Schritt setzt DIN eine Maßnahme aus der  KI-Strategie der Bundesregierung um. Handlungsfeld 10 der Strategie widmet sich explizit dem Thema „Standards setzen“.

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Saim Rolf Alkan: Nicht irgendwann, sondern jetzt