Dominik Sedlmeier
ChatGPT
Wohin mit den PR-Arbeitern, wenn die KI übernimmt?
Schon jetzt gibt es einige Programme, die nahezu selbstständig Texte verfassen können. Darunter auch der Prototyp eines Chatbots, ChatGPT, welches kürzlich viel Aufmerksamkeit erhielt. Im November letzten Jahres wurde das Programm veröffentlicht und kann seitdem von jedem verwendet werden. So soll ChatGPT eigenständig Texte formulieren. Für Journalisten, PR-Arbeiter und Co. droht nun die Gefahr des Jobverlusts. Aber ist es wirklich so, dass solche Arbeiten in Zukunft vollständig von KI übernommen werden können? Welche Probleme macht Künstliche Intelligenz der Branche wirklich? Könnte sie eventuell sogar hilfreich sein?
Was genau ist ChatGPT?
ChatGPT beruht auf Künstlicher Intelligenz (KI) und ist der Prototyp eines Chatbots. Das bedeutet, dass es sich um ein textbasiertes Dialogsystem handelt. Entwickelt wurde dieses System von dem amerikanischen Unternehmen OpenAI. Es basiert auf GPT-3-Modell dieser Firma und soll mithilfe von KI selbstständig Texte verfassen. Weiterhin ist ChatGPT in der Lage, große Textmengen zu verarbeiten und daraus zu lernen. Durch das Feedback der Menschen wird sich die KI fortlaufend verbessern können. So lernt ChatGPT die Regeln sowie die Strukturen von Sprache und kann diese somit imitieren. Es kann demnach in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt werden, sogar für Themen, von denen man selbst nicht viel Ahnung hat. Im November 2022 wurde das System veröffentlicht. Bereits in den ersten fünf Tagen haben sich eine Million Nutzer angemeldet.
Eine Gefahr für alle Autoren?
Nun fragen sich Arbeitnehmer, die redaktionellen Aufgaben nachgehen, ob sie um ihre Jobs fürchten müssen. KI-Systeme wie ChatGPT könnten nämlich zukünftig die Arbeiten von Journalisten, PR-Arbeitern und Autoren übernehmen. Zumindest, sofern sie weiter von den Menschen lernen und sich so schnell weiterentwickeln und optimieren. Das System ist bereits jetzt in der Lage, ganze Artikel selbstständig zu schreiben. Dazu greift es auf vorherige Textdaten zurück. Falls Künstliche Intelligenz in Zukunft extremisiert wird, könnte es beispielsweise möglich sein, dass eine KI eine andere mit Informationen füttert. Erst dann würde es zu realistischen Problemen kommen.
ChatGPT ist trotz allem kein Mensch und besitzt nicht dessen Eigenschaften, wie beispielsweise Kreativität. Das System hat also ebenfalls Schwachstellen. Wenn es ausschließlich mit vorhandenen Textdaten arbeitet, fehlt das menschliche Fachwissen. ChatGPT kreiert demnach nicht Neues, sondern greift nur auf Altes zurück. Informationen bis zum Jahr 2021 können vom System abgerufen werden. Neue Kenntnisse bleiben somit außen vor. Laut Golem warnte OpenAI-CEO Sam Altman sogar davor, sich bei "Wichtigem" auf ChatGPT zu verlassen. Die erstellten Texte werden nämlich nicht immer logisch und richtig sein. Grund dafür können falsche oder unvollständige Daten sein. Aufgrund dessen ist es unabdinglich, die Texte zumindest zu redigieren. Autoren werden also nicht so schnell ihre Arbeit verlieren, können das System sogar zu ihrem Vorteil nutzen.
Die Möglichkeiten der KI
Die Künstliche Intelligenz bringt für redaktionelle Arbeiten einige Vorteile. So kann das System zum Beispiel verwendet werden, um ein Grundgerüst für einen Artikel zu erstellen. Das spart viel Zeit und gibt PR-Arbeitern und Journalisten so die Möglichkeit, sich um andere Aufgaben zu kümmern. Es reicht dann nämlich aus, den Text zu kontrollieren und anzupassen, er muss nicht mehr vollständig selbst geschrieben werden. Die grundlegende Recherche fällt weg, jedoch müssen neue Erkenntnisse eingefügt werden.
Des Weiteren plant Microsoft, ChatGPT in die Office-Programme Word, PowerPoint und Outlook einzubinden. Das soll dem Menschen zukünftig eine schnellere Kommunikation und Arbeit ermöglichen. Bei dem Mail-Programm Outlook soll es zudem dabei helfen, eine Suche ohne einen genauen Suchbegriff durchzuführen. Wann es jedoch so weit sein wird, ChatGPT innerhalb der Office-Programme auf ChatGPT nutzen zu können, ist bisher unbekannt.
Fazit
Die Künstliche Intelligenz ChatGPT kann auf der Grundlage vorheriger Daten selbstständig Texte erstellen, was für die Menschen sehr hilfreich sein kann. Sogar für Autoren bietet es eine Möglichkeit, auf langwierige Texterstellung zu verzichten und Zeit zu sparen. Trotz dessen können redaktionelle Arbeiten nicht so schnell von KI übernommen werden. Dafür fehlt es an eigenständigem Wissen und anderen menschlichen Eigenschaften, wie Kreativität. Das System ist also zum jetzigen Zeitpunkt eher eine Hilfe als ein Problem. Die KI kann bei Bedarf als Hilfestellung verwendet werden, auf eine Überprüfung der Daten durch Autoren darf jedoch nicht verzichtet werden. Wie genau sich Künstliche Intelligenz aber in Zukunft entwickeln wird, kann man nicht sicher sagen. Fakt ist, dass es noch einiges braucht, um an den Wissensstand eines menschlichen Gehirns zu kommen.
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Dominik Sedlmeier ist CEO der PR-Agentur El Clasico Media GmbH und Experte in den Bereichen Kommunikation, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Er gehört zu den medial gefragtesten PR-Managern und betreut u. a. die größten Marktführer verschiedener Branchen. https://www.elclasico-media.de/